Heft 
(1.1.2019) 05
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Forschung

PUTZ 5/01

Sterne verraten die Zukunft der Sonne

Klaus 6. Strassmeier hielt Antrittsvorlesung

Nach astronomischen Maß­stäben ist die Sonne nur einen Katzensprung von uns ent­fernt: Ihr Abstand beträgt nur 150 Millionen Kilometer oder etwas mehr als acht Licht­minuten. Während andere Sterne unserer Galaxie von der Erde aus nur als Lichtpünkt­chen erkennbar sind, können Astrophysiker detaillierte Bil­der von der körnigen Sonnen­oberfläche aufnehmen und die Bewegung der Sonnenflecken sowie die großen Eruptionen verfolgen.

Doch trotz der großen Daten­mengen sind viele Phänomene der Sonnenphysik auch heute noch nicht verstanden. Über einige dieser großen Fragen sprach Prof. Dr. Klaus Günter Strassmeier am 10. Mai 2001 bei seiner Antrittsvorlesung. Der Astrophysiker und Direktor des Astrophysikalischen Instituts Potsdam lehrt seit dem Winter­semester 2000 an der Univer­sität.

Offene Fragen

Welcherinnere Dynamo'er­zeugt zum Beispiel die wirr ausschenden Magnetfelder der Sonne? Welche Prozesse heizen

Leserbrief:

die Korona auf Millionen Grad auf, während die Sonnenober­fläche nur ungefähr 6000 Grad Kelvin heiß ist? Und welche Prozesse führen eigentlich zu den riesigen Plasma-Eruptionen, deren Auswirkungen bis hin zur Erde deutlich zu spüren sind? Diese sogenannten Flares verur­sachen die himmlischen Lichter­scheinungen am Polarhimmel und stören den Funkverkehr. Ungeklärt ist auch, warum der Sonnenfleckenzyklus im Mittel elf Jahreibeträgt.

Gewöhnlicher Stern

Die Sonne gilt dabei keineswegs als ein außergewöhnliches Ge­stirn, sondern zählt zu dengel­ben Zwergen vom Iyp©&2, einem Sternentyp, der allein in unserer Galaxie schätzungsweise sechsmilliardenmal vorkommt. Aus dem bruchstückhaften Wissen über die Sonne schließen die Astrophysiker also auf die Physik von weiter entfernten typgleichen Sternen, und im Gegenzug verrät das Licht solcher Sterne auch etwas über die Sonne. Strassmeier zeigte zum Beispiel auf dem Computer berechnete Bilder von. wild schwingenden Sternen, deren Oberfläche wie eine Seifenblase

wabbelte. Aus diesen Bewegun­gen und anderen Daten kon­nten Wissenschaftler auch berechnen, woSonnenflecken entstehen müssten.

Sternflecken

Während bei unserer Sonne solche Flecken jedoch mehr um den Äquator herum auftreten, befinden sich ähnliche Stellen bei Wanderen Sternen den Berechnungen nach eher in Polnähe. Dabei dürften das Rotationsverhalten und die Strömungen auf der Oberfläche des Sterns wesentliche Rolle spielen. Allerdings schwankt auch bei den wenigen bislang beobachteten Sternen die Aktivität der Sternflecken mit einer Periode von elf Jahren. Diese erstaunliche AWFatsache deutet darauf hin, dass dieses Phänomen nicht hauptsächlich mit der Rotationsgeschwin­digkeit des Sterns zusammen­hängt, sondern eine tiefliegen­dere Ursache hat.

eine

Zukunft der Erde

Aus den Sternen lesen Astro­physiker Zukunft unserer Sonne und damit der Erde ab: Hier sind sie sich rela­tiv einig: In etwa vier Milliarden

auch die

Jahren wird sich die Sonne zu einem Roten Riesen aufblähen und dabei die Erde verschluck­en. Doch schon vorher verglüht unser kleiner Planet und so wird es wohl keine Beobachter mehr geben, die den Kollaps des Roten Riesen in einen kalten Reststern noch zu würdigen wissen.

menschlichen

Den Phänomenen der Sonnenphysik auf der Spur: Prof. Dr. Klaus G.

Strassmeter. Foto: privat

Argumentation mit Schwarzweißbi

Das Interview. mit dem Ehemaligen Carsten Wist in der Mai-Ausgabe der PUTZ veranlasste Prof. Dr. Ullrich Scherf aus dem Institut für Physikalische Chemie und Theoretische Chemie zu fol­gendem Leserbrief.

Mit Interesse habe ich das Interview mit Carsten Wist in der PUTZ gelesen, zudem ich derselbe Jahrgang(1957) bin. Mich verwundert zehn Jahre nach der Vereinigung immer noch die sehr unreflektierte Ar­gumentation mit Schwarzweiß­bildern. Jeder halbwegs ge­scheite Mensch hat doch in der

DDR gewusst, dass es nie um ein neues Menschenbild ging. Und jeder hat sich in etwa ausrechnen können, was im Einzelfall die Folgen von jeglicher Art von Protest waren. Wegen unregel­mäßigem Vorlesungsbesuch ist meines Erachtens niemand exmatrikuliert worden. Und andere Möglichkeiten als einen Ausreiseantrag gab es immer. Ich selbst habe in Jena Chemie studiert, auch mit vielem An­ecken und Problemchen, war aber so gut, dass mich immer jemand gedeckt hat. Nach der Promotion ist die ursprünglich geplante und schon begonnene

Karriere als B-Promovend in

Jena dann(zum Glück) geplatzt, unter anderem, weil ich mich weigerte, in die SED einzu­treten. Aber das war ein eigener Entschluss, den ich, und nicht andere, zu verantworten hatte. Dann habe ich ein Jahr als Galerist gearbeitet(was auch Spaß gemacht hat), bin 1990 ans Max-Planck-Institut für Poly­merforschung in Mainz und letz­tes Jahr nach zehn Jahren als Professor für Polymerchemie zurück nach Potsdam gekom­men. Deshalb vielleicht regen mich derart kleinkarierte Stel­lungnahmen besonders auf. Was soll ein Satz wie:Der Westen hat mich als Alternative nie

Idern?

interessiert.? Erst einmal sollte sich der Interviewte denWes­ten genau anschauen, bevor er urteilt, zum Zweiten ist der Westen, mit all seinen Unzu­länglichkeiten, seit zehn Jahren hier Realität. Ich denke; latente Verbitterung und Frust sind nicht die richtige Herange­hensweise. Deshalb frage ich mich etwas nach dem Sinn eines solchen Interviews in der Uni­Zeitschrift, insbesondere wenn man vorwärts und nicht rück­wärts schauen will. Aber vielle­icht steckt ja auch eine ganz andere Intention dahinter.

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