Heft 
(1.1.2019) 11
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Intelligenz hat

viele Facetten

Psychologen entwickeln differenzierten Intelligenztest für Kinder

Bekanntlich ist Intelligenz eine sehr komplexe Fähigkeit. Es geht um Denken, um schnelles Erfassen wesentlicher Elemente einer Situation, um das Lösen von Problemen, ja überhaupt um die erfolgreiche Auseinandersetzung mit der Umwelt. Dieser komplexe Charakter von Intelli­genz ist wohl die Ursache dafür, dass Kinder- und Jugendpsychologen, aber auch Eltern und Lehrer mit einem einzigen globalen Intelligenzmaß, den IQ, nicht allzu viel anfangen können. Nötig wäre eine Instrumentarium zur differenzierten Ein­schätzung der Intelligenzleistung. Daran arbeiten Uwe Schaarschmidt, Professor für Persönlich­keitspsychologie und Differentielle Psychologie und sein Potsdamer Uni-Team in Kooperation mit österreichischen und Schweizer Kollegen.

_ er wissenschaftliche Grundansatz der

|) Forschungsgruppe besteht darin, den

Komplex Intelligenz zu Diagnosezwe­

cken wenigstens teilweise und auch spezifisch

für Kinder von dreieinhalb bis achteinhalb Jah­ren aufzulösen.

Unsere Tests folgen verschiedenen Niveau­stufen der kognitiven Verarbeitung und enthal­ten Aufgaben, die im einen Falle Nutzung kind­lichen Alltagswissens ermöglichen und im ande­ren Falle wissensunabhängige Denkleistungen erfordern, erklärt Uwe Schaarschmidt und prä­sentiert verschiedene Testbildreihen, die den Kindern vorgelegt werden.

Stufen Tests

Am einfachsten sind die Aufgaben auf der NiveaustufeHerauslösen. Die Kinder bekom­men zum Beispiel Kärtchen mit Bildern von einem Hasen, einer Birne und einem Schulheft. Sie werden aufgefordert, dasTier zu benennen.

Schwieriger sind Anforderungen zumVer­gleichen(Katze-Schaf-Abbildung). Beim Ver­gleich der drei übereinander liegenden Abbil­dungsreihen weisen die Kinder nach, ob sie die Orts- und Mengenveränderungen, bezogen auf

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Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt arbeitet an einem neuen

von Kindern erfasst werden kann.

die Katzen- oder Schafbilder, richtig erfasst haben. Noch höher zu bewerten sind Aufgaben in Zusammenhang mitAnalogieanforderun­gen. Hierbei wird beispielsweise den Kindern auf vier geordneten Bildkärtchen eine Geschich­te erzählt. Dann erhalten sie vier ungeordnete Kärtchen einer analogen Geschichten mit etwas verändertem Inhalt. Kinder, die logisch denken können, vollbringen die intellektuelle Leistung Analogieschluss und ordnen die neuen Karten in richtiger Abfolge.

Wichtige Entscheidungshilfe

Jeder Proband hat betreut von einem Studie­renden jeweils ı2 Aufgaben auf den drei Niveaustufen zu lösen. Da die Aufgabeninhalte den Kindern zum Teil bekannt, zum Teil unbe­kannt sind, wurde letztendlich die sehr komplex strukturierte Intelligenz der Kinder in sechs Struktureinheiten differenziert: Herauslösen (Bekanntes/Unbekanntes), Vergleichen(Be­kanntes/Unbekanntes) und Analogiedenken (Bekanntes/Unbekanntes).

Zur Zeit werden für diese sechs unterschied­lichen Anforderungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch etwa 2000 Kinder getestet.

Forschung

portal/novo1/forschung.htm

www.uni-potsdam.de

Instrumentarium, mit dessen Hilfe die Intelligenz

Auf den Ergebnissen aufbauend, lassen sich anfor­derungsspezifische Skalen für eine differenzierte Ermittlung des Intelligenzprofils entwickeln. Zukünftige Untersuchungen von Kindern geben dann nicht nur Auskunft über das Ausmaß, sondern auch über die Besonderheiten der intel­lektuellen Leistungsfähigkeit. Damit wird eine solidere Grundlage für Einschulungsentscheidun­gen, für spezielle Fördermaßnahmen bei Entwick­lungsrückstand und auch für die Früherkennung besonders begabter Kinder geschaffen. Armin Klein

Foto: Fritze

Tierisches Testbild. Die Kinder sollen Orts- und

Mengenveränderungen erkennen.

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