Titel
www.uni-potsdam.de/portal/maio2 titel
zum Gespräch mit einem Freund von den Jusos. Er selbst ist Mitglied im Vorstand des Unterbezirks Potsdam. Mit Jonas hat die praktisch-politische Arbeit nur insofern etwas zu tun, als dass der erst Zweijährige bei Abendveranstaltungen, zumindest zweimal im Monat bei Zusammenkünften der Hochschulgruppe im Lokal am Bahnhof Griebnitzsee, noch nicht allein gelassen werden kann. Und was ist, wenn Mutti Anna gerade an einem solchen Abend als Kellnerin „jobben“ muss? Für einen Babysitter reicht das Geld nicht.
Viel geht schon für die Wohnungsmiete drauf. Im sorgfältig restaurierten Altbau in der Guten
bergstraße hat Jonas wenigstens ein eigenes Kin
derzimmer.„Alles für Jonas“ heißt es denn auch jeden Tag ab etwa 15 Uhr, mal für Papa Jan und mal für Mama Anna. An ernsthaftes Studieren ist da erst einmal nicht mehr zu denken. Der Sohn muss bis 16 Uhr aus der Kindertagesstätte abgeholt werden. Und dann braucht er viel Aufmerksamkeit. Zunächst einmal möchte er mit einem„richtigen“ Zug nach Hause fahren, nicht mit der S- oder Straßenbahn. Also ist wieder Rennen angesagt, zum„Shuttel“ 16.21 Uhr. Vielleicht ist die Mama schon zu Hause? Aber um diese Zeit kann sie auch noch eine Lehrveranstaltung besuchen oder im Labor arbeiten. Heute muss sie kellnern.„Wenn im Sommer die Touristen kommen, ist im ‚Klosterkeller’ oft allerhand los“, so Jan zur Situation. Mama ist also noch nicht zu Hause!
Portal 5/02
Ob Papa jetzt endlich das richtige Buch gefunden hat?
Für Vati Jan und Sohn heißt das: Ab zum Spielplatz, der glücklicherweise nur einige Hundert Meter entfernt liegt. Oder sind die Brot- und Milchvorräte verbraucht? Manche Geschäfte haben ja für diesen Ernstfall bis 20 Uhr auf. Vielleicht kommt Anna doch noch... Ob Jonas noch mal gewickelt werden muss? Also nach Hause! Es ist sowieso gleich halb sieben, Abendbrotzeit. Dann der Sandmann im Fernsehen, möglicherweise ein Video ansehen oder gemeinsam in einem Kinderbuch blättern. Gegen acht ist für Jonas Schlafenszeit. Der Tag ist gelaufen— oder? Was war da gleich morgen im Seminar...? „Abends wegzugehen, sich in die Disco oder in die Kneipe zu setzen, daran ist kaum noch zu denken“, resümiert Jan.„Man muss ja am folgenden Tag schon früh fit sein.“ Trotzdem sind Anna und Jan zufrieden, denn seit September läuft eigentlich alles einigermaßen optimal. Wie lange mussten sie auf einen Kita-Platz für Jonas warten... Zwei Semester lang war an Studieren nicht zu denken. Beide unterbrachen das Studium: Das führte zwangsläufig zur vorher nicht eingeplanten Studienverlängerung.„Froh sind wir, dass Jonas gesundheitlich einigermaßen robust ist, denn Kranksein bedeutet, dass einer von uns zu Hause bleiben muss“, sagt der junge Vater. Jonas’ Großeltern können aus gesundheitlichen Gründen nur selten„einspringen“ und Jans Schwester hat selbst drei Kinder, da besteht Ansteckungsgefahr. Sonnabends und sonntags geht es dann endgültig„rund“: Jonas betreuen, die Großeltern in Berlin besuchen, lesen, konspektieren, vielleicht ein Referat vorbereiten, jobben... und wieder mit Jonas spielen.
Der ist indessen eingeschlafen, wird sich aber morgen früh rechtzeitig bemerkbar machen...
ak
Komisch, dass Papa
immer wieder die Ruhe bewahrt...
zı