Ex Oriente Luzx....
Zum neunten Mal Unidram in Potsdam
.... Aus dem Osten kommt das Licht. Treffender könnte kein Motto für UNIDRAM sein, das Osteuropäisch-deutsche Theaterfestival, das nun schon in die neunte Spielzeit geht und sich Anfang Juni einmal mehr mit einer umfangreichen Schau von aus öst- und südöstlichen Richtungen kommenden Theatergruppen präsentieren wird. Für die internationale Theaterwoche vom 02. bis 08. Juni, die traditionell durch Mitveranstalter„DeGater 87“ eröffnet wird, scheint der Inszenierungstitel„Ex Oriente Lux“ jedenfalls Programm und taucht wohl auch deshalb gleich zweimal darin auf.
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ie Theatermacher und Theatermacherin
D nen kommen in diesem Jahr aus Russland, Litauen, Kroatien, Polen und Tschechien. Ungarn ist gleich mit mehreren Ensembles vertreten, alle in der vitalen Szene Budapests verwurzelt. Die„Compagnie Pal Frenak“ beispielsweise, in Ungarn und Frankreich mit Preisen und euphorischer Kritik überhäuft, wird zum ersten Mal in Deutschland gastieren und eine Entdeckung für all jene sein, die sozialkritisches Tanztheater mögen und sich gerne an die früheren Arbeiten von Johann Kresnik erinnern. Die Reithalle A des
Hans Otto Theaters ist dafür genau der richtige Ort. Erstmals ist Italien unter den Teil
nehmerländern, sechs deutsche Gruppen sowie slowenisch-britische Performancekunst komplettieren das diesjährige Programm, das so umfassend wie noch nie ist.
Wie in den Jahren zuvor setzt das Theatertreffen mit Doppelveranstaltungen,
verschiedenen(neuen) Spielorten in der Stadt,
mehreren
mit ungewöhnlichen Inszenierungen und Specials auf Unterschiedlichkeit, Vielfalt und Durchmischung von Genregrenzen. Und es geht noch dichter an die Zuschauer heran. Beispielsweise werden die Bahnhofspassagen als Theaterort neu entdeckt, am Nauener Tor wird ein Theatercontainer stehen und ein kom
Tanztheater, das aus dem Rahmen fällt. Minako Seki aus Berlin.
Vermischtes
www.uni-potsdam.de/portal/maio2/vermischtes
plettes Wohnzimmer aus löchriger Pappe in der Brandenburger Straße/Ecke Lindenstraße. In beiden Fällen- dort als freiwilliger Teil einer Audioinstallation, da als unfreiwilliger Besucher einer absurden polnischen Hochzeitsfeier— wird der Zuschauer selbst zum Akteur. Einstimmen auf diese„Herausforderung“ kann er sich bei der „Langen Nacht vor UNIDRAM“ mit Party, Performance und Konzert im„Brandenburgischen Haus der Kulturen al globe“.„AXE“ aus St. Petersburg, in Potsdam längst keine Unbekannten mehr, bitten dann zum„Mobilen ClubAbend“; ebenso zur„Piroggenparty“, bei der zur Weltmusik wieder Kulinarisches aus Osteuropas Küchen geköchelt wird. Das Konzerthighlight kommt dieses Mal aus der ungarischen Hauptstadt und heißt„Besh o Drom“; eine zehnköpfige Band, die sich selbst als„futuristische Hochzeitskapelle für Städtebewohner“ bezeichnet und der man gerne nachsagt, sie seien auf ihren Instrumenten so rasend schnell wie die Bläser von„Fanfare Ciorcalia“. Zum wiederholten Male sind„blackSKYwhite“ aus Moskau UNIDRAMGäste, ebenfalls zweimal zu sehen und neben „Pal Frenak“ zweifellos einer der diesjährigen Höhepunkte. Nicht nur wegen dieser ihresgleichen suchenden tanztheatralischen Ästhetik von „blackSKYwhite“ bleiben die Veranstalter ihrem Anspruch treu, extreme Inszenierungsansätze zu zeigen. Auch das theatralische Konzert.des aus Zagreb stammenden„Damir Bartol Indos“, der inmitten einer wüsten, kinetischen Installation aus Schrottteilen, Monitoren und Motoren, Tonbändern, Schläuchen und Qualm schlicht und einfach um sein Leben kämpft, zählt dazu. Ansonsten trifft das Publikum auf den UNIDRAM-Bühnen auch auf berühmte Namen, deren Werke als Stück- oder Ideenvorlagen dienten, darunter Jean Cocteau, Thomas Brasch, Gertrude Stein oder die Maler Francis Bacon und Hieronymus Bosch.
Wie gewohnt haben Interessierte die Gelegenheit, in Workshops zu arbeiten und während den nachmittäglichen Diskussionsrunden mit den Akteuren selbst ins Gespräch zu kommen.
Red.
Das vollständige Programm ist nachzulesen unter: http://www.unidram.de.
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