Heft 
(1.1.2019) 05
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Universitätsbibliothek

vor dem Aus

Es fehlt über eine Million Euro für die Beschaffung aktueller Literatur

Ohne neueste Forschungsliteratur in der Bibliothek nutzen zu können, funktioniert ein Studium nicht.

Obwohl die Universität Potsdam auf einen erfolg­reichen Aufbau einer modernen und leistungsfä­higen Bibliothek verweisen kann, steht es um die Zukunftsaussichten der Einrichtung derzeit Schlecht. Ab 2003 läuft für die Potsdamer Univer­sität- wie für alle Hochschulbibliotheken der neu­en Bundesländer- die von Bund und Länder bereitgestellte Büchergrundfinanzierung aus. Dies hat zur Folge, dass der Etat der Universitätsbib­liothek auf ein Drittel des bisherigen Volumens schrumpft. Um jedoch weiter einen anspruchsvol­len Standard des Bestandes halten zu können, fehlen mindestens 1,1 Millionen. In diesem Zusammenhang gibt es eine Resolution des Rek­torats und der Kommission für Bibliothekswesen der Universität Potsdam zur Informations- und Literaturversorgung, die öffentlich wurde. In ihr heißt es:

Die Hochschulbibliotheken des Landes Bran­denburg stehen vor dem Aus- und warum? Ab 2003 läuft für alle Hochschulbibliotheken der neuen Bundesländer die von Bund und Länder bereitgestellte Büchergrundfinanzierung aus, was zur Folge hat, dass der Etat der Universitäts­bibliotheken auf ein Drittel des bisherigen Volu­mens schrumpft. Dieser beispiellose Absturz der Literaturerwerbungsmittel auf knapp 30 Prozent des bisherigen Volumens in Verbindung mit überproportional hohen Preissteigerungen für wissenschaftliche Literatur bedeutet für die Universitätsbibliothek Potsdam, dass für die Anschaffung von Fachbüchern pro Student nur Noch zehn Euro statt bislang 30 Euro zur Verfü­

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gung stehen. Waren es pro Jahr für die Anschaf­fung von Forschungsliteratur(Zeitschriftenabon­nements oder Monographien) im Durchschnitt 9.300 pro Professur, sind es jetzt nur noch maximal 1.500. Außerdem muss das Angebot an elektronischen Medien auf ein Viertel des bis­herigen Umfangs(von 250.000 auf 62.500) reduziert werden.

Dieser erdrutschartige Einbruch des Erwer­bungsetats lässt an der Universität Potsdam ab 2003 erwarten, dass die Attraktivität des Hoch­schulstandorts in fataler Weise gemindert(Ver­längerung der Studienzeiten, Abwanderung von Forschenden und Lehrenden, fehlende Beru­fungsmittel für Neubesetzungen) und die seit zwölf Jahren getätigten Investitionen in den Lite­ratur- und Medienbestand der Universitätsbiblio­thek einschneidend und irreparabel beschädigt werden. Darüber hinaus unterliegen nun die Maßnahmen zur Innovation des Informations­angebots(E-Journals, Datenbanken etc.) massi­ven Gefährdungen und es ist schließlich zu befürchten, dass die Universität Potsdam nicht mehr konkurrenz- und kooperationsfähig ist.

Die Uni Potsdam und die anderen Hochschu­len des Landes Brandenburg haben sich seit lan­gem bemüht, die verantwortlichen Politiker des Landes Brandenburg für dieses Problem zu sen­sibilisieren und ein Lösung zu finden. Doch bis­her sind alle Bemühungen gescheitert. So mei­nen SPD und CDU mit ihren Stellungnahmen im Landtag, die Bibliotheken der Unis, Hoch­schulen und Fachhochschulen seien mit ihrem Grundbestand genügend versorgt, ein Drittel der

Uni Aktuell

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finanziellen Mittel müsse nun ausreichen- ein katastrophales Missverständnis, aber warum? Die Uni Potsdam erhielt, wie alle Hochschu­len Brandenburgs, mit einer auf zwölf Jahre befristeten Bund-Länder-Förderung(die so genannte HBFG-Förderung) zusätzlich zum regulären Erwerbungsetat Mittel für den Aufbau von Büchergrundbeständen. Damit sollten Maß­nahmen zur rückwirkenden Nachbeschaffung

; fehlender Standardwerke und Zeitschriftenjahr­

gänge unterstützt werden, um das für Forschung, Lehre und Studium unverzichtbare Fundament eines bedarfs- und sachgerechten Literaturbestan­des sicherzustellen. Die Basisversorgung mit aktuellen Literatur- und Informationsressourcen sollte hingegen durch die regulären Mittel getra­gen werden.

Allerdings haben die regulären Mittel für die aktuelle Informations- und Literaturversorgung verglichen mit ähnlich großen Universitäten anderer Bundesländer niemals ausgereicht: Der für die Universitätsbibliothek Potsdam dafür aus­gewiesene Ansatz umfasst seit 1991 ein jährliches Mittelvolumen zwischen 450.000 und 500.000 , während vergleichbare Universitäten über Etat­ansätze in Höhe von 1,6 Millionen und mehr verfügen. Vor diesem Hintergrund mussten die für den Aufbau von Grundbeständen zur Verfü­gung stehenden Bund-Länder-Mittel überwie­gend für die Beschaffung von Neuerscheinungen (Monographien, Zeitschriften, elektronische Medien) eingesetzt werden.

Wie es weiter geht? Ende 2002 fällt die HBFG­Förderung weg, die regulären Mittel für 2003 und die nächsten Jahre sind nicht angemessen erhöht - tatsächlich wird der Literaturetat von bisher rund 1,5 Mio. Euro auf 450.000 abgesenkt!

Angesichts dieses Abbaus der Literaturversor­gung und der Beschädigungen, die sich für den Hochschulstandort daraus ergeben, fordert die Universität Potsdam nunmehr alle verantwort­lichen Entscheidungsträger auf, sich der Folgen bewusst zu werden und die Beschaffung aktuel­ler und neu erscheinender Literatur in ihrem bis­herigen Umfang durch entsprechende Mitteler­höhung sicherzustellen. Um diese Forderung zu verstärken, wird sich die Universität Potsdam intensiv dafür einsetzen, mit den betroffenen Stu­dierenden, Mitarbeitern und Professoren auf die­se katastrophale Situation weiterhin hinzuweisen.

Auch die Müthematisch:Naturwisser Fakultät und die Juristisc ku Erklärungen zur Problematik abgege zulesen sind diese im W

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