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(1.1.2019) 10
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Junge Leute ın alten Gemäuern

Rosemarie Heise will Studierende für Potsdam begeistern

Um das Ambiente des Arbeitsortes von Rosemarie Heise werden sie viele beneiden. Sie arbeitet in der Abteilung Museumspädagogik der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Branden­burg in Potsdam, also Mitten im Park von Sans­souci. Über ihre Entwicklung, ihre Arbeit und die Studentenstadt Potsdam unterhielt sich Portal­Redakteurin Dr. Barbara Eckardt mit der 1945 in Berlin geborenenEhemaligen.

Sie studierten von 1963 bis 1967 Slavistik und Anglistik an der Pädagogischen Hochschule. Anschließend waren Sie fünf Jahre Lehrerin. Sie suchten sich dann andere Betätigungsfelder. Warum?

Heise: Meine Erfahrungen in der Schule waren so, dass ich diese Arbeit nicht fortsetzen wollte. Was sich dort abspielte, gefiel mir nicht. Ich war einige Zeit in der Arbeitsstelle für Lehrerbil­dungsforschung, die damals der Pädagogischen Hochschule Potsdam und später der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften angegliedert

‚war, tätig. Als meine Abteilung aufgelöst wurde, ging ich auf Arbeitssuche. Begründet durch die Biografie meines Vaters, der in zwei Konzentra­tionslagern eingesperrt war, interessiere ich mich für Geschichte. Auf diesem Gebiet suchte ich für mich etwas Sinnvolles.

Sie arbeiteten dann in der Gedenkstätte in Sach­senhausen. Sicher keine einfache Aufgabe.

Heise: Ich habe in Sachsenhausen in der Päda­gogischen Abteilung gearbeitet. Führungen, auch in russischer und englischer Sprache, gehörten zu meinem Aufgabenfeld. Da ich gerne mit Menschen, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen, zu tun habe, empfand ich diese Aufgabe als sehr befriedigend. Natürlich war es nervlich belastend, aber ich hatte eine große menschliche Genugtuung. Nach meiner Tätig­keit in der Gedenkstätte Cecilienhof arbeite ich auch jetzt wieder im Bereich der Museumspäda­gogik, bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam.

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Wer in Potsdam stu­diert, sollte nicht verges­sen, die einmalige Schönheit seiner Umge­bung wahrzunehmen, meint Rosemarie Heise.

Sie haben täglich mit vielen Menschen, auch mit jungen Leuten zu tun. Spüren Sie in Potsdam das Flair einer Hochschulstadt?

Heise: So ganz spüre ich dieses Flair nicht. Ich denke, es liegt nicht zuletzt daran, dass hier Einrichtungen für sie fehlen. Es gibt zu weni­ge Treffs und Kneipen, in denen junge Leute gerne ihre Freizeit verbringen würden. Des­halb finde ich es sehr wichtig, in der Stadt etwas dafür zu tun, damit sie sich heimisch fühlen können.

Sie sind vor allem für die Monatsprogramme der Stiftung in Potsdam verantwortlich. Wel­che Vorstellungen gibt es denn vonseiten Ihrer Einrichtung, Studierende stärker anzuspre­chen?

Heise: Sicherlich müssen wir im Rahmen unse­rer Veranstaltungen in dieser Hinsicht noch akti­ver werden. Natürlich haben wir großes Interes­se daran, junge Leute für unsere Veranstaltun­gen zu begeistern.

Welche konkreten Projekte gibt es?

Heise: Man kann nicht erwarten, das die Stu­dierenden auf uns zukommen. Also müssen wir uns auf den Weg zu ihnen begeben. Die Studierenden sind in Potsdam von den zum UNESCO-Kulturerbe gehörenden Schlössern und Parks umgeben. Viele nehmen das kaum wahr. Wir möchten dazu beitragen, diese Besonderheit bewusst zu machen. So wollen wir in Zukunft den Studierenden in den

Studiosi

www.uni-potsdam.de/portal /studiosi

Foto: Fritze

Monaten Oktober und April drei bis fünf kos­tenlose Park- und Schlossrundgänge unter verschiedenen Aspekten anbieten. Fachleute

werden dann beispielsweise durch den Marly­garten, den Dichterhain oder den Siziliani­schen Garten führen. Unsere Sonderangebote sollen sich aber nicht nur auf den Park Sans­souci, sondern auch den Neuen Garten und den Park Babelsberg beziehen. Spezielle Angebote soll es auch für ausländische Studie­rende geben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Schlösser von innen

Für alle Studierenden der Uni Potsdam bietet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg jetzt kostenlose Führun­gen durch Schlösser und Gärten an.

Am 24. Oktober gibt es eine Führung durch das Neue Palais. Sie beginnt um 16.30 Uhr, Treffpunkt ist die Mensa, Haus 12, Uni-Kom­plex Am Neuen Palais.

Am 30. Oktober wird eine Führung durch den Park Sanssouci angeboten. Sie beginnt um 15.00 Uhr, Treffpunkt ist die Kasse Am Neuen Palais.

Am 6. November findet eine zweite Parkfüh­rung statt, diesmal durch den Neuen Gar­ten. Sie beginnt um 14.00 Uhr, Treffpunkt ist der Haupteingang zum Neuen Garten, Alleestraße. Red.

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