Heft 
(1.1.2019) 05
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Ex Oriente Luzx....

Zum neunten Mal Unidram in Potsdam

.... Aus dem Osten kommt das Licht. Treffender könnte kein Motto für UNIDRAM sein, das Ost­europäisch-deutsche Theaterfestival, das nun schon in die neunte Spielzeit geht und sich Anfang Juni einmal mehr mit einer umfangrei­chen Schau von aus öst- und südöstlichen Rich­tungen kommenden Theatergruppen präsentieren wird. Für die internationale Theaterwoche vom 02. bis 08. Juni, die traditionell durch Mitveran­stalterDeGater 87 eröffnet wird, scheint der InszenierungstitelEx Oriente Lux jedenfalls Programm und taucht wohl auch deshalb gleich zweimal darin auf.

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ie Theatermacher und Theatermacherin­

D nen kommen in diesem Jahr aus Russ­land, Litauen, Kroatien, Polen und Tschechien. Ungarn ist gleich mit mehreren Ensembles vertreten, alle in der vitalen Szene Budapests verwurzelt. DieCompagnie Pal Fre­nak beispielsweise, in Ungarn und Frankreich mit Preisen und euphorischer Kritik überhäuft, wird zum ersten Mal in Deutschland gastieren und eine Entdeckung für all jene sein, die sozi­alkritisches Tanztheater mögen und sich gerne an die früheren Arbeiten von Johann Kresnik erinnern. Die Reithalle A des

Hans Otto Theaters ist dafür genau der richtige Ort. Erst­mals ist Italien unter den Teil­

nehmerländern, sechs deut­sche Gruppen sowie slowe­nisch-britische Performance­kunst komplettieren das diesjährige Programm, das so umfassend wie noch nie ist.

Wie in den Jahren zuvor setzt das Theater­treffen mit Doppelveranstaltungen,

verschiedenen(neuen) Spielorten in der Stadt,

mehreren

mit ungewöhnlichen Inszenierungen und Specials auf Unter­schiedlichkeit, Vielfalt und Durchmischung von Genregrenzen. Und es geht noch dichter an die Zu­schauer heran. Bei­spielsweise werden die Bahnhofspas­sagen als Theater­ort neu entdeckt, am Nauener Tor wird ein Theater­container stehen und ein kom­

Tanztheater, das aus dem Rahmen fällt. Minako Seki aus Berlin.

Vermischtes

www.uni-potsdam.de/portal/maio2/vermischtes

plettes Wohnzimmer aus löchriger Pappe in der Brandenburger Straße/Ecke Lindenstraße. In beiden Fällen- dort als freiwilliger Teil einer Audioinstallation, da als unfreiwilliger Besucher einer absurden polnischen Hochzeitsfeier wird der Zuschauer selbst zum Akteur. Einstimmen auf dieseHerausforderung kann er sich bei der Langen Nacht vor UNIDRAM mit Party, Per­formance und Konzert imBrandenburgischen Haus der Kulturen al globe.AXE aus St. Petersburg, in Potsdam längst keine Unbekann­ten mehr, bitten dann zumMobilen Club­Abend; ebenso zurPiroggenparty, bei der zur Weltmusik wieder Kulinarisches aus Osteuropas Küchen geköchelt wird. Das Konzerthighlight kommt dieses Mal aus der ungarischen Haupt­stadt und heißtBesh o Drom; eine zehnköpfi­ge Band, die sich selbst alsfuturistische Hoch­zeitskapelle für Städtebewohner bezeichnet und der man gerne nachsagt, sie seien auf ihren Instrumenten so rasend schnell wie die Bläser vonFanfare Ciorcalia. Zum wiederholten Male sindblackSKYwhite aus Moskau UNIDRAM­Gäste, ebenfalls zweimal zu sehen und neben Pal Frenak zweifellos einer der diesjährigen Höhepunkte. Nicht nur wegen dieser ihresglei­chen suchenden tanztheatralischen Ästhetik von blackSKYwhite bleiben die Veranstalter ihrem Anspruch treu, extreme Inszenierungsansätze zu zeigen. Auch das theatralische Konzert.des aus Zagreb stammendenDamir Bartol Indos, der inmitten einer wüsten, kinetischen Installa­tion aus Schrottteilen, Monitoren und Motoren, Tonbändern, Schläuchen und Qualm schlicht und einfach um sein Leben kämpft, zählt dazu. Ansonsten trifft das Publikum auf den UNI­DRAM-Bühnen auch auf berühmte Namen, deren Werke als Stück- oder Ideenvorlagen dien­ten, darunter Jean Cocteau, Thomas Brasch, Ger­trude Stein oder die Maler Francis Bacon und Hieronymus Bosch.

Wie gewohnt haben Interessierte die Gele­genheit, in Workshops zu arbeiten und während den nachmittäglichen Diskussionsrunden mit den Akteuren selbst ins Gespräch zu kommen.

Red.

Das vollständige Programm ist nachzulesen unter: http://www.unidram.de.

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