Heft 
(1.1.2019) 06
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Uni Aktuell

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Von der schwebenden

zur lauffähigen Version

rau Horstkemper hat natürlich ganz recht: F Die Erziehungswissenschaften sind eine eminente Wissenschaft mit einer ehrwür­digen Tradition und einer glorreichen Zukunft. Nur: Lehrer sind halt keine Erziehungswissen­schaftler, sondern Lehrer. Sie lehren Physik oder Deutsch und nicht Erziehungswissenschaft. In der Physikstunde bringen sie ihren Schülern die Einsteinsche Relativitätstheorie bei, nicht das Menschenbild von Comenius. Und wenn sie nach der Sternentwicklung in unserem Univer­sums gefragt werden, ist ein Exkurs über Ent­wicklungspsychologie zur Analogiebildung zwar ganz hilfreich, aber eben nur wenn man weiß, was ein Stern und was ein Universum ist. Allerdings, und auch da ist Frau Horstkem­per uneingeschränkt zuzustimmen, muss ein Lehrer wissen, wie er seine Zielgruppe anspricht. Er/Sie braucht in der Tat das von Frau Horst­kemper beschworenepädagogisch-psycholo­gisch-soziologische Wissen. Und da sind, zumindest was das Volumen im Ausbildungs­plan betrifft, die Potsdamer Bedingungen mit sagenhaften 28 Semesterwochenstunden Erzie­hungswissenschaften doch geradezu ideal! Ver­glichen mit den Lehrern aus Baden-Württem­berg, wo sich die entsprechenden Semesterwo­chenstunden an einer Hand abzählen lassen, müssten wir also, der Logik von Frau Horstkem­per folgend, die besten Lehrer der Republik aus­bilden. Dass wir das tun, hoffe ich. Dass wir das sollten, fordere ich. Dass wir das können, glaube ich. Allerdings müssen wir uns hier in der Tat noch einmal darüber unterhalten,wer oder was hier eigentlich wirklich wichtig ist. Zeit, und insbesondere die Zeit unserer Lehr­amtsstudenten, ist halt eine endliche Ressource. Bleiben wir einmal beim Beispiel Einsteinscher

Se

Damit Unterricht erfolgreich ist, braucht es Lehrer, die den Stoff beherrschen und ihn mit pädagogischem

Geschick vermitteln können.

Portal 6/02

Relativitätstheorie und machen aus der schwe­benden Vision von Frau Horstkemper einer lauf­fähige Version für Studierende. Ein integriertes Ausbildungsmodul, bei der die Physik die wissen­schaftlichen Grundlagen liefert, die Fachdidaktik die Vermittlungskompetenz entwickelt und die Erziehungswissenschaft das pädagogische Ge­schick beisteuert. Die gemeinsame Aufgabe lau­tet, die angehende Lehrkraft in die Lage zu ver­setzen, einem Haufen undisziplinierter Rabau­ken, romantischer Träumer und unglücklich Ver­liebter eine elementare Vorstellung von Raum und Zeit zu vermitteln. Das wird natürlich nicht gelingen, wenn die angehende Lehrkraft selbst keine Ahnung von Raum und Zeit hat. Eine Vor­lesung in theoretischer Physik ist also ein not­wendige Voraussetzung. Mit seinem Vorlesungs­wissen in die Klasse gestellt, wird die angehende Lehrkraft allerdings nicht sehr erfolgreich sein. Von der Differentialgeometrie auf Riemannschen Mannigfaltigkeiten zum anschaulichen Sturz ins schwarze Loch ist es halt ein weiter Weg. Diesen Weg zu überbrücken, da hilft uns dann sicherlich die Fachdidaktik. Allerdings, auch der fachdidak­tisch Geschulte ist nicht gegen die Papierschwal­be gefeit, die ihm um die Ohren fliegt, während er, seinem austarierten Unterrichtskonzept fol­gend, gerade Einsteins legendäres Fahrstuhlexpe­riment erläutert. Hier könnte uns vielleicht Frau Horstkemper als Vertreterin der Erziehungswis­senschaften weiterhelfen. Wir könnten dann ler­nen, warum Jugendliche in bestimmten Phasen

gerne mit Schwalben schmeissen, wie man sie davon abbringen kann beziehungsweise wie die Schwalbe in den Unterricht integriert werden könnte, etwa um das besagte Fahrstuhlexperi­ment zu illustrieren.

Prof. Dr. Martin Wilkens/Institut für Physik

Kongress für Geoökologie

Seit Herbst 1992, also seit zehn Jahren, werden an der Universität Potsdam Studenten im Stu­diengang Geoökologie ausgebildet. Aus diesem Anlass veranstaltet das Institut für Geoökologie der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Verband für Geoökologie in Deutschland (VGöD) den 4. Kongress für Geoökologie(GEO­öKon 2002) in Potsdam. Zu diesem Kongress, der vom 4. bis 6. Juli 2002 an der Universität in Potsdam stattfinden wird, erwarten die Organi­satoren etwa 200 Teilnehmer aus Universitäten, von Forschungseinrichtungen und aus der beruf­lichen Praxis. Das Rahmenthema des KongressesLandschaf­ten im Wandel eine Herausforderung für die Geoökologie basiert auf den langjährigen Tradi­tionen der Potsdamer Landschaftslehre. Mit die­sem Thema wird zugleich der Bogen von den Grundlagen der Geoökologie, wie sie bundesweit an den Hochschulen vermittelt werden, bis hin zum breiten Spektrum geoökologischer Anwen­dungen in der Berufspraxis gespannt. In der Plenartagung werden grundlagenorien­tierte und praktisch-relevante Fragen der Unter­suchung von Landschaften zur Diskussion gestellt. Für die Übernahme des Festvortrages konnten die Veranstalter den Träger des alterna­tiven Nobelpreises Michael Succow von der Uni­versität Greifswald gewinnen. Er wird über das ThemaAlternative Nutzungsformen für unsere Kulturlandschaft referieren. In drei Arbeitskrei­sen sollen dann aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Die Spannbreite der Beiträge reicht dabei von naturwissenschaftlich-geoökolo­gischen Grundlagen über anwendungsbezogene Forschungsergebnisse bis hin zu Umsetzungs­beispielen aus der Berufspraxis.

Dr. Wolfgang Krüger/Institut für Geoökologie

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