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Abhängigkeit vom Dollar wird abnehmen
Europäische Gemeinschaftswährung mit wechselvoller Geschichte
er Euro hat seit seiner Einführung im D Überweisungsverkehr und mit der operativen Geschäftsaufnahme der Europäischen Zentralbank(EZB) Anfang 1999 fast ein Viertel seines Wertes verloren. Dies hat in der Öffentlichkeit eine starke Diskussion bezüglich der Stabilität der europäischen Währung ausgelöst. Die langfristige Entwicklung der europäischen Währung zeigt aber, dass auch in den achtziger und neunziger Jahren ein durchaus wechselvoller Verlauf zu beobachten war, der vielfältige weltwirtschaftliche und politische Ursachen hatte und den US-Dollar als Welthandels- und Reservewährung in unerwartete Höhen und Tiefen trieb. Zur Erinnerung: Am 21. März 1972 wurde
der Europäische Wechselkursverbund(Wäh
rungsschlange) eingeführt, der die Schwankungsbreiten zwischen den Währungen in der Europäischen Gemeinschaft(EG) auf+2,25 Prozent beschloss. Mit der Freigabe des US-Dollars am 19. März 1973 waren die Schwankungen der europäischen Währungen gegenüber dem USDollar nicht mehr beschränkt. Im weiteren Verlauf der 70-er Jahre wurde es auf Grund der unterschiedlichen nationalen wirtschaftlichen Entwicklungen schwieriger, die EG-Schwankungsbreiten zu verteidigen. Es kam zu Austritten aus dem Wechselkursverbund. Beendet wurde diese Situation erst im Frühjahr 1979, als das europäische Währungssystem (EWS) eingeführt wurde.
Bis Mitte der achtziger Jahre nahm die ökonomische Heterogenität der Gemeinschaft durch die Süderweiterung weiter zu. In diesem Zeitraum kam es zu einer Reihe von Abwertungen. Die zweite Hälfte war hingegen durch eine relative Ruhe an den europäischen Währungsmärkten gekennzeichnet, da sich die Teilnehmerländer zunehmend an der Stabilitätspolitik der deutschen Bundesbank orientierten. Durch die Abwertungen der italienischen und britischen Währungen geriet das europäische Währungssystem Anfang der neunziger Jahre erneut in eine Krise. Gleichzeitig wurden auch der portugiesische Escudo und die spanische Peseta deutlich abgewertet. Weitere Abwertungen dieser beiden sowie auch anderer EWS-Währungen folgten. Am 02. August 1993 einigten sich die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der
immer
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Euro-$
08 1
06 13. März 1979 Europäisches Währungssystem(EWS) 0,4 01. Januar 1981 Griechenland Mitglied der EG
0,2 O1. Januar 1986
Spanien und Portugal Mitglied der EG
01.81
02.01.78
02.01.76 02.01.77 02.01.79 02.01.80 2.
02.01.83 02.01.84 02.01.85 02.01.86 02.01,8
02.01.88
0
02.01.89
02.01.91
m S $ &
02.01.92
02.01.93
September 1992 Pfund und Lira scheiden aus EWS aus
02.01.94
02. August 1993 Bandbreite des EWS auf 15%
02.01.95
02.01.96
01. November 1993 Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages
02.01.97
04. Januar 1999 Einführung Euro Geschäftsaufnahme der EZB
02.01.98 02.01.99 02.01.00
Die Abbildung zeigt, dass auch schon in den achtziger und neunziger Jahren der aus den europäischen
Währungen gebildete Warenkorb in seinem Kurs zum Dollar schwankte.
Das hatte weltwirtschaftliche und politische Ursachen.
Europäischen Union daraufhin, die Schwankungsbreite des EWS von 2,25 auf 15 Prozent (Ausnahme DEM/NLG) zu erweitern. Dies führte zunächst wieder zu einer Beruhigung der Märkte, da der flexiblere Wechselkursmechanismus eine bessere Anpassung an die nach wie vor relativ unterschiedlichen realen wirtschaftlichen Entwicklungen der nationalen Staaten ermöglichte. Mit den Anstrengungen, die europäische Integration nach Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages(01. November 1993) weiter voranzubringen, konnte sich auch der Wert des Währungskorbes weiter erholen. Ab Anfang des Jahres 1996 setzte jedoch eine kontinuierliche Abwertung ein. Erst im Vorfeld der Einführung des Euros am 04. Januar 1999 wurde die Festsetzung der Euro-Dollar Parität am oberen Ende einer möglichen Bandbreite vom Markt
vorweggenommen.
Seit diesem Zeitpunkt befindet sich der Euro in einer stetigen Abwertung. Man muss aber anmerken, dass derartige zyklische Entwicklungen auch in der Zukunft zu beobachten sein werden und sich im Kurs des Euro zum Dollar widerspiegeln. Innerhalb des großen europäischen Währungsraumes wird aber die Abhängigkeit von der Entwicklung des Dollars abnehmen.
Bert Helwing/Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
02.01.01
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Abb.:zg.