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(1.1.2019) 06
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Im Zeichen

der blauen Blume

Romantik-Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen im Land Brandenburg

Was wohl hätte Novalis 3 gesagt, wüsste er, dass ein ganzes deutsches Bundesland im Jahr 2002 eine Romantik­Würdigung auf seine Fahnen schreibt. Ver­mutlich wäre er ver­wundert ob dieser spä­ten Rückbesinnung. Dabei gibt es allen Grund, sich der noch weit über das Jahr 1800 hinausreichenden Epo­che zu widmen. War es doch eine Zeit, in der rasante Entwicklungen nicht nur in der Kultur, sondern auch in Wis­senschaft, Industrie oder Landschaftsgestaltung vonstatten gingen.

as ist es auch, De sich im über das Jahr

verteilten Kulturland­Programm widerspie­gelt. Angebote für Kin­der sind darin genauso enthalten wie für Erwach­sene. Die Palette der Highlights reicht von einer Fliesen-Ausstellung in Velten bis hin zu einer forsthistorischen Schau in Fürstenberg/Havel. Brandenburger und ihre Gäste werden zu Expo­sitionen, Festen, Theaterinszenierungen, Musik und Veranstaltungsreihen an wichtige Orte der romantischen Geschichte Brandenburgs einge­laden.

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Universität leistet Beitrag

Bestandteil des derart vielfältigen Programms sind auch Beiträge, die aus der Universität Pots­dam kommen. So gibt es eine unter Federfüh­rung von Prof. Dr. Hanno Schmitt entstandene _ Ausstellung im Rochow-Museum Reckahn mit dem TitelEine Oase des Glücks. Der romanti­

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Johann Ludwig Tieck prägte die Romantik ganz wesentlich mit.

sche Blick auf Kinder 5(31. August bis 31. No­vember 2002). Kloster Chorin wird die von Prof. Dr. Heinz­Dieter Heimann initi­ierte AusstellungFas­zination der Ruinen Neugierige anlocken, die etwas über die Ge­schichte der Denkmal­pflege oder die Begrün­dung der Geschichts­wissenschaft um 1800 erfahren möchten (z. April bis 31. Oktober 2002). Den Reigen von Uni-Ausstellungen komplettiert eine Prä­sentation der Universi­tätsbibliothek, die Dru­cke und Erstausgaben der Romantik zeigt (Ende Juni bis Ende August). Im Oktober diskutieren Uni-Ger­| manisten und deren Gäste auf einer Tagung das ThemaRomanti­sche Subjektivität und vaterländische Geschichte: Zur Kulturgeschichte Brandenburgs in der Zeit der Befreiungskriege. Zudem finden an der Philosophischen Fakultät in beiden Semestern viele Lehrveranstaltungen zur Romantik statt. Auch zur Kunstgeschichte der Romantik. Der Kunsthistoriker PD Dr. Hans Dickel hat dies übernommen. Ein ganz beson­derer Höhepunkt: Der Sommerkurs der Uni für die ausländischen Studierenden steht ebenfalls

Foto: eb

Im

unter dem Thema: Germanisten in Projektgruppe

Dass das Programm in all seinen Facetten heute auf festen Füßen steht, ist das Verdienst einer Projektgruppe unter Leitung der Germanistin Dr. Petra Kabus, die in diesem Jahr für Inhalt und Organisation der Kulturland-Kampagne ver­

Uni Aktuell

www.uni-potsdam.de/portal /juno2/uniaktuell

antwortlich ist. Mit dabei sind auch Prof. Dr. Knut Kiesant und seine Mitarbeiter aus dem Uni-Institut für Germanistik. Gemeinsam erar­beiteten sie in Kooperation mit dem Museums­verband das Landesprojekt in nur drei Monaten, verteidigten es schließlich vor einem Fachbeirat. Die Zeit war insofern abenteuerlich, als Antragsfristen eingehalten werden mussten, erinnert sich Kiesant. Doch die mühsame Klein­arbeit habe sich gelohnt. Für die Kampagne steht ein Gesamtbudget von 2,16 Millionen zur Ver­fügung. Das Projekt wird getragen durch Lan­des-, aber auch Bundes- und Europamittel, die Gegenfinanzierung erfolgt durch Kommunen, aus Eigenanteilen der Projektträger sowie durch Förderer und Sponsoren.

Romantik-Lesebuch

Ein zentraler Gegenstand der Kooperation zwi­schen der ProjektgruppeRomantik 2002 und der Uni Potsdam ist die Herstellung der zentra­len Publikation zum Thema. Unmittelbar vor seinem Erscheinen steht das von ihnen heraus­gegebene LesebuchBlühende Landschaften. Romantik in Brandenburg, in dem beispiels­weise Essays, kommentierte Bildgeschichten zu ausgewählten Orten und historischen Persön­lichkeiten enthalten sind. Das Buch wird am 21. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei dieser Prä­sentation wird zugleich die Ausstellung der Uni­versitätsbibliothekRomantische Drucke eröff­net(Uni-Komplex Neues Palais, Haus 11, Raum 009,15.00 Uhr).

Blickt Knut Kiesant zurück auf die letzten Arbeitsmonate, verrät sein Blick auch Zufrieden­heit.Es war spannend, über die Grenzen des eigenen Faches zu schauen, sagt er. Und das Thema habe gereizt. Im Gegensatz zu Klassik oder Aufklärung, gäbe es schließlich konträre Romantik-Definitionsversuche seit ihrer Zeit. Diese Umstrittenheit habe jene Epoche, die eigentlich die Reaktion auf das sei, was man Moderne nenne, im übrigen gemeinsam mit dem ThemaPreußen. Dem hatte man sich in Brandenburg bekanntlich erst im vergangenen Jahr gewidmet.

Obwohl das Romantik-Jahr gerade auf vollen Touren läuft, gibt es derzeit bereits erste Vorbe­reitungen für die Ausgestaltung des kommen­den Jahres. Gerade hat die 1998 gegründete Lan­deskampagneKulturland Brandenburg das ThemaEuropa als Schwerpunkt im Jahr 2003

vorgeschlagen. pg

Einen Überblick über das Programm im Ro­

mantik-Jahr finden Interessierte im Internet unter: http://www.kulturland-brandenburg.de.

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