Im Zeichen
der blauen Blume
Romantik-Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen im Land Brandenburg
Was wohl hätte Novalis 3 gesagt, wüsste er, dass ein ganzes deutsches Bundesland im Jahr 2002 eine RomantikWürdigung auf seine Fahnen schreibt. Vermutlich wäre er verwundert ob dieser späten Rückbesinnung. Dabei gibt es allen Grund, sich der noch weit über das Jahr 1800 hinausreichenden Epoche zu widmen. War es doch eine Zeit, in der rasante Entwicklungen nicht nur in der Kultur, sondern auch in Wissenschaft, Industrie oder Landschaftsgestaltung vonstatten gingen.
as ist es auch, De sich im über das Jahr
verteilten KulturlandProgramm widerspiegelt. Angebote für Kinder sind darin genauso enthalten wie für Erwachsene. Die Palette der Highlights reicht von einer Fliesen-Ausstellung in Velten bis hin zu einer forsthistorischen Schau in Fürstenberg/Havel. Brandenburger und ihre Gäste werden zu Expositionen, Festen, Theaterinszenierungen, Musik und Veranstaltungsreihen an wichtige Orte der romantischen Geschichte Brandenburgs eingeladen.
mit Xnpfern
Universität leistet Beitrag
Bestandteil des derart vielfältigen Programms sind auch Beiträge, die aus der Universität Potsdam kommen. So gibt es eine unter Federführung von Prof. Dr. Hanno Schmitt entstandene _ Ausstellung im Rochow-Museum Reckahn mit dem Titel„Eine Oase des Glücks. Der romanti
8
N A IE SE
-— DES AD
ae fan? 4m— an
Subenig Bet.
Derlin 18065, Fun der Rralfehulbuchhandlung.
Johann Ludwig Tieck prägte die Romantik ganz wesentlich mit.
sche Blick auf Kinder“ 5(31. August bis 31. November 2002). Kloster Chorin wird die von Prof. Dr. HeinzDieter Heimann initiierte Ausstellung„Faszination der Ruinen“ Neugierige anlocken, die etwas über die Geschichte der Denkmalpflege oder die Begründung der Geschichtswissenschaft um 1800 erfahren möchten (z. April bis 31. Oktober 2002). Den Reigen von Uni-Ausstellungen komplettiert eine Präsentation der Universitätsbibliothek, die Drucke und Erstausgaben der Romantik zeigt (Ende Juni bis Ende August). Im Oktober diskutieren Uni-Ger| manisten und deren Gäste auf einer Tagung das Thema„Romantische Subjektivität und vaterländische Geschichte: Zur Kulturgeschichte Brandenburgs in der Zeit der Befreiungskriege“. Zudem finden an der Philosophischen Fakultät in beiden Semestern viele Lehrveranstaltungen zur Romantik statt. Auch zur Kunstgeschichte der Romantik. Der Kunsthistoriker PD Dr. Hans Dickel hat dies übernommen. Ein ganz besonderer Höhepunkt: Der Sommerkurs der Uni für die ausländischen Studierenden steht ebenfalls
Foto: eb
Im
unter dem Thema: Germanisten in Projektgruppe
Dass das Programm in all seinen Facetten heute auf festen Füßen steht, ist das Verdienst einer Projektgruppe unter Leitung der Germanistin Dr. Petra Kabus, die in diesem Jahr für Inhalt und Organisation der Kulturland-Kampagne ver
Uni Aktuell
www.uni-potsdam.de/portal /juno2/uniaktuell
antwortlich ist. Mit dabei sind auch Prof. Dr. Knut Kiesant und seine Mitarbeiter aus dem Uni-Institut für Germanistik. Gemeinsam erarbeiteten sie in Kooperation mit dem Museumsverband das Landesprojekt in nur drei Monaten, verteidigten es schließlich vor einem Fachbeirat. „Die Zeit war insofern abenteuerlich, als Antragsfristen eingehalten werden mussten“, erinnert sich Kiesant. Doch die mühsame Kleinarbeit habe sich gelohnt. Für die Kampagne steht ein Gesamtbudget von 2,16 Millionen€ zur Verfügung. Das Projekt wird getragen durch Landes-, aber auch Bundes- und Europamittel, die Gegenfinanzierung erfolgt durch Kommunen, aus Eigenanteilen der Projektträger sowie durch Förderer und Sponsoren.
Romantik-Lesebuch
Ein zentraler Gegenstand der Kooperation zwischen der Projektgruppe„Romantik 2002“ und der Uni Potsdam ist die Herstellung der zentralen Publikation zum Thema. Unmittelbar vor seinem Erscheinen steht das von ihnen herausgegebene Lesebuch„Blühende Landschaften. Romantik in Brandenburg“, in dem beispielsweise Essays, kommentierte Bildgeschichten zu ausgewählten Orten und historischen Persönlichkeiten enthalten sind. Das Buch wird am 21. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei dieser Präsentation wird zugleich die Ausstellung der Universitätsbibliothek„Romantische Drucke“ eröffnet(Uni-Komplex Neues Palais, Haus 11, Raum 009,15.00 Uhr).
Blickt Knut Kiesant zurück auf die letzten Arbeitsmonate, verrät sein Blick auch Zufriedenheit.„Es war spannend, über die Grenzen des eigenen Faches zu schauen“, sagt er. Und das Thema habe gereizt. Im Gegensatz zu Klassik oder Aufklärung, gäbe es schließlich konträre Romantik-Definitionsversuche seit ihrer Zeit. Diese Umstrittenheit habe jene Epoche, die eigentlich die Reaktion auf das sei, was man Moderne nenne, im übrigen gemeinsam mit dem Thema„Preußen“. Dem hatte man sich in Brandenburg bekanntlich erst im vergangenen Jahr gewidmet.
Obwohl das Romantik-Jahr gerade auf vollen Touren läuft, gibt es derzeit bereits erste Vorbereitungen für die Ausgestaltung des kommenden Jahres. Gerade hat die 1998 gegründete Landeskampagne„Kulturland Brandenburg“ das Thema„Europa“ als Schwerpunkt im Jahr 2003
vorgeschlagen. pg
Einen Überblick über das Programm im Ro
mantik-Jahr finden Interessierte im Internet unter: http://www.kulturland-brandenburg.de.
Portal 6/02