Titel
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Allgemeinbildend
und verfassungskonform
Der Fachverband sieht in dem Fach kein Problem
Angesichts der Spannungen zwischen den Kulturen und der Pluralisierung der religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisse in unserer Gesellschaft fällt der Schule zunehmend die Aufgabe der sozialen Integration von Schülern unterschiedlicher Religionen, Weltanschauungen und Kulturen sowie der Einübung von Toleranz zu. Das Fach Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde(LER) leistet dazu einen besonderen Beitrag. An Schwerpunkten, wie soziales Lernen, Reflexion von Werten und Normen, friedliche Konfliktlösungen und Allgemeinwissen zu Religionen, wird mit allen Schülern
gemeinsam gearbeitet.
eit fünf Jahren klagen die CDU und die
Ö Kirchen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen LER und dafür, bekenntnisgebundenen Religionsunterricht, den es schon mit 9go-prozentiger Finanzierung des Landes gibt, als staatliches Lehrfach einzuführen. Das Gericht hat bisher kein Urteil über die Klage gefällt, sondern angefragt, ob sich Kläger und Beklagte auf eine außergerichtliche Schlichtung einlassen wollen. Daraus ziehen der Fachverband LER, ein Zusammenschluss von Lehrern, Dozenten und Eltern, und der brandenburgische Bildungsminister den Schluss, dass LER als allgemeinbildendes Fach für alle Schüler verfassungsgemäß ist. Denn wäre es dies nicht, müsste das Bundesverfassungsgericht ohne Wenn und Aber ein Urteil fällen. Dieses war zu erwarten. Denn das Bundesverwaltungsgericht stellte bereits am 17. Juni 1998 in einem Urteil fest: Das Land als Gesetzgeber„wäre nicht gehindert, Ethikunterricht für alle Schülerinnen und Schüler vorzusehen und in Kauf zu nehmen, dass die am Religionsunterricht teilnehmenden Schüler im Verhältnis zu den anderen Schülern zusätzliche Schulstunden
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haben“. In den Medien wird von einem Abstim
mungsverhältnis im Bundesverfassungsgericht von 7:1 für LER gesprochen. Zur Streitfrage des Status des Religionsunterrichts in Brandenburg sprechen sie von einem Patt(4:4) unter den Bundesverfassungsrichtern, was ebenfalls eine Abweisung der Klagen zur Folge hätte.
Nachdem Kirchen und CDU über fünf Jahre ein Urteil aus Karlsruhe verlangt hatten, wollen sie nun unisono lieber eine Schlichtung. Damit endlich Rechtssicherheit für LER-Lehrkräfte, Schüler und Eltern und Rechtsklarheit für die Bürger im Land hergestellt wird, fordern die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Fachverband LER ein Urteil und nicht einen Kompromiss des Bundesverfassungsgerichts. Die Jusos, die Jugend Brandenburgs innerhalb der SPD, forderten auf dem SPD-Parteitag in Eisenhüttenstadt ebenfalls ein Urteil statt einer Schlichtung. Sie wurden aber von den Delegierten überstimmt. Wegen der Unvereinbarkeit der Rechtspositionen ist eine Schlichtung ohnehin aussichtslos.
Letztlich ruft der Fachverband auf, endlich Rechtssicherheit für das Fach herzustellen, damit Lehrerinnen und Lehrer nicht ständig durch Anschuldigungen und Rechtsvorwürfe diffamiert werden. Denn sie wollen endlich ihre ganze Kraft für die wichtige pädagogische Arbeit mit den Schülern im LER-Unterricht einsetzen.
Peter Kriesel, Vorsitzender des Fachverbandes LER
Inzwischen wird LER
auch benotet. Dem Spaß
am Fach scheint dies kei
nen Abbruch zu tun.