Heft 
(1.1.2019) 01
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Titel

gen in Regionen solch langsamer Deformatio­nen wie sie für Deutschland typisch sind.

Eine verwandte gefährdungsrelevante Frage, mit der sich Geowissenschaftler der Universität Pots­dam intensiv beschäftigen, ist die Abschätzung möglicher Erdbebenerschütterungen an kriti­schen Standorten wie etwa Nuklearanlagen.

Hierzu ist die Kenntnis der oberflächennahen Erschütterungsfahigkeit des

Untergrundes eine wichtige Kostenlose seismische Quelle: Voraussetzung. Statt aufwendi- Natürliche Bodenunruhe ge und teure Sprengungen zur Strukturerkundung zu bemühen, setzen die Potsdamer Seismologen allerdings auf eine kos­tenlose seismische Quelle: natürliche Bodenun­ruhe. Diese unter anderem von Wind, Verkehr,

Meeresbrandung und Industrie angeregten seis­mischen Signale lassen sich so analysieren, dass sich die elastische Struktur des Untergrundes bestimmen lässt und die Erschütterungsfähig­keit abgeschätzt werden kann. Voraussetzung ist dabei jedoch, dass derWellensalat der Bode­nunruhe in unterschiedliche Anteile zerlegt wer­den kann. Dies geschieht in Potsdam mit Hilfe eines mobilen Messungsgerätes, dem so genannten seismischen Arrays. Mit diesem Gerät sind Auswertungen möglich, die in ähn­licher Form zur seismologischen Überwachung unterirdischer Nuklearexplosionen verwendet werden.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit des Auftre­tens starker Erdbeben in Deutschland im Ver­gleich zu Regionen wie Kalifornien oder Japan gering ist: Die Auswirkungen eines solchen Bebens könnten dramatisch sein, wenn kriti­sche Regionen, etwa Ballungsräume oder spe­zielle Anlagen betroffen wären. Erdbebenvor­sorge tut deshalb auch in Deutschland Not. Geowissenschaftler der Universität Potsdam leisten mit ihrer Forschung dazu einen Beitrag.

Prof. Dr. Frank Scherbaum

Erste Absolventen

Die erste Gruppe von Studierenden hat im Sommer vergangenen Jahres am Institut für Geowissenschaften ihr Geophysik-Diplom im 1994 neu eingerichteten Studiengang Geowissenschaften erhalten. Damit ist nun ein weiterer Schritt beim Aufbau des Instituts für Geowissenschaften auch in der Lehre vollzogen. Die Themen der ersten Potsdamer Geophy­sik-Diplomarbeiten waren weit gestreut und reichten von der Untersu­chung der Struktur der Erdkruste und des Erdmantels in Nordnorwegen (Jens Höhne) über Untersuchungen zur Wellenausbreitung in der Chile- Peru-Subduktionszone (Sebastian Martin) bis hin zur Untersuchung multivariater Korrelationen von vulkanischen Monitoring Parametern (Gudrun Richter). Red.

Frank Scherbaum beklei­det am Institut für Geo­wissenschaften der Uni Potsdam die Professur für Geophysik.

Veranstaltungen im Jahr der Geowissenschaften

Zentralveranstaltungen

17. bis 2i. April

ThemaLuft im Hauptbahnhof Leipzig

5. bis 9. Juni

ThemaFeuer

Auf dem Kölner Neumarkt

22 . bis 28. August

ThemaWasser

Bremen

Großveranstaltungen

5. bis 9. Juni

Thema:Eis und Meer

Bremerhaven

20. bis 22. Juni

Thema:All you need is... Steine, Wasser, Boderf Hannover

27. bis 29. Juni

Thema:Wann kommt die nächste Eiszeit?' Potsdam

n. bis 15. September

Thema: Welt des Wassers

Berlin

16. bis 20. September

Thema:Geotechnik

Frankfurt

2i. bis 24. September

Thema:Kosmos - Erde - Leben Halle/Saale

6. Oktober

Thema:Tag des Geotops

Bundesweit

li. bis 12. Oktober

Thema:Naturkatastrophen - Desaster Management' 1 Karlsruhe

7. bis 8. November

Thema:Menschenwelten - Zukunft Erde Bonn

Mehr dazu unter http://www.planeterde.de

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