Universitätsbibliothek
vor dem Aus
Es fehlt über eine Million Euro für die Beschaffung aktueller Literatur
Ohne neueste Forschungsliteratur in der Bibliothek nutzen zu können, funktioniert ein Studium nicht.
Obwohl die Universität Potsdam auf einen erfolgreichen Aufbau einer modernen und leistungsfähigen Bibliothek verweisen kann, steht es um die Zukunftsaussichten der Einrichtung derzeit Schlecht. Ab 2003 läuft für die Potsdamer Universität- wie für alle Hochschulbibliotheken der neuen Bundesländer- die von Bund und Länder bereitgestellte Büchergrundfinanzierung aus. Dies hat zur Folge, dass der Etat der Universitätsbibliothek auf ein Drittel des bisherigen Volumens schrumpft. Um jedoch weiter einen anspruchsvollen Standard des Bestandes halten zu können, fehlen mindestens 1,1 Millionen€. In diesem Zusammenhang gibt es eine Resolution des Rektorats und der Kommission für Bibliothekswesen der Universität Potsdam zur Informations- und Literaturversorgung, die öffentlich wurde. In ihr heißt es:
Die Hochschulbibliotheken des Landes Brandenburg stehen vor dem Aus- und warum? Ab 2003 läuft für alle Hochschulbibliotheken der neuen Bundesländer die von Bund und Länder bereitgestellte Büchergrundfinanzierung aus, was zur Folge hat, dass der Etat der Universitätsbibliotheken auf ein Drittel des bisherigen Volumens schrumpft. Dieser beispiellose Absturz der Literaturerwerbungsmittel auf knapp 30 Prozent des bisherigen Volumens— in Verbindung mit überproportional hohen Preissteigerungen für wissenschaftliche Literatur— bedeutet für die Universitätsbibliothek Potsdam, dass für die Anschaffung von Fachbüchern pro Student nur Noch zehn Euro statt bislang 30 Euro zur Verfü
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gung stehen. Waren es pro Jahr für die Anschaffung von Forschungsliteratur(Zeitschriftenabonnements oder Monographien) im Durchschnitt 9.300€ pro Professur, sind es jetzt nur noch maximal 1.500€. Außerdem muss das Angebot an elektronischen Medien auf ein Viertel des bisherigen Umfangs(von 250.000€ auf 62.500€) reduziert werden.
Dieser erdrutschartige Einbruch des Erwerbungsetats lässt an der Universität Potsdam ab 2003 erwarten, dass die Attraktivität des Hochschulstandorts in fataler Weise gemindert(Verlängerung der Studienzeiten, Abwanderung von Forschenden und Lehrenden, fehlende Berufungsmittel für Neubesetzungen) und die seit zwölf Jahren getätigten Investitionen in den Literatur- und Medienbestand der Universitätsbibliothek einschneidend und irreparabel beschädigt werden. Darüber hinaus unterliegen nun die Maßnahmen zur Innovation des Informationsangebots(E-Journals, Datenbanken etc.) massiven Gefährdungen und es ist schließlich zu befürchten, dass die Universität Potsdam nicht mehr konkurrenz- und kooperationsfähig ist.
Die Uni Potsdam und die anderen Hochschulen des Landes Brandenburg haben sich seit langem bemüht, die verantwortlichen Politiker des Landes Brandenburg für dieses Problem zu sensibilisieren und ein Lösung zu finden. Doch bisher sind alle Bemühungen gescheitert. So meinen SPD und CDU mit ihren Stellungnahmen im Landtag, die Bibliotheken der Unis, Hochschulen und Fachhochschulen seien mit ihrem Grundbestand genügend versorgt, ein Drittel der
Uni Aktuell
www.uni-potsdam.de/portal/maio2/uniaktuell
finanziellen Mittel müsse nun ausreichen- ein katastrophales Missverständnis, aber warum? Die Uni Potsdam erhielt, wie alle Hochschulen Brandenburgs, mit einer auf zwölf Jahre befristeten Bund-Länder-Förderung(die so genannte HBFG-Förderung) zusätzlich zum regulären Erwerbungsetat Mittel für den Aufbau von Büchergrundbeständen. Damit sollten Maßnahmen zur rückwirkenden Nachbeschaffung
; fehlender Standardwerke und Zeitschriftenjahr
gänge unterstützt werden, um das für Forschung, Lehre und Studium unverzichtbare Fundament eines bedarfs- und sachgerechten Literaturbestandes sicherzustellen. Die Basisversorgung mit aktuellen Literatur- und Informationsressourcen sollte hingegen durch die regulären Mittel getragen werden.
Allerdings haben die regulären Mittel für die aktuelle Informations- und Literaturversorgung verglichen mit ähnlich großen Universitäten anderer Bundesländer niemals ausgereicht: Der für die Universitätsbibliothek Potsdam dafür ausgewiesene Ansatz umfasst seit 1991 ein jährliches Mittelvolumen zwischen 450.000€ und 500.000 €, während vergleichbare Universitäten über Etatansätze in Höhe von 1,6 Millionen€ und mehr verfügen. Vor diesem Hintergrund mussten die für den Aufbau von Grundbeständen zur Verfügung stehenden Bund-Länder-Mittel überwiegend für die Beschaffung von Neuerscheinungen (Monographien, Zeitschriften, elektronische Medien) eingesetzt werden.
Wie es weiter geht? Ende 2002 fällt die HBFGFörderung weg, die regulären Mittel für 2003 und die nächsten Jahre sind nicht angemessen erhöht - tatsächlich wird der Literaturetat von bisher rund 1,5 Mio. Euro auf 450.000€ abgesenkt!
Angesichts dieses Abbaus der Literaturversorgung und der Beschädigungen, die sich für den Hochschulstandort daraus ergeben, fordert die Universität Potsdam nunmehr alle verantwortlichen Entscheidungsträger auf, sich der Folgen bewusst zu werden und die Beschaffung aktueller und neu erscheinender Literatur in ihrem bisherigen Umfang durch entsprechende Mittelerhöhung sicherzustellen. Um diese Forderung zu verstärken, wird sich die Universität Potsdam intensiv dafür einsetzen, mit den betroffenen Studierenden, Mitarbeitern und Professoren auf diese katastrophale Situation weiterhin hinzuweisen.
Auch die Müthematisch:„Naturwisser Fakultät und die Juristisc ku Erklärungen zur Problematik abgege zulesen sind diese im W
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