UNI aktuell
PUTZ 6/01
Zugestimmt
Das brandenburgische Kabinett hat einer entsprechenden Vorlage der Wissenschaftsministerin Johanna Wanka zur Hochschulentwicklung der nächsten Jahre zugestimmt. Geplant ist nunmehr das Anwachsen der Studienplätze von derzeit 26000 auf 29500 im Jahr 2007. Die neu hinzugekommenen 3500 Plätze entsprechen immerhin der Anzahl der an der Frankfurter Uni immatrikulierten Studierenden.
Sorgen bereitet der Ministerin die Abwanderung von jungen Leuten aus Brandenburg. Auch deshalb will sie sich für eine zukunftsträchtige HochschulJandschaft einsetzen. Gegenwärtig sind an den insgesamt neun Hochschulen des Landes 32500 Studenten eingeschrieben. Die Politikerin rechnet mit jährlich 7000 Studienanfängern bis 2005/2006.
Vorausgesetzt, die ayisierten finanziellen Mittel fließen tatsächlich, können die Hochschulen etwas aufatmen. Der Grund: Von Regierungsseite versprach man nunmehr Planungssicherheit, vorerst bis 2005/2006. Gerüchte über die Schließung ganzer Einrichtung sind ebenfalls vom Tisch. Alle neun werden weiter bestehen.
Großen Stellenwert bei Wanka besitzt die Überprüfung der vorhandenen Studiengänge. Diese sollen mehr noch als bisher im Landesinteresse liegen. Dabei gehr es aber nicht in jedem Fall darum, dass ein Bezug zur Wirtschaft vorhanden ist.
Nach wie vor bildet Brandenburg bundesweit das Schlusslicht bei den Hochschulausgaben. Dass sich dies ändert, scheint jedoch auch perspektivisch kaum möglich. Wanka sieht die Ursache hierfür in der hohen Verschuldung des Landes, Gewaltige ZinszahJungen machten Entscheidungen für Investitionen schwer.
PUTZ
Eckpunkte stehen fest
Planungspapier verabschiedet
Auf der Sitzung des Senats am 28. Juni 2001 wurden die Eckpunkte zur Struktur- und Entwicklungsplanung der Universität Potsdam diskutiert und beschlossen. Sechs Senatsmitglieder votierten mit Ja, zwei Senatoren lehnten das Papier ab und drei Mitglieder enthielten sich der Stimme.
Kontrovers wurde das Papier im Senat diskutiert. Die Studierendenvertreter beispielsweise beklagten mangelnde Mitbeteiligung der Studierenden am Verfahren einerseits und andererseits an den Debatten über den Inhalt des Papiers. Transparenz fehlte offensichtlich auch in der Philosophischen Fakultät.
Mit Volldampf will die Uni ihre weitere Profilierung angehen. Im soeben verabschiedeten Eckpunktepapier einigte man sich unter anderem auf acht Profilbereiche, die künftig für den Wissenschaftsbetrieb der Hochschule maßgeb
lich sein sollen.
Die Eckpunkte zur Strukturund Entwicklungsplanung sind das Ergebnis einer eineinhalbjährigen Diskussion des Rektorats und der Fakultäten über die weitere Entwicklung der Hochschule. Ausgangspunkt war das im Januar 2000 veröffentlichte Gutachten des Wissenschaftsrats über die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Potsdam. Der Wortlaut des Eckpunktepapiers zeigt, dass die Universität die Möglichkeiten weitgehend ausgeschöpft hat, die konkreten Empfehlungen des Wissenschaftsrates_ umzusetzen. Sic entspricht damit insbesondere der Forderung nach Konzentration und Bündelung der Ressourcen, um Gestaltungsspielräume für die Sicherung und den Ausbau besonders innovativer Forschungsstrukturen und Studienangebote zu schaffen.
Foto: Fritze
Deren_professorale Vertreter Görtemaker und KFEisenberg votierten letztlich unter anderem aus diesem Grund gegen das Eckpunktepapier.
Das vom Senat dennoch mehrheitlich verabschiedete Eckpunktepapier wird jetzt dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg vorgelegt. Mit diesem Planungskonzept will sich die Universität nicht nur eine Grundlage für die eigene künftige Entwicklung schaffen, sondern sich auch mit Nachdruck in die mittelfristige Hochschulentwicklungsplanung des Ministeriums einbringen.
gl
Mehr Informationen. unter: http://www. unipotsdam.de/u/pressmitt/pm 104_01.htm
Nach Leistung
Das Bundeskabinett hat die Dienstrechtsreform der deutschen Hochschulen beschlossen. Jetzt liegt es am Bundesrat, über deren Schicksal zu entscheiden. Eine erste Lesung zum Thema fand am 13. Juli 2001 statt.
Zwei Gesetzentwürfe machen das Reformpaket aus. Sie beziehen sich auf die Änderung des Hochschulrahmengesetzes und auf eine veränderte Professorenbesoldung. Gerade Letztere sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Zündstoff. Mit der neuen Reform soll nun eine leistungsgerechtere Bezahlung kommen. Etwa ein Viertel der Professorenbezüge werden sich künftig durch die Leistungen in Forschung und Lehre legitimieren.
Einen wesentlichen Eckpfeiler stellt im gegenwärtigen Entwurf auch die Einführung der lang umstrittenen Juniorprofessur dar. Der Bund will den Ländern bei deren schrittweisen Etablierung in den Jahren 2002 bis 2005 mit 360 Millionen Mark helfen. So könne laut Bundesministerin Edelgard Bulmahn erreicht werden, dass junge Wissenschaftler bereits mit Anfang 30 selbstständig und unabhängig lehren und forschen. Derzeit ist hierzulande ein Professor im Schnitt 42 Jahre alt,(wenn er seine(erste Stelle antritt. Die Juniorprofessur bedeutet, wird sie denn tatsächlich beschlossen, die Regelvoraussetzung für eine Universitätsprofessur. Im Berufungsverfahren wird die Habilitation keine Rolle mehr spielen.
Geht alles glatt, soll die Hochschuldienstrechtsreform Anfang 2002 in Kraft treten.
Mehr Infos unter: ftp://ftp.bmbf.de/010619_ Hochschuldienstrechtsreform _FAQ_1.pdf
P.G.
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