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(1.1.2019) 10
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Nichtlineare Systeme international

Physiker koordiniert europäisches Forschungsprojekt

Foto: Fritze

Ob Laserlicht, Herzschläge, Rundfunkübertragungen oder Vorgänge im Zen­tralnervensystem überall spielen relativ komplizierte, oft vielfach miteinan­der verwobene rhythmische Prozesse eine Rolle. Möglichen Gesetzmäßigkei­ten solcherundurchsichtiger Schwingungssysteme auf die Spur zu kom­men, erfordert tiefgreifendes theoretisch-physikalisches und mathematisches Verständnis. Hier sind interdisziplinäre Forschung und internationale Zusammenarbeit gefragt, ergeben sich Herausforderungen besonders auch Am Forschungsprojekt mit beteiligt: Dr. Michael

für junge Wissenschaftler.

OSYC of SENS(Control, Synchroniza­(Cm and Characterization of Spatially Extended Nonlinear Systems) lautet das Thema eines von der Europäischen Union inner­halb des Fünften Forschungsrahmenprogramms ‚der Europäischen Kommission geförderten Pro­jektes. Dieses komplexe Vorhaben wird vom Insti­tut für Physik der Potsdamer Universität nicht nur wissenschaftlich bedient, sondern von Prof. Dr. Jürgen Kurths sogar international koordiniert. Insgesamt acht Partnerländer beteiligen sich an den Forschungen, die Spitzenniveau darstellen.

Die EU verfolgt mit der Förderung solcher Forschungsprojekte wie dieses über Kontrolle, Steuerung, Synchronisation und Charakterisie­rung nichtlinearer Systeme das Ziel, Netzwerke zur Ausbildung und Mobilität junger Diploman­den und Doktoranden zu schaffen und damit zum Ausbau des Potenzials an Humanressour­cen in der Forschung beizutragen. Auf diese Weise kam Ernest Montbriö aus Spanien auf eine EU-geförderte Doktorandenstelle nach Pots­dam. Vorgesehen sind demnächst auch Kurzauf­enthalte Potsdamer Wissenschaftler und Dokto­randen in Israel. In Montbriös Heimat Spanien und auch in Italien befasst man sich innerhalb des Projektnetzwerkes beispielsweise mit Laser­und Strömungsphysik. In Israel untersuchen die Forscher einschlägige chemische Prozesse und in Polen nichtlineare Vorgänge in elektronischen Schaltkreisen. International herausragende Wis­senschaftler wie Itamar Procaccia vom israeli­schen Weizmann-Institut oder Jean-Pierre Eck­mann, theoretischer Physiker an der Universität

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Rosenblum.

Genf, sind ebenfalls in das von Potsdam geführ­te Projekt eingebunden.

Potsdams Führungsrolle ergab sich nicht zufällig, sondern basiert auf jahrelangen, inter­national geschätzten Forschungsarbeiten be­sonders zu theoretischen Problemen der Syn­chronisation von komplexen irregulären Syste­men. Solche schwierig zu durchschauenden Syn­chronisationsprobleme widerspiegeln sich bei­spielsweise auf biologischem Gebiet im Zusammenspiel von Herzschlag- und Atem­rhythmus oder von gekoppelten rhythmischen Schwingungsvorgängen in verschiedenen Gehirnregionen vor und während des Auftretens von Schüttellähmungserscheinungen der Par­kinsonschen Krankheit. Dieser Tage erscheint eine Buchpublikation der Potsdamer Physiker Arkady Pikovsky, Michael Rosenblum und Jür­gen Kurths, in der sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit Synchronisationsprozessen darstellen.

Auf der Grundlage unserer theoretischen Erkenntnisse wollen wir unter anderem Metho­den zu einer medizinisch nützlichen rechneri­schen Bearbeitung elektrokardiografisch oder enzephalografisch ermittelter Körpersignale ent­wickeln, erläutert Mitautor Michael Rosenblum, der in Moskau Physik studierte und promovier­te, durch ein Humboldtstipendium nach Pots­dam kam und nun hier als wissenschaftlicher Mitarbeiter wesentlich zur erfolgreichen Bewäl­tigung des EU-Forschungsprojekts über nichtli­neare Systeme beiträgt. Armin Klein

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