Titel
gen in Regionen solch langsamer Deformationen wie sie für Deutschland typisch sind.
Eine verwandte gefährdungsrelevante Frage, mit der sich Geowissenschaftler der Universität Potsdam intensiv beschäftigen, ist die Abschätzung möglicher Erdbebenerschütterungen an kritischen Standorten wie etwa Nuklearanlagen.
Hierzu ist die Kenntnis der oberflächennahen Erschütterungsfahigkeit des
Untergrundes eine wichtige Kostenlose seismische Quelle: Voraussetzung. Statt aufwendi- Natürliche Bodenunruhe ge und teure Sprengungen zur Strukturerkundung zu bemühen, setzen die Potsdamer Seismologen allerdings auf eine kostenlose seismische Quelle: natürliche Bodenunruhe. Diese unter anderem von Wind, Verkehr,
Meeresbrandung und Industrie angeregten seismischen Signale lassen sich so analysieren, dass sich die elastische Struktur des Untergrundes bestimmen lässt und die Erschütterungsfähigkeit abgeschätzt werden kann. Voraussetzung ist dabei jedoch, dass der „Wellensalat“ der Bodenunruhe in unterschiedliche Anteile zerlegt werden kann. Dies geschieht in Potsdam mit Hilfe eines mobilen Messungsgerätes, dem so genannten seismischen Arrays. Mit diesem Gerät sind Auswertungen möglich, die in ähnlicher Form zur seismologischen Überwachung unterirdischer Nuklearexplosionen verwendet werden.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit des Auftretens starker Erdbeben in Deutschland im Vergleich zu Regionen wie Kalifornien oder Japan gering ist: Die Auswirkungen eines solchen Bebens könnten dramatisch sein, wenn kritische Regionen, etwa Ballungsräume oder spezielle Anlagen betroffen wären. Erdbebenvorsorge tut deshalb auch in Deutschland Not. Geowissenschaftler der Universität Potsdam leisten mit ihrer Forschung dazu einen Beitrag.
Prof. Dr. Frank Scherbaum
Erste Absolventen
Die erste Gruppe von Studierenden hat im Sommer vergangenen Jahres am Institut für Geowissenschaften ihr Geophysik-Diplom im 1994 neu eingerichteten Studiengang Geowissenschaften erhalten. Damit ist nun ein weiterer Schritt beim Aufbau des Instituts für Geowissenschaften auch in der Lehre vollzogen. Die Themen der ersten Potsdamer Geophysik-Diplomarbeiten waren weit gestreut und reichten von der Untersuchung der Struktur der Erdkruste und des Erdmantels in Nordnorwegen (Jens Höhne) über Untersuchungen zur Wellenausbreitung in der Chile- Peru-Subduktionszone (Sebastian Martin) bis hin zur Untersuchung multivariater Korrelationen von vulkanischen Monitoring Parametern (Gudrun Richter). Red.
Frank Scherbaum bekleidet am Institut für Geowissenschaften der Uni Potsdam die Professur für Geophysik.
Veranstaltungen im Jahr der Geowissenschaften
Zentralveranstaltungen
17. bis 2i. April
Thema „Luft“ im Hauptbahnhof Leipzig
5. bis 9. Juni
Thema „Feuer“
Auf dem Kölner Neumarkt
22 . bis 28. August
Thema „Wasser“
Bremen
Großveranstaltungen
5. bis 9. Juni
Thema: „Eis und Meer“
Bremerhaven
20. bis 22. Juni
Thema: “All you need is... Steine, Wasser, Boderf Hannover
27. bis 29. Juni
Thema: „Wann kommt die nächste Eiszeit?' Potsdam
n. bis 15. September
Thema: “ Welt des Wassers“
Berlin
16. bis 20. September
Thema: „Geotechnik“
Frankfurt
2i. bis 24. September
Thema: „Kosmos - Erde - Leben“ Halle/Saale
6. Oktober
Thema: „Tag des Geotops“
Bundesweit
li. bis 12. Oktober
Thema: „Naturkatastrophen - Desaster Management' 1 Karlsruhe
7. bis 8. November
Thema: „Menschenwelten - Zukunft Erde“ Bonn
Mehr dazu unter http://www.planeterde.de
Portal 1-2/02