Heft 
(1.1.2019) 11
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Woran sich

die Geister scheiden

Das sagen die Parteien

ür die brandenburgische SPD ist LER eine F ambitionierte und bildungspolitische Innovation. Nicht zuletzt mit Blick auf die Akzeptanz bei Eltern und Schülern, die sehr hoch sei. Mehr als um die Schulwirklichkeit gin­ge es den Gegnern um das sprichwörtlichePrin­zip, das nicht sein kann, was nicht sein darf. Das Reformprojekt LER aber gebe eine zeitgemä­ße Antwort auf die Herausforderungen eines werteorientierenden, zugleich allgemeinbilden­den Unterrichts. Kein anderes Fach lebe so von der Vielfalt und dem Dialog unterschiedlicher Positionen und Wertvorstellungen, egal, ob von konfessionell oder nicht konfessionell gebunde­nen Schülerinnen und Schülern. Ein Wahl­pflichtbereich ließe diese Erfahrung nicht zu. Deshalb lehnt die SPD dieses ab.

Der integrative Ansatz von LER als Pflichtfach für alle soll dem Problem eines klassischen Wahl­pflichtbereiches aus Religion und einemErsatz­fach entgegentreten: Dort nämlich besteht die Gefahr, dass konkurrierende Positionen zu ethi­schen, philosophischen und religionsbezogenen Fragen durch getrennte, selbstständige Fächer letztlich unvermittelt gegenüberstehen.

Die CDU wehrt sich zum einen gegen die Wertevermittlung von Staatswegen, da sie die Entscheidungsmöglichkeiten von Eltern und Schüler einschränke. Das Elternrecht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen, setze voraus, dass der Staat die Institutionsgarantie dafür erfülle. Statt dessen verletze er seine weltanschauliche Neutralität, wenn er einseitig Partei gegen ihn ergreife. Des­halb plädiert die CDU für einen mit dem LER­Unterricht gleichberechtigten Religionsunter­richt, über dessen Teilnahme allein die Eltern oder die religionsmündigen Kinder entscheiden.

Zum anderen sind die Christdemokraten der Ansicht, dass Konfessionalität kein Privileg der Kirche sei, sondern im Vorrang elterlicher Erzie­hung wurzele. Letzterer befinde sich im Gegen­satz zum staatlichen Erziehungsmonopol. Die Behauptung, LER sei weltanschaulich neutral und für alle Schüler geeignet, sei fragwürdig. Wie aber könneweltanschaulich neutral über

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Streitobjekt Schüler: Alle wollen wie immer nur sein Bestes, doch ihm ist das ziemlich egal.

Titel

www.uni-potsdam.de/portal/novo1/titel.htm

religiöse Themen, Funktion und Missbrauch von Religionen, über alternative Lebenskonzepte

geredet beziehungsweise unterrichtet werden, wenn Gott ausgespart würde? Für die CDU steht fest: Ein atheistischer Lehrer kann nicht authen­tisch über Gott reden!

Die PDS hält LER für eine große Errungen­schaft und möchte es gerne zielgerichtet auswei­ten. Die Stundenzahl an der Schule soll erhöht, die Lehrerausbildung und Weiterqualifizierung vertieft beziehungsweise verbessert werden. Sie erachtet eine gemeinsame Werteerziehung für alle Schüler und die Entwicklung von Dialogfä­higkeit und Toleranz in einer pluralistischen Gesellschaft als besonders wichtig. Den vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorge­schlagenen Kompromiss lehnt die PDS aus fol­genden Gründen ab:

Durch einen Vergleich bliebe die aufgewor­fene Verfassungsfrage ungeklärt. Damit wäre auch die Chance zu einer für die gesamte Bundesrepublik historisch fälligen Klärung des Status von bekenntnisgebundenem Religions­unterricht anbekenntnisfreien Schulen vertan. Der Rechtsfrieden wäre nicht dauerhaft gewähr­leistet, da der Vergleich lediglich die streitenden Parteien binde. tp

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Foto: Fritze