Heft 
(1.1.2019) 05
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Fotos: Fritze

Uni Aktuell

Mit Akupunktur gegen den Stress

Uni-Sportpsychologen kooperieren mit Berliner Mediziner

Im Zentrum für Traditionelle Chinesische und Integrative Medizin an den St. Hedwig-Kliniken in Berlin beginnt die Behandlung der Patienten bereits mit dem Betreten der Räume. Der Duft von Beifußkraut wirkt auf den Eintretenden beruhigend.Ausgleich und Harmonie entsteht nach alter chinesischer Weisheit aber auch durch Farbzusammenstellungen. Das Farbspiel der unterschiedlichen Gelbtöne der Wände oder vom Blau und Rot des Fußbodenbelags tut den Ankommenden gut.

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4 iner der beiden Chefärzte des Zentrums j ist Dr. med. Günter Gunia, der nicht nur selbst eine mehrjährige Ausbildung in Akupunktur an der Universität in Peking absol­vierte, sondern seit fünf Jahren Ärzte in Deutsch­land in die Geheimnisse der Akupunktur ein­führt. Er ist von dieser ganzheitlichen Behand­

lungsmethode überzeugt.Durch die Schulme­dizin schwer behandelbare chronische Erkran­kungen können nicht nur gelindert, sondern in den meisten Fällen auch erfolgreich geheilt wer­den, indem der Körper, die Psyche und auch der Geist des Patienten eine gleichzeitige Behand­lung erfahren, betont der Wissenschaftler. Der vierfache Familienvater absolvierte zusätzlich die dazu notwendige psychotherapeutische und psychoanalytische Ausbildung. Er ist der Ansicht, dass chronisch Kranke dem Arzt behilf­lich sein sollten, die Ursachen der Krankheit zu erforschen und auch lernen können, wie Signale des eigenen Körpers vor und nach der Behand­lung im Interesse der angestrebten Heilung zu interpretieren sind.

Gunia hält seit dem Wintersemester 2001/02 engen Kontakt zum Arbeitsbereich Sportpsycho­logie des Instituts für Sportwissenschaft der Uni Potsdam. Vom Institut sind eine Reihe gemein­samer Projekte mit ihm geplant. Allesamt betref­fen den Bereich der Integrativen Medizin. Es gibt zum Beispiel schon einen Workshop zur Ohr­Akupunktur. Die Stressbewältigung von Studie­renden und die Erhöhung ihrer Aufnahmefähig­keit stehen dabei im Mittelpunkt der Lehrveran­staltung.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jürgen Beckmann vom Uni-Institut für Sportwissen­schaft entwickelt Gunia, der auch einen Lehrauf­trag der Akademie für Traditionelle Chinesische Medizin(TCM) in Peking hat und vergangenes Jahr WHO-Beobachter in Genf für TCM war, bereits Pläne für das kommende Wintersemes­ter. Beide streben an, über Projekte den Leis­tungssport zu unterstützen oder auch die Leis­tungsoptimierung der Studierenden im Prü­fungsstress zu erreichen. Des Weiteren soll es künftig eine Konsultationsstunde für Studieren­de und für Mitarbeiter geben.

Sport wird im Leben des Endvierzigers groß geschrieben. Laufen, Radfahren, Hochseesegeln und auch Surfen betreibt er mit Begeisterung. Der Mediziner lebt seinen Patienten und Studie­renden quasi vor, wie der richtige Umgang mit Lebensenergie Früchte trägt.

Maria Pichottka