Junge Leute ın alten Gemäuern
Rosemarie Heise will Studierende für Potsdam begeistern
Um das Ambiente des Arbeitsortes von Rosemarie Heise werden sie viele beneiden. Sie arbeitet in der Abteilung Museumspädagogik der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam, also Mitten im Park von Sanssouci. Über ihre Entwicklung, ihre Arbeit und die Studentenstadt Potsdam unterhielt sich PortalRedakteurin Dr. Barbara Eckardt mit der 1945 in Berlin geborenen„Ehemaligen“.
Sie studierten von 1963 bis 1967 Slavistik und Anglistik an der Pädagogischen Hochschule. Anschließend waren Sie fünf Jahre Lehrerin. Sie suchten sich dann andere Betätigungsfelder. Warum?
Heise: Meine Erfahrungen in der Schule waren so, dass ich diese Arbeit nicht fortsetzen wollte. Was sich dort abspielte, gefiel mir nicht. Ich war einige Zeit in der Arbeitsstelle für Lehrerbildungsforschung, die damals der Pädagogischen Hochschule Potsdam und später der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften angegliedert
‚war, tätig. Als meine Abteilung aufgelöst wurde, ging ich auf Arbeitssuche. Begründet durch die Biografie meines Vaters, der in zwei Konzentrationslagern eingesperrt war, interessiere ich mich für Geschichte. Auf diesem Gebiet suchte ich für mich etwas Sinnvolles.
Sie arbeiteten dann in der Gedenkstätte in Sachsenhausen. Sicher keine einfache Aufgabe.
Heise: Ich habe in Sachsenhausen in der Pädagogischen Abteilung gearbeitet. Führungen, auch in russischer und englischer Sprache, gehörten zu meinem Aufgabenfeld. Da ich gerne mit Menschen, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen, zu tun habe, empfand ich diese Aufgabe als sehr befriedigend. Natürlich war es nervlich belastend, aber ich hatte eine große menschliche Genugtuung. Nach meiner Tätigkeit in der Gedenkstätte Cecilienhof arbeite ich auch jetzt wieder im Bereich der Museumspädagogik, bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam.
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Wer in Potsdam studiert, sollte nicht vergessen, die einmalige Schönheit seiner Umgebung wahrzunehmen, meint Rosemarie Heise.
Sie haben täglich mit vielen Menschen, auch mit jungen Leuten zu tun. Spüren Sie in Potsdam das Flair einer Hochschulstadt?
Heise: So ganz spüre ich dieses Flair nicht. Ich denke, es liegt nicht zuletzt daran, dass hier Einrichtungen für sie fehlen. Es gibt zu wenige Treffs und Kneipen, in denen junge Leute gerne ihre Freizeit verbringen würden. Deshalb finde ich es sehr wichtig, in der Stadt etwas dafür zu tun, damit sie sich heimisch fühlen können.
Sie sind vor allem für die Monatsprogramme der Stiftung in Potsdam verantwortlich. Welche Vorstellungen gibt es denn vonseiten Ihrer Einrichtung, Studierende stärker anzusprechen?
Heise: Sicherlich müssen wir im Rahmen unserer Veranstaltungen in dieser Hinsicht noch aktiver werden. Natürlich haben wir großes Interesse daran, junge Leute für unsere Veranstaltungen zu begeistern.
Welche konkreten Projekte gibt es?
Heise: Man kann nicht erwarten, das die Studierenden auf uns zukommen. Also müssen wir uns auf den Weg zu ihnen begeben. Die Studierenden sind in Potsdam von den zum UNESCO-Kulturerbe gehörenden Schlössern und Parks umgeben. Viele nehmen das kaum wahr. Wir möchten dazu beitragen, diese Besonderheit bewusst zu machen. So wollen wir in Zukunft den Studierenden in den
Studiosi
www.uni-potsdam.de/portal /studiosi
Foto: Fritze
Monaten Oktober und April drei bis fünf kostenlose Park- und Schlossrundgänge unter verschiedenen Aspekten anbieten. Fachleute
werden dann beispielsweise durch den Marlygarten, den Dichterhain oder den Sizilianischen Garten führen. Unsere Sonderangebote sollen sich aber nicht nur auf den Park Sanssouci, sondern auch den Neuen Garten und den Park Babelsberg beziehen. Spezielle Angebote soll es auch für ausländische Studierende geben.
Vielen Dank für das Gespräch.
Schlösser von innen
Für alle Studierenden der Uni Potsdam bietet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg jetzt kostenlose Führungen durch Schlösser und Gärten an.
Am 24. Oktober gibt es eine Führung durch das Neue Palais. Sie beginnt um 16.30 Uhr, Treffpunkt ist die Mensa, Haus 12, Uni-Komplex Am Neuen Palais.
Am 30. Oktober wird eine Führung durch den Park Sanssouci angeboten. Sie beginnt um 15.00 Uhr, Treffpunkt ist die Kasse Am Neuen Palais.
Am 6. November findet eine zweite Parkführung statt, diesmal durch den Neuen Garten. Sie beginnt um 14.00 Uhr, Treffpunkt ist der Haupteingang zum Neuen Garten, Alleestraße. Red.
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