Heft 
(1.1.2019) 11
Einzelbild herunterladen

Wir waren eine fantastische Truppe

Holger Rupprecht schwärmt noch heute vom Studium Am Neuen Palais

Für viele Potsdamer ist er kein Unbekannter. Zahllose Eltern und Schüler haben schon in sei­nem Direktorenzimmer gesessen und bei ihm um Rat gefragt. Holger Rupprecht leitet das Potsda­mer Humboldt-Gymnasium seit 1991 mit großem Erfolg. Der Lehrer für Geographie und Sport erlernte seinHandwerk von 1971 bis 1975 an der damaligen Potsdamer Pädagogischen Hochschule Karl Liebknecht, dem Vorgänger der heutigen Universität. Mit dem Ehemaligen sprach Portal­Redakteurin Petra Görlich.

Sie sind seit 1975 im Schuldienst. War der Leh­rerberuf schon immer ihr Traum?

Rupprecht: Klar war mir nur, dass es etwas mit Sport sein sollte. Denn ich war in meiner Jugend Zehnkämpfer, später Volleyballer. Lehrer zu wer­den, reizte mich schon. Zumal ich aus einem Lehrerhaushalt komme.

Wie hat es Sie denn an das Humboldt-Gymna­sium verschlagen?

Rupprecht: Zuerst ging ich aufgrund der damals üblichen Bezirkseinweisungen nach Schwerin. Nach zwei Jahren kam ich zurück, unterrichtete bis 1991 an der Schule 29, die es heute gar nicht mehr gibt. Quasi über Nacht erhielt ich einen Anruf aus dem städtischen Schulamt, ob ich nicht die Erweiterte Oberschule ı übernehmen wolle. Ich habe damals trotz vorhandener Zweifel zuge­sagt. Die Entscheidung habe ich nie bereut.

Wie viele Schüler und Lehrer haben Sie?

Rupprecht: Unser Gymnasium ist das kleinste der Stadt. Im Moment lernen hier 560 Schüler, die von 39 Lehrern unterrichtet werden.

Ihre Schule glänzt mit viel Tradition, einem gün­stigen Standort, einem neuen Erweiterungsbau, einem engagierten Kollegium. Bleiben da noch Wünsche offen?

Rupprecht: Den längst eingeschlagenen Weg möchte ich mit meinen Mitstreitern weiter

32

A 5 = = = ­a =

ss 1.8

Studiosi

www.uni-potsdam.de/portal/novo1/studiosi.htm

Holger Rupprecht sieht mit Optimismus in die Zukunft. Das Humboldt- Gymnasium verzeichnet seit Jahren

traumhafte Bewerberzahlen. Allein für das Schuljahr 2001/02 konnte er unter 176 Bewerbern die 76 Besten

auswählen.

beschreiten. Ich möchte hier einen Ort schaffen, zu dem die Schüler gern kommen. Dazu gehört eine Menge. Ein freundliches Klima und Unter­richt, in dem die Schüler gefordert werden. Am schönsten ist es, wenn sich Schüler und Lehrer mit ihrer Schule identifizieren. Das scheint mir zunehmend der Fall.

Ihr Gymnasium gehört zu den acht mit der Uni Wie läuft die Zusammenarbeit in der Praxis?

kooperierenden Schulen.

Rupprecht: In unserem Haus sind häufig Stu­denten, um Hospitationspraktika oder schul­praktische Übungen zu absolvieren. Diesen Teil der Lehrerausbildung übernehmen wir gerne. Im Gegenzug dazu nutzen unsere Schüler gern die Angebote, die von der Hoch­schule kommen. Ich denke da zum Beispiel an den Tag der Offenen Tür oder das Schnupper­studium. Den Kontakt zur Uni funktioniert aber nicht nur auf institutioneller Ebene. Ich selbst habe noch sehr gute Verbindungen zu meiner Ausbildungsstätte. Die vier Jahre damals waren die schönsten in meinem Leben. Wir waren eine fantastische Truppe, die fest

zusammenhielt. Noch heute treffen wir uns einmal im Jahr.

Sie sind nicht nur in Sachen Schule stark enga­giert, sondern auch auf sportlichem Gebiet sehr aktiv. Bringt Ihnen Ihre Funktion als Präsident des VfL Potsdam den nötigen Ausgleich zum Schulstress?

Rupprecht: Ja, sonst würde ich das gar nicht machen. Es ist bei 400 Mitgliedern im Verein zwar eine Menge Arbeit, macht aber auch viel Spaß. Sowohl im Nachwuchsbereich als auch bei den ersten Mannschaften kommen wir langsam dahin, wo ich hin möchte.

Übertragen Sie ihren Sportenthusiasmus auch auf die Schule?

Rupprecht: Ja. Wenn Sie sich umschauen, sehen Sie zahlreiche Pokale. Vor allem im Volleyball, beim Handball und im Tennis verzeichnen wir große Erfolge. Dieses sportliche Klima möchte ich gern weiter erhalten und ausbauen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Portal 11/01

Foto: Fritze