Heft 
(1.1.2019) 12
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Identitätsstiftend und fälschungssicherer

Für Uni-Angehörige scheint die Euro-Umstellung kein Problem zu sein

Die Tage der Mark sind gezählt. Auch den Pfennig braucht bald niemand

mehr zu ehren. Demnächst wird in Euro gerechnet, allein die Numisma- Je näher der Euro kommt, desto mehr wächst die tiker scheinen die ersten baren Serien wirklich mit Spannung zu erwar- Unsicherheit bezüglich der Preise. Der Kunde ten. Denn die von den Politikern gemachten Beteuerungen, der Euro wer- ist ab 2002 der Preispolitik relativ hilflos ausge­de stark sein, sind zunächst nur als Verteuerungen spürbar. Was Mitar- liefert. Positiv ist, dass in vielen Urlaubsländern beiter und Studierende über die neue Währung denken, erfragte Thomas die gleiche Währung gilt. Wie real die Preise Pösl. dann allerdings wirklich sind, bleibt abzuwarten.

Die Einführung des Euro verfolge ich aus min­destens zwei Perspektiven. Als Zeithistoriker begrüße ich das neue Geld, da die gemeinsame Währung ein Zusammenwachsen Europas lang­fristig befördern wird. Erinnert sei nur daran, dass der Maastrichter Vertrag vom Dezember 1991, in dem unter anderem die Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion und damit die Umstellung auf ein gemeinsames Zahlungsmit­tel als Ziel formuliert wurde, quasi ein Produkt der deutschen Wiedervereinigung war. Als Kon­sument allerdings beschleicht mich keine Euphorie. Eher gelassen sehe ich dem Gesche­hen entgegen, zumal es sich um keine Wäh­rungsreform, sondern um eine Währungsum­stellung handelt. Die ärgerlichen Preiserhöhun­gen im Vorfeld sind hoffentlich nur eine tempo­räre Erscheinung. Immerhin wird der Euro nicht nur das Reisen, sondern auch das Vergleichen der Preise insgesamt erleichtern.

Dr. Detlev Zimmermann, Historisches Institut

Dass der Euro kommt, steht ja nun schon gerau­me Zeit fest, eigentlich ist er finanztechnisch mit dem festen Umrechnungskurs von 1,95583 ja auch schon seit 1999 eingeführt, nur die Zah­lungsmittel fehlen bisher noch. Da es sich um eine feste Umrechnung(für Deutschland fast genau 1:2) handelt, sollte die Umstellung kein Problem sein. Natürlich schmerzt es, wenn man die geliebte und geschätzte Mark hergeben soll. Wenn ich mich an den Umtausch aus dem Jah­re 1990 erinnere, lief damals eigentlich alles an einem einzigen Wochenende ab, und es hat funktioniert. Warum also diese komplizierte zweimonatige Übergangszeit mit zwei Zah­lungsmitteln im Barkauf? Das wird sicherlich für viele noch einige Unannehmlichkeiten mit sich

bringen. Hans Göbel, Referatsleiter Bauangelegenheiten, Dezernat 5

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Der Kunde zahlt sowieso bei der Einführung des Euro die Rechnung. Aus dienstlicher Sicht wird die Währungsumstellung im Bereich Haushalt mit Mehrarbeit verbunden sein wird. Positive Aspekte gibt es daher meines Erachtens nicht. Gunner Engel, Referat Haushalt, Dezernat 4

Große Wirtschaftsräume brauchen eine einheit­liche Währung. Oder kann man sich China, Russland oder Amerika mit einem Dutzend Währungen wirklich vorstellen? Das gemeinsa­me Geld ist ein Ausdruck dieser Wirtschaftsein­heit und es wird langfristig identitätsbildend sein. Den Skeptikern sei gesagt: Auch der Dollar war nicht sofort die starke Währung, die er heu­te darstellt. Trotzdem sehe ich auch ganz klar die Versäumnisse der Politik, die vor allem darin lie­gen, auf psychologischer Ebene die anhaltenden Preissteigerungen nicht transparent gemacht zu haben. Insofern ist der Start des Euro erst ein­mal zwiespältig. Bleibt zu hoffen, dass er Blüten treibt. Obwohl die neuen Scheine ja fälschungs­

sicherer sein sollen. Andreas Oehme, Student, Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache

Die harte D-Mark kam, jetzt geht sie wieder. Waren das noch Zeiten, als die Währungsunion kam. Alles ging damals rasant schnell. Lange dauerte nur das mehrmalige Anstehen bei den Sparkassen. Schleichend kommt nun der Euro. Unmerklich verändern sich die Preise, die erhöht werden, um besser runden zu können. Dabei macht man auch so manchen Fehlkauf, weil man DM und Euro verwechselt. Und man bekommt deutlich mehr Post mit allerlei Hin­weisen, um die Umstellung gut zu überstehen. Am getrübten Blick auf den Kontostand ändert das allerdings nichts. Freuen werden sich unse­re EU-Studierenden, da künftig die Geldwechse­lei und vieles andere mehr entfällt.

Ulrich Hunger, Akademisches Auslandsamt

Portal 12/01

Fotos: Fritze