Forschung
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Stabiles Blau für Notebookbildschirme
Forschungskooperation für organische Leuchtdioden
In dieser„Handschuhbox“ werden organische Leuchtdioden unter Ausschluss von Wasserdampf und Sauerstoff getestet.
Am 16. September gingen bei Experimentaphysiker Prof. Dieter Neher und dem Polymerchemiker Prof. Ullrich Scherf erfreuliche E-Mails aus den USA ein. Sie enthielten die Nachricht, dass ihr in „Advanced Materials“ 13/2001 erschienener Artikel„Verbesserung der Effizienz organischer Polyfluorenleuchtdioden durch end-capping“ den Lesern der„Chemical Innovation als eine„heart cut“-Meldung zugänglich gemacht wurde. Das empfiehlt die American Chemical Society nur bei solchen Beiträgen aus der Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsliteratur, die einen besonders hohen Innovationswert besitzen.
onkret geht es bei der gemeinsamen [K Ontersuchung der beiden Professoren
um die Entwicklung eines Leuchtdiodenmaterials für die Emission(Aussendung) tiefblauen Lichts. Blau ist eine der drei Grundfarben für'Farbdisplays. Nicht klassische Leuchtdiodenmaterialen wie Galliumarsenid, Zinkselenid und andere sind Forschungsobjekt, sondern ein weichplastartiges organisches
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Polymer namens Polyfluoren(PF), das sich
leucht verarbeiten lässt und die Herstellung
biegsamer, zusammenrollbarer Displays ermöglicht. Bereits vor etwa zehn Jahren erschienen in Japan Publikationen über die elektrisch ausgelöste Lichtsendung von Polyfluorenen. Daraus gefertigte Leuchtdioden sendeten bei Anlegen einer Gleichspannung von drei bis fünf Volt blaues Licht aus. Aber das war nicht farbstabil, es ging innerhalb von
Minuten in Grün-Weiß über.
Hier nun setzten 1998 die hiesigen, von „Sony“ geförderten Forschungen an. Ziel war die Entwicklung eines PF-Materials, das bei nicht mehr als fünf Volt Gleichspannung ein stabiles, möglichst intensives Blaulicht emittiert.„Wir hielten einen Erfolg für möglich, wenn es uns gelänge, durch Veränderungen an den Polyfluoren-Makromolekülen in die mit der Lichtemission verbundenen Elektron-LochRekombinationsprozesse einzugreifen“, erläutern Dieter Neher und Ullrich Scherf. Und das gelang dann in etwa dreijähriger Arbeit. In zahlreichen Experimenten wurden chemische Veränderungen an den aus 300 bis 400 Bausteinen einer organischen Ringverbindung
bestehenden PF-Makromolekülen vorgenommen. Es folgten jeweils Bestimmungen der Farbtiefe und-stabilität der Blaulichtemission. Schließlich brachte eine ganz charakteristische Veränderung am Polymer das gewünschte Ergebnis, die Aussendung eines stabilen, tiefblauen Lichts.„Unser Trick bestand darin, nicht die Binnenstruktur des ganzen Makromoleküls zu ändern, sondern dessen Enden ins Blickfeld zu rücken, ein ‚end-capping’ vorzunehmen“, so die beiden Wissenschaftler.
Und diese„capping“ bestand in der Anbindung von Molekülen leicht oxydierbarer Substanzen an die Enden der PF-Moleküle. Triarylamine heißen die aus der Sicht des Chemikers leicht oxydierbaren Endgruppen. Aus halbleiterphysikalischer Sicht haben sie die Eigenschaft, Löcher aufzunehmen und sie der Polymerkette zuzuführen. Dadurch wird die Farbe stabilisiert, können also effizientere Leuchtdioden hergestellt werden. In Weiterführung ihrer Untersuchungen streben die beiden Professoren die Erzeugung polarisierten Lichts für LCD-Displays und optoelektronische Speicher an. Dazu muss es ihnen gelingen, die PF-Moleküle parallel zu
ordnen. Armin Klein
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Foto: zg.