Fotos: ZSB
Uni Aktuell
www.uni-potsdam.de/portal /juno2/uniaktuell
Einstieg leicht gemacht
Studentische Tutoren führen Studienanfänger ins Universitätsleben ein
In Ausbildungsveranstaltungen der Tutorenwerkstatt werden Problemlösungen gesucht
und Betreuungssituationen simuliert.
Ein jeder neue Lebensabschnitt beginnt mit tausend Fragen, auch der Eintritt ins Studium. Plötzlich tut sich mit der Universität eine neue Welt auf, mit weitläufig verteilten Standorten und Lehrgebäuden, mit Versorgungstrakts und diversen Hinweisschildern— was nun? An wen kann ich mich mit meinen Fragen wenden? Wie läuft der erste Studientag ab? Wo bekomme ich meinen Stundenplan? Wie gelange ich am günstigsten von einem Uni-Standort zum anderen? Auf diese und andere Fragen mehr gilt es zunächst Antworten zu finden.
atürlich ist es möglich, die Zentrale StuN dienberatung(ZSB) aufzusuchen, im
Personal- und Vorlesungsverzeichnis oder im Uni- Beratungsführer„Wie finde ich mich zurecht?“ zu blättern. Auch im Hochschulführer oder Uni— Flyer gibt es erste Informationen. Aber über wirklich wichtige Details des Lebens und Lernens in der neuen Umgebung „Universität“ ist letztendlich doch sehr wenig zu erfahren.
Die Zentrale Studienberatung der Universität hat sich deshalb dazu bereits vor fünf Jahren etwas einfallen lassen: die„Tutorenwerkstatt von Studierenden für Studierende“.
Der Begriff„Tutorenwerkstatt“ umfasst ein ganzes Programm, das auch in diesem Jahr aus Mitteln der Bund-Länder-Vereinbarung zur Weiterentwicklung von Hochschulen und Wissenschaft(HPW) gefördert wird— mit immerhin 34.500 Euro.
Portal 6/02
Grundsätzlich geht es darum, dass erfahrene Studierende der höheren Semester, meist selbst recht erfolgreiche Studentinnen und Studenten, den Neuankömmlingen gleich zu Beginn des ersten Semesters helfen, sich an der Universität in fast allen sozialen und Studienbelangen zurechtzufinden. Die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung schulen sechs studentische Mentoren und Mentorinnen, die dann wiederum etwa 80 Studierende zur späteren unmittelbaren Betreuung der Erstsemestler ausbilden(so genannte Tutoren). Die Tutoren pla
Die Arbeitsthemen in den Orientierungstutorien
sind vielfältig.
nen, organisieren und realisieren schließlich die 20-stündigen so genannten„Orientierungstutorien“ für die Studienanfänger. Dieses System funktioniert, besonders auch deshalb, weil Vertreter der ZSB eng mit den Mentoren und Tutoren zusammenarbeiten.
Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in der Tutorenwerkstatt ist die Tutorenausbildung, die in der Regel an zwei Wochenenden stattfindet und etwa 30 Stunden umfasst. Das inhaltlichorganisatorische Spektrum dieser„Orientierungstutorenschulung“, das die entsprechend qualifizierten, von den ZSB-Mitarbeiterinnen unterstützten Mentoren umzusetzen haben, ist anspruchsvoll. Es reicht vom Vertrautmachen mit den Aufgaben eines Tutors oder einer Tutorin über die Planung der späteren Betreuungsveranstaltungen bis zu Fragen der Motivierung und Aktivierung der Teilnehmer, der exemplarischen Erstellung von Betreuungs“bausteinen“ und der Erprobung einzelner geplanter Sequenzen in Situationssimulationen. Gewinnbringend auch für die Tutoren selbst sind die Schulungsinhalte zur Entwicklung der Studierfähigkeit der Erstsemestler: Welche konkreten Ziele verfolge ich mit meinem Studium als Ganzes und semesterweise? Auf welche Zusatzangebote, welche „Highlights“ meiner Uni sollte ich zurückgreifen? Welche Lerntechniken und-strategien wende ich schon an, und wie kann ich sie ergänzen oder gezielter einsetzen? Wie funktioniert effektive Wissensspeicherung? Wie kann ich meine Zeit im Studium besser einteilen und nutzen? Wie motiviere ich mich selbst?
Die Tutorenschulung ist nicht an konkrete Studienfächer, nicht an Fachinhalte gebunden. Die Schulungsgruppen sind fakultätsübergreifend zusammengesetzt. Allerdings wirken die Tutoren dann in fachspezifischen Erstsemestlergruppen.
Alles in allem ist die Tutorenwerkstatt nach Ansicht der Beteiligten eine gelungene Sache. Natürlich macht sie nicht nur, ihrem Hauptziel entsprechend, für Anfänger das Studieren leichter, sondern sie bringt für Mentoren und Tutoren auch zusätzlich Arbeit. Aber die wiederum macht sich bezahlt, nicht nur mit einer Tutorenvergütung von 155 Euro, sondern vor allem durch den Einfluss auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Sei es im Hinblick auf Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Moderationsfähigkeit, Feedbackkontrolle oder psychologisch bewusstes Verhalten im Alltag. ak
Die Tutorenwerkstatt stellt sich mit ihren Angeboten und Mitwirkungsmöglichkeiten auch im Internet vor: http://www.uni-potsdam.de /u/ verwaltung/dezernat2/zsb /tutoren /tutoren.htm