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Die nötigen Entscheidungen schnell treffen
Appell zur Informations- und Literaturversorgung der brandenburgischen Hochschulen
Die Brandenburgische Landesrektorenkonferenz (BLRK) und der Landeshochschulrat(LHR) haben sich in einem gemeinsamen Appell an die Landesregierung gewandt, um auf die Situation der Bibliotheken an den Hochschulen des Landes Brandenburg ab 2003 aufmerksam zu machen. In dem Schreiben lautet es:
ie Brandenburgische LandesrektorenDS und der Landeshochschulrat
fordern die Landesregierung Brandenburg auf, unverzüglich die notwendigen Entscheidungen herbeizuführen, um den laufenden Erwerb neu erscheinender Monographien und Zeitschriften für Forschende, Lehrende und Studierende der Hochschulen Brandenburgs sowie den Zugang und die Nutzung elektronischer Medien(Datenbanken, elektronische Zeitschriften, Volltextarchive etc.) sicherzustellen. Für einen sachgerechten finanziellen Ausgleich der ab 2003 wegfallenden HBFG-Förderung werden zur Beschaffung von Forschungs- und Studienliteratur jährliche Mittel in Höhe von 2,5 Mio.€ benötigt. Dieser Betrag entspricht dem bisherigen Landesanteil der HBFG-Förderung und stellt insofern keine zusätzliche Belastung gegenüber dem Haushalt 2002 dar.
Alle Hochschulen Brandenburgs erhielten mit einer auf zwölf Jahre befristeten HBFG-Förderung— zusätzlich zum regulären Erwerbungsetat im Rahmen der Sachmittelausstattung der Hochschulen— bundes- und landesseitige Mittel für den Aufbau von Büchergrundbeständen. Damit sollten rückwirkende Beschaffungsmaßnahmen ermöglicht und das Fundament eines für Forschung, Lehre und Studium unabdingbaren Literaturbestandes gelegt werden. Die Basisversorgung mit aktuellen Literatur- und Informationsressourcen sollte hingegen durch den regulär vom Land zur Verfügung gestellten Etatansatz getragen werden.
Für die im Aufbau befindlichen Hochschulen in Brandenburg wurden die Etatansätze für die aktuelle Informations- und Literaturversorgung— verglichen mit ähnlich großen Fachhochschulen und Universitäten anderer Bundesländer- nie bedarfsgerecht veranschlagt. Für die Universität Potsdam stand beispielsweise regu
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Foto: Fritze
lär seit 1991 ein jährliches Mittelvolumen von etwa 500.000€ zur Verfügung, während vom Fächerspektrum und den Studentenzahlen her vergleichbare Universitäten über Etatansätze in Höhe von 1,6 Mio.€ und mehr verfügen. Die Fachhochschule Brandenburg hat seit 1991 einen jährlichen Mittelansatz von 35.000€, während etwa der Mittelansatz der niedersächsischen Fachhochschulen bei rund 160.000€ liegt. Die Hochschulen waren daher gezwungen, die für den Aufbau von Grundbeständen zur Verfügung gestellten HBFG-Mittel auch für die Beschaffung von Neuerscheinungen(Monographien, Zeitschriften, elektronische Medien) einzusetzen.
Mit Auslaufen des Bundesförderungsprogramms ab 2003 würden die verfügbaren Erwerbungsmittel auf ungefähr 25 Prozent des bisherigen Volumens abstürzen. Für die Universität Potsdam hätte dies zur Folge, dass für Lehre und Studium pro Student im günstigsten Fall nur noch zehn Euro zur Verfügung ständen, während ein Lehrbuch, je nach Fach, circa 50€ kostet. Für alle Mitarbeiter einer Professur könnten maximal 1.500€ zur Beschaffung von Forschungsliteratur bereitgestellt werden, also etwa 25-30 Bücher oder zwei bis drei Abonnements von Fachzeitschriften. Und innovative Ressourcenangebote(Datenbanken und elektronischen Zeitschriften) müssten auf ein Viertel des bisherigen Umfangs reduziert werden. In der Fach
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BIBLIOTHE
BEREICHSB
JAD RABE
hochschule Brandenburg ständen pro Student fünf Euro und pro Professur 178,50€ zur Verfügung.
An den anderen brandenburgischen Hochschulen sind die Auswirkungen auf Forschung, Lehre und Studium ähnlich katastrophal.
Sollten keine Mittel und Wege gefunden werden, das Defizit auszugleichen, besteht die Gefahr, dass die Attraktivität der brandenburgischen Hochschulen erheblich gemindert wird, sich die Studienzeiten verlängern und Forschende und Lehrende abwandern. Die seit zwölf Jahren aufgewandten Investitionen in den Literaturund Medienbestand der Hochschulen des Landes würden irreparabel entwertet werden. Zudem käme es auch dazu, dass die seit 1998 angelaufenen Maßnahmen zur Innovation des Informationsangebots(E-Journals, Datenbanken etc.) weitgehend zu scheitern drohen. Die Hochschulen des Landes Brandenburg und ihre Bibliotheken wären nicht mehr kooperationsfähig.
Das Auslaufen der HBFG-Förderung betrifft alle neuen Bundesländer. Die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben jedoch den regulären Etatansatz im Umfang des bisher landesseitigen Anteils der HBFG-Förderung erhöht. Die brandenburgischen Hochschulen erwarten, dass ihre Mittel für die Literatur- und Informationsbeschaffung ebenso angehoben werden.
UNIVERSITATS
Die Brandenburger Bibliotheken benötigen 2,5 Millionen Euro