Titel
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Eine ungewöhnliche Liaison
Vom Verhalten in. Wasser- und Ölgemischen
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500 UltraShield””
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Emulgatoren spielen nicht nur eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Kosmetika und Reinigungsmitteln. Sie werden auch in Mikrocontainern für Medikamente und bei Blutersatzmitteln verwendet. Ihr gezielter Einsatz setzt allerdings eine genaue Kenntnis ihres Verhaltens in WasserÖl-Gemischen voraus.
asser und Öl mischen sich nicht!“ Die
\ X/ se Erkenntnis kann man im täglichen
Leben jeden Tag aufs Neue erfahren.
Wie ist es dennoch möglich, Fettreste von den
Tellern und Schmutz aus den Kleidern zu spü
len? Wie können Cremes und Salben, welche
zum großen Teil aus Wasser und Fett bestehen, als homogene Mischungen existieren?
Der Schlüssel zu den Antworten auf diese Fragen sind die Emulgatoren. Das sind chemische Verbindungen, die sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche Molekülbestandteile enthalten. Sie sind deshalb in der Lage, sich an der Grenzfläche zwischen Wasser und Öl anzuordnen. Im Verlaufe dieses: Prozesses können sie Es. eine Vielzahl unterschiedlicher Mikrostrukturen ausbilden, welche stark in Form und Größe differieren. Das Spektrum möglicher Strukturen reicht von kugelförmigen Öl-in-Wasser- beziehungsweise Wasser-in-Öl-Tröpfchen über stäbchen- und scheibenförmige Aggregate bis hin zu bikontinuierlichen Strukturen. All diesen Strukturen gemein ist ein geschlossener Film von
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B-\ M Mit Hilfe des neu installierten 500 MHZ UltraShield Magneten gewinnen Prof. Erich Kleinpeter und Gunter Wolf wichtige Erkenntnisse für ihre Forschungsarbeit.
Gunter Wolf wertet mit viel Sorgfalt die Messergebnisse aus.
Foto: Fritze
Emulgatormolekülen, welcher wäßrige und ölhaltige Phasen voneinander abtrennt. Die Eigenschaften dieses Grenzfilmes können durch Wahl der Öl- und Emulgatorkomponenten und durch die Zugabe weiterer Moleküle(zum Beispiel Salze, Polymere) gezielt beeinflußt werden. Dadurch eröffnet sich solchen selbstorganisierten Systemen ein breites Anwendungsgebiet. Neben den oben schon erwähnten Einsatzgebieten in Haushalt- und Kosmetikprodukten werden Aggregate von Emulgatormolekülen zum Beispiel als Mikrocontainer für Medikamente, als Nanoreaktoren bei der Synthese von Nanoteilchen oder als Blutersatzmittel in der Medizin eingesetzt.
Von herausragender Bedeutung für das Verständnis und damit den gezielten Einsatz solcher Systeme ist die Mikrostruktur der vorliegenden Aggregate, insbesondere ihre Form und Größe. Hierzu werden im Chemischen Institut Untersuchungen mit Hilfe der diffusions-gewichteten Kernspinresonanz-Spektroskopie(DOSY) durchgeführt. Mit der Methode untersucht man durch die Messung der magnetischen Eigenschaften der Atomkerne die Beweglichkeit(Diffusion) der einzelnen Bestandteile eines Gemisches. Der
hierdurch erhältliche Diffusionskoeffizient ist
ein sehr empfindlicher Indikator für die in einem Wasser/Emulgator/Öl-Gemisch vorliegende Mikrostruktur. In einer Wasser-in-ÖlEmulsion etwa diffundieren die Moleküle der Ölphase, welche das Aggregat aus Emulgatormolekülen umgeben, sehr viel schneller als die Wassermoleküle der eingeschlossenen Wasserphase. Den umgekehrten Fall beobachtet man in Öl-inWasser-Strukturen. In bikontinuierlichen Strukturen liegen die Diffusionskoeffizienten der Wasser- und Ölkomponente in derselben Größenordnung.
Neben dem beschriebenen Einsatz der DOSY-Methode im Forschungsbereich„Soft Matter“ ist diese Methode auch zum Beispiel zur Untersuchung von Protein-Ligand-Wechselwirkungen und Wirt-Gast-Komplexen einsetzbar (Forschungskomplex„Biorelevante Verbindungen“). Sie eignet sich auch zur Aufklärung der Molekülstruktur komplexer Gemische, da man das Spektrum jedes Gemischbestandteiles ohne vorherige physikalische Auftrennung der Komponenten erhalten kann.
Erich Kleinpeter, Gunter Wolf
Erich Kleinpeter bekleidet im Institut für Chemie der Universität Potsdam die Professur für Analytische Chemie.
Gunter Wolf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Analytische Chemie im Institut für Chemie der Universität Potsdam.
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Foto: Tribukeit
Foto: Fritze