Heft 
(1.1.2019) 12
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Abhängigkeit vom Dollar wird abnehmen

Europäische Gemeinschaftswährung mit wechselvoller Geschichte

er Euro hat seit seiner Einführung im D Überweisungsverkehr und mit der ope­rativen Geschäftsaufnahme der Europä­ischen Zentralbank(EZB) Anfang 1999 fast ein Viertel seines Wertes verloren. Dies hat in der Öffentlichkeit eine starke Diskussion bezüglich der Stabilität der europäischen Währung ausge­löst. Die langfristige Entwicklung der europäi­schen Währung zeigt aber, dass auch in den acht­ziger und neunziger Jahren ein durchaus wech­selvoller Verlauf zu beobachten war, der vielfälti­ge weltwirtschaftliche und politische Ursachen hatte und den US-Dollar als Welthandels- und Reservewährung in unerwartete Höhen und Tie­fen trieb. Zur Erinnerung: Am 21. März 1972 wurde

der Europäische Wechselkursverbund(Wäh­

rungsschlange) eingeführt, der die Schwan­kungsbreiten zwischen den Währungen in der Europäischen Gemeinschaft(EG) auf+2,25 Pro­zent beschloss. Mit der Freigabe des US-Dollars am 19. März 1973 waren die Schwankungen der europäischen Währungen gegenüber dem US­Dollar nicht mehr beschränkt. Im weiteren Ver­lauf der 70-er Jahre wurde es auf Grund der unterschiedlichen nationalen wirtschaftlichen Entwicklungen schwieriger, die EG-Schwankungsbreiten zu verteidigen. Es kam zu Austritten aus dem Wechselkursverbund. Beendet wurde diese Situation erst im Frühjahr 1979, als das europäische Währungssystem (EWS) eingeführt wurde.

Bis Mitte der achtziger Jahre nahm die öko­nomische Heterogenität der Gemeinschaft durch die Süderweiterung weiter zu. In diesem Zeitraum kam es zu einer Reihe von Abwertun­gen. Die zweite Hälfte war hingegen durch eine relative Ruhe an den europäischen Währungs­märkten gekennzeichnet, da sich die Teilnehm­erländer zunehmend an der Stabilitätspolitik der deutschen Bundesbank orientierten. Durch die Abwertungen der italienischen und britischen Währungen geriet das europäische Währungs­system Anfang der neunziger Jahre erneut in eine Krise. Gleichzeitig wurden auch der portu­giesische Escudo und die spanische Peseta deut­lich abgewertet. Weitere Abwertungen dieser bei­den sowie auch anderer EWS-Währungen folg­ten. Am 02. August 1993 einigten sich die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der

immer

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Euro-$

08 1

06 13. März 1979 Europäisches Währungssystem(EWS) 0,4 01. Januar 1981 Griechenland Mitglied der EG

0,2 O1. Januar 1986

Spanien und Portugal Mitglied der EG

01.81

02.01.78

02.01.76 02.01.77 02.01.79 02.01.80 2.

02.01.83 02.01.84 02.01.85 02.01.86 02.01,8

02.01.88

0

02.01.89

02.01.91

m S $ &

02.01.92

02.01.93

September 1992 Pfund und Lira scheiden aus EWS aus

02.01.94

02. August 1993 Bandbreite des EWS auf 15%

02.01.95

02.01.96

01. November 1993 Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages

02.01.97

04. Januar 1999 Einführung Euro Geschäftsaufnahme der EZB

02.01.98 02.01.99 02.01.00

Die Abbildung zeigt, dass auch schon in den achtziger und neunziger Jahren der aus den europäischen

Währungen gebildete Warenkorb in seinem Kurs zum Dollar schwankte.

Das hatte weltwirtschaftliche und politische Ursachen.

Europäischen Union daraufhin, die Schwan­kungsbreite des EWS von 2,25 auf 15 Prozent (Ausnahme DEM/NLG) zu erweitern. Dies führ­te zunächst wieder zu einer Beruhigung der Märkte, da der flexiblere Wechselkursmecha­nismus eine bessere Anpassung an die nach wie vor relativ unterschiedlichen realen wirtschaft­lichen Entwicklungen der nationalen Staaten ermöglichte. Mit den Anstrengungen, die euro­päische Integration nach Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages(01. November 1993) wei­ter voranzubringen, konnte sich auch der Wert des Währungskorbes weiter erholen. Ab Anfang des Jahres 1996 setzte jedoch eine kontinuierli­che Abwertung ein. Erst im Vorfeld der Einfüh­rung des Euros am 04. Januar 1999 wurde die Festsetzung der Euro-Dollar Parität am oberen Ende einer möglichen Bandbreite vom Markt

vorweggenommen.

Seit diesem Zeitpunkt befindet sich der Euro in einer stetigen Abwertung. Man muss aber anmerken, dass derartige zyklische Entwicklun­gen auch in der Zukunft zu beobachten sein wer­den und sich im Kurs des Euro zum Dollar widerspiegeln. Innerhalb des großen europäi­schen Währungsraumes wird aber die Abhängig­keit von der Entwicklung des Dollars abnehmen.

Bert Helwing/Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

02.01.01

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Abb.:zg.