Heft 
(1.1.2019) 01
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Interdisziplinarität ein Schlüssel zum Erfolg

Universität Potsdam mit starker Erdwissenschaft

Fast täglich verkünden die Medien, was längst schon kein Geheimnis mehr ist. Die menschliche Gesellschaft steht immer wieder vor neuen, scheinbar zunehmend brisanteren Herausforderungen. Dafür sorgen nicht nur Kriege oder Wirtschaftskrisen, sondern leider auch Natur­katastrophen verschiedenster Art. Ob schwere Erdbeben, ausbrechende Vulkane, Hochwasser, schlimme Bergstürze, rasche Klimawechsel, Wald­brände ungeahnten Ausmaßes, die Folgen sind oftmals verheerend. Bei der Bewältigung der mit jenen Ereignissen verbundenen theoretischen und praktischen Problemstellungen sind heute stärker denn je Experten unterschiedlicher Fachrichtungen gefragt.

I n vorderster Front stehen dabei Geographen,

Geologen, Geoökologen, Mineralogen, Geo­physiker. Sie sind es, die auf die vielen drän­genden Fragen der Gegenwart Antworten finden müssen. Ausgebildet werden sie in Deutschland an zahlreichen Unis klassischen Zuschnitts, so auch in Potsdam. Doch die Lehre ist nur eine Seite. In der Alma mater der brandenburgischen Landeshauptstadt wird die Forschung in Sachen Erdwissenschaft groß geschrieben. An der Uni­versität Potsdam bestehen gleich drei Institute, die sich erdwissenschaftlicher Lehre und For­schung widmen, die Institute für Geographie,

Geowissenschaften und Geoökologie. Alle drei befinden sich auf dem Universitätsgelände in

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Künftige Geowissen- schaftler in Aktion: Stu­denten beobachten mag­matische Entmischungs­phänomene in einem Gang in den Sedimen­ten am Südende der Tor- res del Paine Intrusion in Pentagonien.

Golm, das unmittelbar an den dortigen Wissen­schaftspark grenzt. Insgesamt studieren hier in diesem Wintersemester fast 750 junge Leute, über 300 davon am Institut für Geographie, das auch Lehrer ausbildet. Das Fach Geoökologie haben 237 Abiturienten gewählt, am geowissen- schaftlichen Institut studieren fast 200 ihrer Kommilitonen.Die Studentenzahlen sind für eine so kleine Uni wie die unsrige extrem hoch, schätzt Prof. Dr. Roland Oberhänsli, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakul­tät, ein,und wir verzeichnen eine stetig zuneh­mende Nachfrage, was uns sehr freut.

Eigene Wege

Dass die Abiturienten verstärkt nach Potsdam- Golm kommen, ist kein Zufall. Finden sie doch hier Studiengänge, deren Akzente reizen. So gibt es beispielsweise neben der Möglichkeit, den Magister in der Geographie abzulegen, die Offer­te, Regionalwissenschaften zu belegen. Ein rela­tiv neues, innovatives und stark interdisziplinä­res Angebot. Dahinter verbirgt sich ein Studien­gang, in dem vor allem humangeographische, geoökologische, geologische und Naturschutzas­pekte sowie wirtschaftswissenschaftliche, sozia­lökologische und auch juristische Aspekte ver­mittelt werden. Im Gegensatz zu ähnlichen Stu­diengängen in der Republik erfolgt hier aller­dings keine Konzentration auf eine bestimmte Region. Es geht um regionale Sachverhalte im Allgemeinen, VielEigensinn welche sich auf verschiedene bei der Ausbildung andere Regionen übertragen lassen. Auch die Geoökologie wartet mit eigener Handschrift auf.Das Fach gibt es zwar an ande­ren Standorten auch, aber nur wenige bieten eine so naturwissenschaftliche Ausrichtung wie wir, erklärt der Universitätsprofessor dazu. Viel Eigensinn beweisen die Potsdamer ebenfalls bei der Ausbildung der künftigen Geowissen- schaftler. Anders als sonst üblich, müssen alle Studierenden zunächst ein gemeinsames Grund­studium absolvieren, das die Mathematik ebenso beinhaltet wie die Physik oder die Chemie. Danach können sie wählen, welchen Abschluss sie im Hauptstudium anstreben, den als Diplom- Geologen, -Mineralogen oder -Geophysiker.

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