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Antwort:
Von der schwebenden
zur lauffähigen Version
rau Horstkemper hat natürlich ganz recht: F Die Erziehungswissenschaften sind eine eminente Wissenschaft mit einer ehrwürdigen Tradition und einer glorreichen Zukunft. Nur: Lehrer sind halt keine Erziehungswissenschaftler, sondern Lehrer. Sie lehren Physik oder Deutsch und nicht Erziehungswissenschaft. In der Physikstunde bringen sie ihren Schülern die Einsteinsche Relativitätstheorie bei, nicht das Menschenbild von Comenius. Und wenn sie nach der Sternentwicklung in unserem Universums gefragt werden, ist ein Exkurs über Entwicklungspsychologie zur Analogiebildung zwar ganz hilfreich, aber eben nur wenn man weiß, was ein Stern und was ein Universum ist. Allerdings, und auch da ist Frau Horstkemper uneingeschränkt zuzustimmen, muss ein Lehrer wissen, wie er seine Zielgruppe anspricht. Er/Sie braucht in der Tat das von Frau Horstkemper beschworene„pädagogisch-psychologisch-soziologische Wissen’. Und da sind, zumindest was das Volumen im Ausbildungsplan betrifft, die Potsdamer Bedingungen mit sagenhaften 28 Semesterwochenstunden Erziehungswissenschaften doch geradezu ideal! Verglichen mit den Lehrern aus Baden-Württemberg, wo sich die entsprechenden Semesterwochenstunden an einer Hand abzählen lassen, müssten wir also, der Logik von Frau Horstkemper folgend, die besten Lehrer der Republik ausbilden. Dass wir das tun, hoffe ich. Dass wir das sollten, fordere ich. Dass wir das können, glaube ich. Allerdings müssen wir uns hier in der Tat noch einmal darüber unterhalten,“wer oder was hier eigentlich wirklich wichtig ist”. Zeit, und insbesondere die Zeit unserer Lehramtsstudenten, ist halt eine endliche Ressource. Bleiben wir einmal beim Beispiel Einsteinscher
Se
Damit Unterricht erfolgreich ist, braucht es Lehrer, die den Stoff beherrschen und ihn mit pädagogischem
Geschick vermitteln können.
Portal 6/02
Relativitätstheorie und machen aus der schwebenden Vision von Frau Horstkemper einer lauffähige Version für Studierende. Ein integriertes Ausbildungsmodul, bei der die Physik die wissenschaftlichen Grundlagen liefert, die Fachdidaktik die Vermittlungskompetenz entwickelt und die Erziehungswissenschaft das pädagogische Geschick beisteuert. Die gemeinsame Aufgabe lautet, die angehende Lehrkraft in die Lage zu versetzen, einem Haufen undisziplinierter Rabauken, romantischer Träumer und unglücklich Verliebter eine elementare Vorstellung von Raum und Zeit zu vermitteln. Das wird natürlich nicht gelingen, wenn die angehende Lehrkraft selbst keine Ahnung von Raum und Zeit hat. Eine Vorlesung in theoretischer Physik ist also ein notwendige Voraussetzung. Mit seinem Vorlesungswissen in die Klasse gestellt, wird die angehende Lehrkraft allerdings nicht sehr erfolgreich sein. Von der Differentialgeometrie auf Riemannschen Mannigfaltigkeiten zum anschaulichen Sturz ins schwarze Loch ist es halt ein weiter Weg. Diesen Weg zu überbrücken, da hilft uns dann sicherlich die Fachdidaktik. Allerdings, auch der fachdidaktisch Geschulte ist nicht gegen die Papierschwalbe gefeit, die ihm um die Ohren fliegt, während er, seinem austarierten Unterrichtskonzept folgend, gerade Einsteins legendäres Fahrstuhlexperiment erläutert. Hier könnte uns vielleicht Frau Horstkemper als Vertreterin der Erziehungswissenschaften weiterhelfen. Wir könnten dann lernen, warum Jugendliche in bestimmten Phasen
gerne mit Schwalben schmeissen, wie man sie davon abbringen kann beziehungsweise wie die Schwalbe in den Unterricht integriert werden könnte, etwa um das besagte Fahrstuhlexperiment zu illustrieren.
Prof. Dr. Martin Wilkens/Institut für Physik
Kongress für Geoökologie
Seit Herbst 1992, also seit zehn Jahren, werden an der Universität Potsdam Studenten im Studiengang Geoökologie ausgebildet. Aus diesem Anlass veranstaltet das Institut für Geoökologie der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Verband für Geoökologie in Deutschland (VGöD) den 4. Kongress für Geoökologie(GEOöKon 2002) in Potsdam. Zu diesem Kongress, der vom 4. bis 6. Juli 2002 an der Universität in Potsdam stattfinden wird, erwarten die Organisatoren etwa 200 Teilnehmer aus Universitäten, von Forschungseinrichtungen und aus der beruflichen Praxis. Das Rahmenthema des Kongresses„Landschaften im Wandel— eine Herausforderung für die Geoökologie“ basiert auf den langjährigen Traditionen der Potsdamer Landschaftslehre. Mit diesem Thema wird zugleich der Bogen von den Grundlagen der Geoökologie, wie sie bundesweit an den Hochschulen vermittelt werden, bis hin zum breiten Spektrum geoökologischer Anwendungen in der Berufspraxis gespannt. In der Plenartagung werden grundlagenorientierte und praktisch-relevante Fragen der Untersuchung von Landschaften zur Diskussion gestellt. Für die Übernahme des Festvortrages konnten die Veranstalter den Träger des alternativen Nobelpreises Michael Succow von der Universität Greifswald gewinnen. Er wird über das Thema„Alternative Nutzungsformen für unsere Kulturlandschaft“ referieren. In drei Arbeitskreisen sollen dann aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Die Spannbreite der Beiträge reicht dabei von naturwissenschaftlich-geoökologischen Grundlagen über anwendungsbezogene Forschungsergebnisse bis hin zu Umsetzungsbeispielen aus der Berufspraxis.
Dr. Wolfgang Krüger/Institut für Geoökologie
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