Heft 
(1.1.2019) 12
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Titel

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Brandenburg ist vorbereitet

In der Landeszentralbank läuft alles nach Plan

Auch im Land Brandenburg laufen die Vorbereitungen auf die Wäh­rungsumstellung auf vollen Touren. Portal-Redakteurin Petra Görlich wollte wissen, wie es um die Einhaltung des Zeitplans steht und welche Aufgaben noch zu bewältigen sind. Friedhelm Meier, Leiter der Abtei­lung Organisation bei der Landeszentralbank in Berlin und Branden­burg und zugleich Euro-Beauftragter für das Land, gab dazu als Gast­autor für die Leser der Universitätszeitung bereitwillig Auskunft.

eutschland steht vor der größten Geld­D umtauschaktion seiner Geschichte. Am

31. Dezember verliert die Deutsche Mark ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmit­tel. Diese Funktion übernimmt ab ı. Januar der Euro. Deutschlandweit werden 4,3 Milliarden Scheine im Gesamtwert von rund 265 Milliar­den Euro sowie 17 Milliarden Münzen im Wert von 5,3 Milliarden Euro und einem Gewicht von 78500 Tonnen in Umlauf gebracht.

Die Einführung des Euro-Bargeldes ist auch für die Landeszentralbank in Berlin und Bran­denburg eine große rung. Inzwischen sind alle für eine erfolgreiche

ogistische Herausforde­

Bargeldumstellung notwendigen Maßnahmen getroffen, einschließlich der der Errichtung eines externen Münzlagers, um die Masse der

auszugebenden Euro-Münzen und der zurück­fließenden DM-Münzen zu bewältigen. Seit dem 1. September 2001 läuft die Vorabausstattung, das so genannte Frontloading, der Kreditinstitu­te, die ihrerseits wiederum die Geschäftskund­schaft im Rahmen des so genannten Sub-Front­loading vorzeitig versorgen können. Bis Ende

November waren bereits rund 40 Prozent der im Voraus unverbindlich bestellten Euro-Noten und sogar 90 Prozent der Euro-Münzen von den Kre­ditinstituten übernommen worden. Dabei stellte sich aber auch heraus, dass die Bedarfsschätzun­gen der Bundesbank bezüglich der einzelnen

Friedhelm Meier arbeitet bei der Landeszentralbank

Foto: privat

Notenstückelungen und damit auch die Druckaufträge zu Gunsten der kleineren Werte wie 5- und 10- Euro-Noten korrigiert werden mussten. Zum Ende des Jahres konzentrieren sich die Banken nun verstärkt auf das Frontloa­ding der Noten, weil die von der Bundesbank geforderte Versicherung der Euro-Bestände doch

ein erheblicher Kostenfaktor ist.

Ab 17. Dezember hat auch der Bürger die Möglichkeit, die ersten Euro-Münzen in Form einer Münzhaushaltsmischung(Starter Kit) in Empfang zu nehmen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Folienbeutel, der eine Mischung von 20 Euro-Münzen mit einem Wert von 10,23 beinhaltet und ab diesem Tag gegen 20 DM bei Banken und Sparkassen erhältlich ist.

Aber nicht nur die Ausgabe der Euro-Noten und-Münzen, sondern auch die Rücknahme der DM-Währung hat so manches Problem beschert. Selbst bei angenommenen Schwundquo­

Die gute alte

ten von fünf Prozent bei den

Noten beziehungsweise über 40 Prozent bei den Münzen erwartet die Landeszentralbank in Deutschland einen Rückfluss von 2,6 Milliarden Scheinen im Wert von rund 266 Milliarden DM sowie von 28,5 Milliarden Münzen im Wert von 9,5 Milliarden DM und einem Gesamtgewicht von 98500 Tonnen. Die Noten werden von unse­ren Hochleistungsmaschinen innerhalb von etwa vier Monaten vollständig geschreddert. Das Schreddergut wird anschließend in dem Verwer­tungszentrumSchwarze Pumpe zu Methanol verarbeitet. Für das Entsorgen der Münzen wird ein Zeitrahmen von etwa zwei Jahren veran­schlagt. In dieser Zeit werden die Münzen gezählt, deformiert und über das Entsorgungs­unternehmen VEBEG Metallschmelzen oder dem Schrotthandel zugeführt.

Die D-Mark geht. Der Euro kommt. Würden

alle neuen Noten aufge­

türmt, ergäbe dies einen

Stapel in 55-facher Höhe des Mount Everest,

D-Mark wird Müll

Im Januar beim Einkauf nicht vergessen: Eine gut geputzte Brille und ein übersichtliches Portmo­nee, in das die neuen

Scheine passen.