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Interdisziplinarität ein Schlüssel zum Erfolg
Universität Potsdam mit starker Erdwissenschaft
Fast täglich verkünden die Medien, was längst schon kein Geheimnis mehr ist. Die menschliche Gesellschaft steht immer wieder vor neuen, scheinbar zunehmend brisanteren Herausforderungen. Dafür sorgen nicht nur Kriege oder Wirtschaftskrisen, sondern leider auch Naturkatastrophen verschiedenster Art. Ob schwere Erdbeben, ausbrechende Vulkane, Hochwasser, schlimme Bergstürze, rasche Klimawechsel, Waldbrände ungeahnten Ausmaßes, die Folgen sind oftmals verheerend. Bei der Bewältigung der mit jenen Ereignissen verbundenen theoretischen und praktischen Problemstellungen sind heute stärker denn je Experten unterschiedlicher Fachrichtungen gefragt.
I n vorderster Front stehen dabei Geographen,
Geologen, Geoökologen, Mineralogen, Geophysiker. Sie sind es, die auf die vielen drängenden Fragen der Gegenwart Antworten finden müssen. Ausgebildet werden sie in Deutschland an zahlreichen Unis klassischen Zuschnitts, so auch in Potsdam. Doch die Lehre ist nur eine Seite. In der Alma mater der brandenburgischen Landeshauptstadt wird die Forschung in Sachen Erdwissenschaft groß geschrieben. An der Universität Potsdam bestehen gleich drei Institute, die sich erdwissenschaftlicher Lehre und Forschung widmen, die Institute für Geographie,
Geowissenschaften und Geoökologie. Alle drei befinden sich auf dem Universitätsgelände in
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Künftige Geowissen- schaftler in Aktion: Studenten beobachten magmatische Entmischungsphänomene in einem Gang in den Sedimenten am Südende der Tor- res del Paine Intrusion in Pentagonien.
Golm, das unmittelbar an den dortigen Wissenschaftspark grenzt. Insgesamt studieren hier in diesem Wintersemester fast 750 junge Leute, über 300 davon am Institut für Geographie, das auch Lehrer ausbildet. Das Fach Geoökologie haben 237 Abiturienten gewählt, am geowissen- schaftlichen Institut studieren fast 200 ihrer Kommilitonen. „Die Studentenzahlen sind für eine so kleine Uni wie die unsrige extrem hoch“, schätzt Prof. Dr. Roland Oberhänsli, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, ein, „und wir verzeichnen eine stetig zunehmende Nachfrage, was uns sehr freut“.
Eigene Wege
Dass die Abiturienten verstärkt nach Potsdam- Golm kommen, ist kein Zufall. Finden sie doch hier Studiengänge, deren Akzente reizen. So gibt es beispielsweise neben der Möglichkeit, den Magister in der Geographie abzulegen, die Offerte, Regionalwissenschaften zu belegen. Ein relativ neues, innovatives und stark interdisziplinäres Angebot. Dahinter verbirgt sich ein Studiengang, in dem vor allem humangeographische, geoökologische, geologische und Naturschutzaspekte sowie wirtschaftswissenschaftliche, sozialökologische und auch juristische Aspekte vermittelt werden. Im Gegensatz zu ähnlichen Studiengängen in der Republik erfolgt hier allerdings keine Konzentration auf eine bestimmte Region. Es geht um regionale Sachverhalte im Allgemeinen, Viel „Eigensinn“ welche sich auf verschiedene bei der Ausbildung andere Regionen übertragen lassen. Auch die Geoökologie wartet mit eigener Handschrift auf. „Das Fach gibt es zwar an anderen Standorten auch, aber nur wenige bieten eine so naturwissenschaftliche Ausrichtung wie wir“, erklärt der Universitätsprofessor dazu. Viel „Eigensinn“ beweisen die Potsdamer ebenfalls bei der Ausbildung der künftigen Geowissen- schaftler. Anders als sonst üblich, müssen alle Studierenden zunächst ein gemeinsames Grundstudium absolvieren, das die Mathematik ebenso beinhaltet wie die Physik oder die Chemie. Danach können sie wählen, welchen Abschluss sie im Hauptstudium anstreben, den als Diplom- Geologen, -Mineralogen oder -Geophysiker.
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