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(1.1.2019) 11
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aus den verschiedensten Gründen unterprivile­giert. Neben den Tieren waren es wilde Kinder, die in den verschiedensten Wäldern Europas hausten, Säuglinge und Kleinkinder, aber auch exotische Völker und sogar Taubstumme, von denen man sich Einsichten in dieStunde Null menschlicher Sprache und Kultur versprach.

Die Preisfrage gewann Herder. Nach seiner Auffassung filtert der Mensch aus der Vielzahl von Sinneseindrücken, die gleichzeitig auf ihn einströmen, bewusst bestimmte Einzelmomen­te heraus. So sei ihm der Blöklaut des Schafes als das zentrale Charakteristikum dieser Gattung erschienen. Fortan habe der sorgsam lauschen­de Mensch den Blöklaut zur Bezeichnung des Schafes benutzt.

Der Sprachursprung wird aber nur ein Thema unter einer Vielzahl von Problemstellungen sein, die im Rahmen der internationalen TagungGeschichte der Sprachwissenschaft in Texten und Konzepten behandelt werden. Die Konferenz, die vom 15. bis 17. November dieses Jahres an der Potsdamer Uni stattfindet, wurde von Prof. Dr. Gerda Hassler, Institut für Roma­nistik, initiiert und steht in unmittelbarem Zusammenhang zu dem von ihr geleiteten DFG-ForschungsprojektOnomasiologisches Lexikon Sprachtheoretischer Grundbegriffe.

Insgesamt 84 Beiträge stehen auf dem sehr facettenreichen Programm; Gäste aus 16 Län­dern werden erwartet. Das Spektrum der Vor­träge reicht von Sprachursprungstheorien in

Keltische Wurzeln des Englischen

Englisch im Westen Irlands klingt völlig anders als Englisch in der Londoner Innenstadt oder auf den schottischen Highlands. Erstmals seit rund 50 Jahren treten die regionalen Unter­schiede des Englischen auf den Britischen Inseln und in Irland wieder aus dem Schatten staatlich verordneter Standardsprachlichkeit hervor. So drängen Scots, eine Schwesterspra­che des Englischen, und auch Ulster Scots nach offizieller Anerkennung als Amtssprachen in die jeweiligen Regionalparlamente. Das neue sprachliche Selbstbewusstsein grenzt sich vom Standardenglischen vor allem dadurch ab, dass die Unterschiede zum Standard auf Jahrhun­

derte währender Normabweichung mit den fünf Regionalsprachen, Welsh, Irish Gaelic, Scottish Gaelic, Manx und Cornish, beruhen. Aber auch das Standardenglische selbst weist viele Züge auf, die den keltischen Sprachen sprachtypologisch ähnlicher sind als den mit dem Englischen historisch eng verwandten ger­manischen Sprachen, wie beispielsweise dem Deutschen oder Isländischen. Welche Gründe dafür angegeben werden können, diskutierten die Teilnehmer des Kolloquiums zu denCeltic Englishes Ende September. Unter anglisti­schem, germanistischem, keltologischem, archäologischem und historischem Blickwinkel

Wie klingt die Schweiz?

Eine Tagung lieferte Hörbeispiele

Mit Fragestellungen im Schnittpunkt von Moralität, Kultur und Politik beschäftigte sich bereits im Februar eine Tagung, deren Mit­initiator Prof. Dr. Ette vom Romanistischen Institut der Universität Potsdam war. Unter dem MottoToleranz und Differenz trat Wis­senschaft damals in einen Dialog mit Politik. Vor kurzem nun trat sie in den Dialog mit Kul­tur. Wiederum von Ette organisiert, trafen sich im Rahmen der Begegnungswoche des Landes Brandenburg mit der Schweiz Wissenschaftler, Mundartspezialisten, Radiomoderatoren, Kom­ponisten und auch Musiker zu einer Tagung unter dem TitelDie Schweiz ist Klang im Alten Rathaus. Sie präsentierten ein von Viel­

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sprachigkeit und Vielstimmigkeit geprägtes Land, in dem gesellschaftliche Polyphonie und kulturelle Vielfältigkeit seit Jahrhunderten eine konstitutive Rolle spielen.

Mit einer intermedialen, literarisch-musikali­schen Form einerseits sowie durch das Spek­trum der Referenten andererseits zeigte sich das Konzept der Tagung insgesamt von einer experi­mentellen Seite. Es präsentierte sich als eine Mixtur aus Popkonzert und wissenschaftlich fundiertem Kolloquium. Adressat war ein gemischtes, vorzugsweise junges Publikum, das weniger auf Wissen als auf Sinnlichkeit rekur­rierte und das neugierig war, einem Land jen­seits von Alphorn, Schokolade, Uhren und Ban­

der chinesischen Mythologie über Fachspra­chenfin(der[Antike /bis hin zur deutschen Sprachwissenschaft der Nazi-Ära. Die Sprach­theorie des Aristoteles ist ebenso Gegenstand wie diejenige Humboldts oder Saussures. Die Syntax der spanischen Sprache im 18. Jahrhun­dert steht ebenso auf der Tagesordnung wie die Terminologie der englischen Grammatik in der frühen Neuzeit. pg

Die Tagung findet vom 15. bis 17. November 2001 auf dem Uni-Komplex Am Neuen Palais statt. Interessenten finden das vollständige Tagungsprogramm unter http: //www.uni-pots­dam.de/u/ romanistik/hassler/projekt /index.htm

wurden Aspekte der Verschiedenheiten des Englischen von der germanischen Sprachfami­lie und ihre Annäherung an die keltischen Spra­chen vorgestellt. Ebenso wurde die Herausbil­dung derjenigen kontaktbedingten linguisti­schen Eigenschaften des englischen Standards diskutiert, die letztlich seinen Erfolg als Welt­verkehrssprache ermöglichen. Prof. Dr. Hildegard L. C. Tristram, Institut für Anglistik und Amerikanistik

Weitere Informationen zur Konferenz sind unter http: //www.celtic-englishes.de abrufbar.

ken zu begegnen. Beabsichtigt war nicht zuletzt, neue eidgenössische Identitäten zu vermitteln, da die Schweiz, die als politisches Gebilde lange Zeit als modellhaft in Europa galt, mittlerweile selbst ein Darstellungs- und Selbstverständnis­problem hat.

So stand eine in Ansätzen transkulturelle Region im Mittelpunkt, die als durchaus bei­spielhaft für einZusammenleben in der Diffe­renz angesehen werden kann. Deutlich wurde, dass ihr Reichtum weit über das Monetäre hi­nausgeht und vielmehr darin besteht, dass ver­schiedene Kulturen einander sich nicht nur tole­rieren, sondern die jeweils fremden Elemente zu integrieren vermögen. tp

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