Heft 
(1.1.2019) 06
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Fotos: ZSB

Uni Aktuell

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Einstieg leicht gemacht

Studentische Tutoren führen Studienanfänger ins Universitätsleben ein

In Ausbildungsveranstaltungen der Tutorenwerkstatt werden Problemlösungen gesucht

und Betreuungssituationen simuliert.

Ein jeder neue Lebensabschnitt beginnt mit tau­send Fragen, auch der Eintritt ins Studium. Plötzlich tut sich mit der Universität eine neue Welt auf, mit weitläufig verteilten Standorten und Lehrgebäuden, mit Versorgungstrakts und diver­sen Hinweisschildern was nun? An wen kann ich mich mit meinen Fragen wenden? Wie läuft der erste Studientag ab? Wo bekomme ich meinen Stundenplan? Wie gelange ich am günstigsten von einem Uni-Standort zum anderen? Auf diese und andere Fragen mehr gilt es zunächst Antwor­ten zu finden.

atürlich ist es möglich, die Zentrale Stu­N dienberatung(ZSB) aufzusuchen, im

Personal- und Vorlesungsverzeichnis oder im Uni- BeratungsführerWie finde ich mich zurecht? zu blättern. Auch im Hochschul­führer oder Uni Flyer gibt es erste Informatio­nen. Aber über wirklich wichtige Details des Lebens und Lernens in der neuen Umgebung Universität ist letztendlich doch sehr wenig zu erfahren.

Die Zentrale Studienberatung der Universität hat sich deshalb dazu bereits vor fünf Jahren etwas einfallen lassen: dieTutorenwerkstatt von Studierenden für Studierende.

Der BegriffTutorenwerkstatt umfasst ein ganzes Programm, das auch in diesem Jahr aus Mitteln der Bund-Länder-Vereinbarung zur Weiterentwicklung von Hochschulen und Wis­senschaft(HPW) gefördert wird mit immerhin 34.500 Euro.

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Grundsätzlich geht es darum, dass erfahrene Studierende der höheren Semester, meist selbst recht erfolgreiche Studentinnen und Studenten, den Neuankömmlingen gleich zu Beginn des ersten Semesters helfen, sich an der Universität in fast allen sozialen und Studienbelangen zurechtzufinden. Die Mitarbeiterinnen der Zen­tralen Studienberatung schulen sechs studenti­sche Mentoren und Mentorinnen, die dann wiederum etwa 80 Studierende zur späteren unmittelbaren Betreuung der Erstsemestler aus­bilden(so genannte Tutoren). Die Tutoren pla­

Die Arbeitsthemen in den Orientierungstutorien

sind vielfältig.

nen, organisieren und realisieren schließlich die 20-stündigen so genanntenOrientierungstuto­rien für die Studienanfänger. Dieses System funktioniert, besonders auch deshalb, weil Ver­treter der ZSB eng mit den Mentoren und Tuto­ren zusammenarbeiten.

Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in der Tutorenwerkstatt ist die Tutorenausbildung, die in der Regel an zwei Wochenenden stattfin­det und etwa 30 Stunden umfasst. Das inhaltlich­organisatorische Spektrum dieserOrientie­rungstutorenschulung, das die entsprechend qualifizierten, von den ZSB-Mitarbeiterinnen unterstützten Mentoren umzusetzen haben, ist anspruchsvoll. Es reicht vom Vertrautmachen mit den Aufgaben eines Tutors oder einer Tuto­rin über die Planung der späteren Betreuungs­veranstaltungen bis zu Fragen der Motivierung und Aktivierung der Teilnehmer, der exemplari­schen Erstellung von Betreuungsbausteinen und der Erprobung einzelner geplanter Sequen­zen in Situationssimulationen. Gewinnbringend auch für die Tutoren selbst sind die Schulungs­inhalte zur Entwicklung der Studierfähigkeit der Erstsemestler: Welche konkreten Ziele verfolge ich mit meinem Studium als Ganzes und semes­terweise? Auf welche Zusatzangebote, welche Highlights meiner Uni sollte ich zurückgrei­fen? Welche Lerntechniken und-strategien wen­de ich schon an, und wie kann ich sie ergänzen oder gezielter einsetzen? Wie funktioniert effek­tive Wissensspeicherung? Wie kann ich meine Zeit im Studium besser einteilen und nutzen? Wie motiviere ich mich selbst?

Die Tutorenschulung ist nicht an konkrete Studienfächer, nicht an Fachinhalte gebunden. Die Schulungsgruppen sind fakultätsübergrei­fend zusammengesetzt. Allerdings wirken die Tutoren dann in fachspezifischen Erstsemestler­gruppen.

Alles in allem ist die Tutorenwerkstatt nach Ansicht der Beteiligten eine gelungene Sache. Natürlich macht sie nicht nur, ihrem Hauptziel entsprechend, für Anfänger das Studieren leich­ter, sondern sie bringt für Mentoren und Tuto­ren auch zusätzlich Arbeit. Aber die wiederum macht sich bezahlt, nicht nur mit einer Tutoren­vergütung von 155 Euro, sondern vor allem durch den Einfluss auf die eigene Persönlichkeitsent­wicklung. Sei es im Hinblick auf Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Moderationsfähigkeit, Feed­backkontrolle oder psychologisch bewusstes Ver­halten im Alltag. ak

Die Tutorenwerkstatt stellt sich mit ihren Ange­boten und Mitwirkungsmöglichkeiten auch im Internet vor: http://www.uni-potsdam.de /u/ verwaltung/dezernat2/zsb /tutoren /tutoren.htm