Heft 
(1.1.2019) 03
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Forschung www.uni-potsdam.de/portal /apro2/forschung

Rebeca Fernandez-Trujillo fühlt sich am Potsdamer Institut für Chemie wohl.

Von Caracas

nach Sanssouci

Venezuelanerin promoviert auf dem Gebiet der Laserspektroskopie

Studierende und Doktoranden aus aller Welt sind an der Universität Potsdam nichts Unge­wöhnliches. Rebeca Fernandez-Trujillo fällt aller­dings kaum auf. Ihre Gesichtszüge ähneln nicht denen einer venezuelanischen Mestizin, denn ihre Eltern sind Spanier, ausgewandert während der Franco-Diktatur. Überhaupt wirkt Sie nicht übertrieben charismatisch, sie erscheint ruhig, konzentriert, immer freundlich, ja fast mütter­lich, obwohl an eigene Kinder vor Abschluss der Promotion in einigen Jahren nicht zu denken ist leider, sagt die 34-Jährige.

it ihrer Gitarre im Gepäck hat sie Mister ein gutes Stück von der Welt ge­

sehen. Sie kam nämlich nicht imDi­rektflug nach Potsdam. Nachdem sie in der Hei­mat drei Jahre Chemielaborantin gelernt hatte, führte ihr Weg dank eines Austauschprogramms und eines Stipendiums an die Karazin-Univer­sität ins ukrainische Charkov. Russisch galt es erst einmal zu lernen, und nebenbei auch etwas Politologie und Philosophie. Dann schloss sich ein fünfjähriges Chemiestudium an, mit Spezi­alrichtung analytische Chemie. 1996 schließlich hatte sie ihr Diplom in der Tasche.

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Mich interessiert vor allem die Erhaltung der Umwelt, und so hatte ich mich schon in meiner Diplomarbeit mit der Kontrolle des Wassers von Atomkraftwerken befasst, erklärt Rebeca ihren Hang zur analytischen Chemie. Eigentlich woll­te die junge Chemikerin nach Caracas zurück, aber da schlug in Berlin die Liebe zu. Sie lernte ihren deutschen Mann kennen, heiratete ein Jahr später, lernte Deutsch und jobbte bis zur amt­lichen Anerkennung ihres Chemiediploms zwei Jahre auf einer Sozialstation.

Auf der Suche nach Promotionsmöglichkei­ten gelangte sie durch Vermittlung des Potsda­mer Physikochemikers Prof. Dr. Bechmann zu Prof. Dr. Hans-Gerd Löhmannsröben nach Erlangen. In einem viermonatigen Praktikum lernte sie dort die moderne Lasermesstechnik kennen. Schließlich kam sie im achtköpfigen Gefolge von Löhmannsröben im Sommersemes­ter 2000 ans Institut für Chemie. Hier fühlt sie sich wohl.Wir haben uns alle schon in Erlan­gen gut verstanden, als junges Team ohne irgendeine Hierarchie, schwärmt die Venezue­lanerin, und vergisst nicht zu erwähnen, dass ihr Professor auch gern mal mit der Truppe feiert, wenn wieder etwas gelungen ist.

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Auf Umlaufbahn

Es hat geklappt. Nach zunächst vorhandenen wetterbedingten Startschwierigkeiten umkrei­sen nun die SatellitenTom undJerry die Erde. Das Know-how für das ZwillingspaarGra­ce kommt aus Potsdam, denn das GeoFor­schungsZentrum(GFZ) war maßgeblich an sei­ner Entwicklung beteiligt. Die beiden Satelliten sollen genaueste Daten über das Schwerefeld der Erde übermitteln. Dazu umkreisen sie diese in einer Höhe von fast 500 Kilometern. Ihr Einsatz soll fünf Jahre dauern.

Grace ist der Nachfolger des Satelliten Champ, der bereits seit Juli 2000 das Erd­schwerefeld vermisst. Die wissenschaftliche Aus­wertung der jetzigen Mission erfolgt durch das Potsdamer GFZ und das Center for Space Rese­arch(CSR) an der Texas University in Austin. Das Projekt selbst ist ein Gemeinschaftsvorha­ben der amerikanischen Weltraumbehörde NASA und des Deutschen Zentrums für Luft­und Raumfahrt(DLR). Red.

Die Originale: Tom und Jerry in Aktion.

Als Fan von Altbauten liebt Rebeca Potsdam, besonders das Brandenburger Tor und das Hol­ländische Viertel. Wenn ihr Mann mitzöge, wür­de sie auch gern hier wohnen. So fährt sie fast jeden Tag von Berlin-Schöneberg nach Golm, setzt ihr Laserspektrometer in Gang, untersucht im Rahmen ihres Dissertationsthemas zahlrei­che Bodenproben aus unterschiedlichen Regio­nen auf Dieselöl und andere Kontaminanten, wertet Computerdaten aus.

In der Freizeit, vor allem am Wochenende, besucht sie die Oper oder kleine Kinos. Zusam­men mit ihrem Mann spielt sie in einer Volley­ball-Mannschaft, und manchmal zieht es sie auch sonn- und feiertags ins Brandenburgische bei erholsamen Touren auf dem Fahrrad. Natürlich habe ich oft auch Heimweh, vor allem zu Weihnachten, verrät die Doktorandin. Im Sommer will sie ihre Eltern und ihre beiden Brü­der wieder besuchen.

ak

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