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(1.1.2019) 12
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Bessere Karten für Frühaufsteher

Parkplatznot an fast allen Uni-Standorten

Die Parkplatz-Situation am Uni-Standort Griebnitzsee stellt die Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe.

Eine schnelle Lösung des Problems ist nicht in Sicht.

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Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das erfahren täglich Unimitarbeiter und Studierende aufs Neue, wenn sie stressgeplagt die erste Hürde am Arbeitstag nehmen: die der erfolgreichen Suche eines Parkplatzes. Eine reale Chance haben nur die Frühaufsteher.

enn ab 9.00 Uhr wirds eng. Das Park­D Chaos an den Einrichtungen nimmt sei­

nen Lauf. Das allerdings bietet Facetten. Während in Golm bei viel Glück Lücken zu fin­den sind, führen die Autofahrer Am Neuen Palais und vor allem in der August-Bebel-Straße während des Vorlesungszeitraums einen oft ver­zweifelten Kampf um die nötige Stellfläche für die eigenen vier Räder. Das Ordnungsamt freut es. Kommt so doch Geld ins leere Stadtsäckle.

Griebnitzsee Spitze An der Universität Potsdam studieren rund

13000 junge Leute, circa 1500 Mitarbeiter sind an der Einrichtung beschäftigt.Damit müssten

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eigentlich nach den üblichen Maßstäben etwa 1800 Stellflächen zur Verfügung stehen, damit es nicht zum Auto-Kollaps um die Hochschule herum kommt, rechnet Gert Kunze, Leiter des Uni-Referats Hausverwaltung, vor. Doch die gibt es nicht. Genau 500 jener begehrten Stellplätze fehlen. Spitzenreiter im Desaster bildet der Uni­Komplex Griebnitzsee. Den Standort frequentie­ren nach Experten-Schätzungen täglich 6000 Personen. Für sie gibt es- ohne die am Hasso­Plattner-Institut geschaffenen Parkmöglichkei­ten- ganze 160 Abstellflächen. Die Anwohner in der Umgebung müssen nun der Lage Tribut zollen. Ihre Straßen sind verstopft, es hagelt Beschwerden. Eine Lösung des Problems ist der­zeit nicht in Sicht. Ob sich hieran mit dem Bau

Foto: Archiv

Vermischtes

www.uni-potsdam.de/portal/dezo1/vermischtes

des neuen Hörsaalgebäudes etwas ändert, steht noch in den Sternen. Die Planungsverhandlun­gen dazu laufen.

Am Hauptstandort Neues Palais bietet sich dem Betrachter ein nicht minder buntes Bild. Doch während in Babelsberg die Gegebenheiten tatsächlich zu manchmal kuriosem Einfallsreich­tum zwingen, bleiben hier sogar Reserven unge­nutzt. Immerhin gibt es für alle Hochschulange­hörigen im Semesterbetrieb laut Vereinbarung mit der Schlösserstiftung 200 kostenlose Plätze auf dem Gesamtparkplatz am Wildpark. Der Dienstausweis reicht, um die Offerte in Anspruch zu nehmen. Gähnende Leere vor allem auf dem hinteren Teil des Platzes zeugt jedoch von wenig Interesse am Angebot. Man parkt viel lieber vor der Institutstür, auch wenn der Außenspiegel bei der gegebenen Enge schon mal draufgeht.

Im abseits vom Landeshauptstadttrubel gele­genen Golm dagegen halten sich Abenteuer und Vernunft nach Aussagen Betroffener die Waage. Wir kommen hier irgendwie hin, bestätigt auch Kunze. Am Standort sorgen täglich durch­schnittlich fast 4500 Menschen für geschäftiges Treiben. Etwa 650 Parkplätze gibt es.

Alternativen

Wie groß die Blechkarawane wirklich ist, die Tag um Tag auf die Uni zurollt, weiß keiner genau. Klar aber ist, dass gegenwärtig so manches Auto zu Hause stehen bleibt. Der Grund: sogar das Semesterticket wirkt. Der Ansturm auf die öffentlichen Verkehrsmittel hat zugenommen. Till Meyer vom AStA sieht die Lage deshalb weit­gehend entspannt.Anzuregen wäre jetzt ledig­lich eine größere Rücksicht der Autofahrer gegenüber den unmotorisierten Studis, sagt er in diesem Zusammenhang. Auch Prof. Dr. Roland Oberhänsli, Dekan der Mathematisch­Naturwissenschaftlichen Fakultät, sieht keinen Handlungsbedarf in Sachen Parkplätze. Erst müssten, so der Wissenschaftler, neue Hörsaal­gebäude entstehen, bevor dies Thema sein kön­ne. Die öffentlichen Verkehrsmittel seien eine vernünftige Alternative. Nach Golm, wohin suk­zessive die Naturwissenschaftler ziehen, fahren die Busse der Linien 605, 606, sogar Eilbusse sowie die Regionalbahn 21. pg

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