Heft 
(1.1.2019) 03
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Wegkommen vomJeder macht seins

PISA regt zum Nachdenken über universitäre Bildungsstandards an

Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche hat kürzlich als eine Maßnahme in Auswertung der PISA-Studie vorgeschlagen, bundesweit Mindest­bildungsstandards für die Schule zu erarbeiten, sogenannte Kerncurricula. Sollte nicht auch über Kerncurricula für den Hochschulbereich nachge­dacht werden? Schließlich schlägt Schule zumin­dest an unserer Universität notwendigerweise auf die Lehrerbildung durch.

in jeder Studierende wüsste doch wohl

gern, was für ihn in Anbetracht seiner A beruflichen Absicht Basiswissen und können darstellt, was er ferner studieren muss, um nach dem Studium lebenslang problemlos weiterlernen zu können und welche Angebote seiner Hochschule er interessengebunden außerdem noch nutzen könnte. Gäbe es wissens­und kompetenzbezogene Kerncurricula, dann wüsste er es...

Nun werden sich Lehrkräfte autonomer Hoch­schulen von niemandemhöheren Orts vor­schreiben lassen, welche Studieninhalte sie ihren Studenten anbieten sollten und welche nicht. Auch dürften spezifisch auf unterschiedli­che Berufsziele zugeschnittene Grundvorlesun­gen schon aus finanziell-personellen Gründen abu sein. Doch steht andererseits fest, dass es nicht möglich ist, für unterschiedliche Berufe

zum Beispiel Diplomchemiker oder Chemie­:achlehrer auf gleiche Weise effizient auszubil­

den.

Für einen zukünftigen Diplomchemiker dürfte dermathematische Apparat der chemischen

Thermodynamik zum fachlichen Kerncurricu­

um gehören. Für den Fachlehrer wäre vielleicht nicht viel mehr nötig, als die thermodynami­schen Hauptsätze und ihre Anwendung zu ken­nen. Man fragt sich sowieso, was einen Chemie­Lehramtsstudenten treibt, im Rahmen seiner Diplomarbeit ehrgeizig monatelang als Fachfor­scher komplizierte, völlig schulfremde Substanz­strukturuntersuchungen durchzuführen, anstatt sich beispielsweise lernpsychologisch damit zu

befassen, wie er die für sein Fach massenhaft

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