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(1.1.2019) 05
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Studiosi

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Ich brauche

Herausforderungen

Die Ehemalige Maria Kröhnke schätzt Freiräume und Kreativität

Maria Kröhnke will Familie und Beruf unter einen Hut bringen.

Sinnloses, Undurchdachtes zu tun, mag Maria Kröhnke nicht. Wird dies verlangt, dann kann die sonst ausgeglichen und freundlich Wirkende schon mal aus der Haut fahren. 1973 in Kyritz geboren, studierte sie bis 2000 an der Uni Pots­dam Germanistik, Psychologie und Soziologie. Heute gehört Maria Kröhnke, die SV Babelsberg o3-Fußballfan ist, zum Team von Havelcom Online. Sie ist hier mitverantwortlich für die Online-Version der im Land Brandenburg erscheinenden TageszeitungMärkische Allgemei­ne. Über Arbeit, Familie und Fußball unterhielt sich Dr. Barbara Eckardt mit derEhemaligen.

Sie begannen Ihr Studium in Potsdam ohne konkrete Berufsvorstellungen. Warum kamen Sie an die Uni?

Kröhnke: Ich war froh, dass ich die Schule hinter mich lassen konnte. Dieses enge Denken und den Gruppenzwang fand ich schlimm. Ich wusste, dass ich erst einmal weg und geisteswis­senschaftliche Fächer studieren wollte. Ich konnte bis zum Studienende, auch aufgrund der Arbeitsmarktsituation, nicht sagen, in welchem Beruf ich einmal arbeiten will. Für Potsdam ent­

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schied ich mich, weil ich hier einen Wohnheim­platz sicher hatte. Beim Studium, was ich ja rela­tiv kurz nach der politischen Wende begann, ver­misste ich allerdings Orientierung und Bera­tung. Ich habe viel Studienzeit vergeudet.

Ihre erste Bewerbung nach dem Studium war gleich erfolgreich. Sie arbeiten als Content Mana­gerin bei HavelcomOnline. Wie sieht Ihr Arbeits­alltag aus?

Kröhnke: Viele MAZ-Artikel fließen ins Inter­net ein. Diesen Export müssen wir überwachen und, wenn erforderlich, korrigieren. Wir müssen Fotos zuordnen, Polizeiberichte tippen, einen Veranstaltungskalender und Stadtpläne pflegen, Gewinnspiele anlegen, Anfragen beantworten. Aber wir müssen auch immer überlegen: Wie kann das Zeitungsmaterial sinnvoll fürs Internet aufbereitet und ergänzt werden? Wie kann die Site darüber hinaus lebendig gestaltet werden? Das ist der spannende Teil der Arbeit. Dass ich überhaupt so schnell nach dem Studium eine Arbeit bekam, habe ich wohl vor allem meiner studentischen Tätigkeit beim Akademischen Auslandsamt der Uni zu verdanken. Dort habe ich an der Nachkontakte-ZeitungUNIversal mitgearbeitet.

Geht man im Internet auf die Seiten www.Maer­

; kischeAllgemeine.de, kann man auch Ihre

Arbeit täglich begutachten. Sie haben eine Tätig­keit, bei der sie Freiräume haben und kreativ sein können. Was bedeutet Ihnen das?

Kröhnke: Wenn nicht auch Ideen gefragt wären und ich nichts davon umsetzen könnte, würde ich mich am falschen Platz fühlen. Wir sind ein kleines und relativ junges Team- und empfinden uns wirklich als solches. Hierarchi­sches Denken ist bei uns unbekannt. Ich weiß, dass ich damit großes Glück habe.

Die Entscheidung zwischen Karriere und Kind stand für sie nicht. Warum?

Kröhnke: Als ich in der zehnten Woche das Ultraschallbild meines Sohnes sah, gab es nichts zu entscheiden. Er gehörte ja bereits zu meinem Leben, auch wenn er eine ziemliche Überra­schung war. Mein Freund und ich haben ihn von Anfang an als großes Geschenk empfunden. Natürlich wusste ich, das alles schwerer werden würde, zumal ich nebenbei noch die Magisterar­beit in dem vorgegebenen Zeitrahmen schreiben musste. Auch heute müssen wir den Alltag gut organisieren, damit alles halbwegs läuft. Leider bleibt wenig Zeit für sich selbst. Aber ich habe es so gewollt.

Trotz der knapp bemessenen Zeit, sieht man Sie ab und zu im Karl-Liebknecht-Stadion in Babels­berg. Warum interessieren Sie sich gerade für Fußball?

Kröhnke: Ich habe schon früher mit Hinga­be die Weltmeisterschaften verfolgt. Ich begeis­tere mich gerne, und Fußball ist da nahe liegend. Zumal wir mit dem SV Babelsberg einen lie­benswerten Verein vor der Haustür haben. Mein Bedürfnis nach Literatur und Geistigem über­haupt ist zwar um einiges größer, doch das lässt sich nicht in 90 Minuten befriedigen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt: Maria Kröhnke, HavelcomOnline

Tel.: 0331/2840453 E-Mail: maria.kroehnke@ HavelcomOnline.de

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