Bester Professor erhielt die Note 1,25
Jura-Studenten evaluierten Vorlesungen und Übungen
Alles begann im Wintersemester 2000/2001, als der damalige Fachschaftsrat Jura an der Juristischen Fakultät in Potsdam ein neues, unabhängiges Projekt ins Leben rief: Eine von Studierenden organisierte Evaluation der Lehrveranstaltungen. Für alle Beteiligten war es sowohl ein erfolgversprechendes Mammut- Projekt und als auch ein schwieriger Hürdenlauf.
nfangs fehlte ein tragfähiges, faires KonAs um aus der Fülle der möglichen Fraen diejenigen herauszufiltern, die wirk
lich prägnante Ergebnisse versprachen und speziell auf die Bedürfnisse der Juristen zugeschnitten waren. In die erstellten Fragebögen flossen deshalb Bestandteile des schon vorliegenden Fragebogens der Arbeitsgruppe„Qualität der Lehre“ ein und Anregungen, die aus Evaluationen anderer Fachschaften an juristischen Fakultäten in Deutschland stammten. Es entstanden sowohl ein Bogen für Vorlesungen als auch ein weiterer für Übungen. Gefragt wurden die Teilnehmer unter anderem nach dem Vortragsstil des Dozenten, der Verständlichkeit des Stoffes, dem Einsatz von begleitenden Medien sowie den Bedürfnissen der Lernenden zum Austausch mit dem Vortragenden. Außerdem sollte der Schwierigkeitsgrad der Veranstaltung und der eigene
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Lernaufwand angegeben werden. Ein weiterer Schwerpunkt stellte die Frage nach der Bereitstellung von Lernmaterialien dar. Doch Transparenz war nicht nur für die Fragen, sondern auch für die Antworten gefordert. Die Studierenden sollten wissen, welche Aussage hinter ihrem Kreuz steht. Daher entschied der Fachschaftsrat, die Bewertung an den Schulnoten auszurichten. Außerdem gab es neben typischen Auswahlantworten und Ja/Nein-Kästchen„offene“ Fragen, bei denen die Studierenden selbst ihre Anregungen und Kritik formulieren konnten. Den Dozenten wurde anschließend die Möglichkeit gegeben, die Meinungsäußerungen zu kommentieren. Das Ergebnis der Evaluation ist erfreulicherweise recht gut ausgefallen, keine Lehrveranstaltung schnitt wirklich schlecht ab. Die Wahlfachvorlesung„Schutz des geistigen Eigentums“ von Prof. Dr. Jürgen Oechsler war mit der Note 1,25 der positive Spitzenreiter.
Beispiel soll Schule machen
Ziel der Evaluation war die Intensivierung des Dialogs zwischen Dozenten und Studierenden in der notwendigen Auseinandersetzung um die Qualität der Lehrveranstaltungen. Obwohl an der Potsdamer Uni mitunter die Meinung kursiert, man könne auf solche Projekte aufgrund der
Foto: Tribukeit
Studiosi
www.uni-potsdam.de/portal/novo1/studiosi.htm
Die passgerechte Karriere
Der CareerService der FU Berlin und die Zentrale Studienberatung der UniPotsdam bieten im Wintersemester 2001/2002 Veranstaltungen zu„Life/Work-Planning- Wege in den verborgenen Arbeitsmarkt“ an. Dabei handelt es sich um so genannte Impulstage an einer der beiden Einrichtungen oder auch um dreiwöchige Intensivkurse an der FU, deren Teilnahme zwischen 684 DM und 1271 DM kostet. Der erste Impulstag findet am 7. Dezember 2001 von 9.00 bis 18.00 Uhr an der FU, Boltzmannstr. 16/Musiksaal statt, der zweite folgt am 29. Januar 2002 von 9.00 bis 18.00 Uhr an der Uni Potsdam, Am Neuen Palais, Haus 12, Obere Mensa. Die Teilnahmegebühr hierfür beträgt zwischen 40 DM und 80 DM.
Nähere Auskünfte zu diesem Angebot für Studierende, Absolventen, Berufsumsteiger oder Arbeitslose erhalten Interessierte unter E-Mail: dez2re@rz.uni-potsdam.de oder career@zedat.fu-berlin.de. Red. Gute oder schlechte Lehre? Jura-Studenten der Uni bewerteten ihre Lehrveranstaltungen. Was dabei he
rauskam, ist jetzt nachzulesen.
bereits durchgeführten zentralen Evaluation verzichten, halten die„Macher“ des Ganzen dieses nach wie vor für wichtig. Und das hat seinen Grund, genauer gleich mehrere. Denn die Ergebnisse der zentralen Evaluation wurden nur in Einzelfällen den Studierenden zugänglich gemacht und die Verteilung der Bögen lag im Ermessen des Dozenten. Außerdem kommt häufig eine recht spärliche Zahl von Bögen in Umlauf, deren Fragen manchmal nicht zur speziellen Studienpraxis der individuellen Fachbereiche passen. So bleibt noch manches„unentdeckt“ ohne studentisches Engagement. Wer also dem Juristen-Beispiel folgen möchte, wende sich an den Fachschaftsrat.
Die Finanzierung des Projekts erfolgte durch Mittel der Fachschaft und des Studentenwerks. Als Ergebnis hielten die Studierenden schließlich eine Broschüre der Evaluation in den Händen, die eine detaillierte Auswertung von beantworteten Fragebögen aus 25 Lehrveranstaltungen enthielt. Etwa 1.000 Studierende hatten sich am„Zettelausfüllen“ beteiligt.
Livia Erler, Fachschaftsrat Jura
Die Broschüre„Evaluation WS 2000/2001“ liegt
im Fachschaftsbüro, Park Babelsberg, Haus 15, Raum K 0.11 zur Einsicht aus.
Portal 11/01