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An der Grenze zwischen Soft Matter und Life Sciences
Chitin und Chitosan eröffnen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten
Chitin und Chitosan gehören als Naturstoffe zu den Polysacchariden, das heißt zu den aus zahlreichen Zuckerbausteinen aufgebauten Biopolymeren. Sie kommen vor allem in Insekten, Schalentieren und Pilzen vor und sind in der Biosphäre so weit verbreitet wie die Cellulose. Das aus dem Chitin herstellbare Chitosan besitzt physikalische, chemische und biologische Eigenschaften, die vielfältige Anwendungsmöglichkeiten eröffnen.
strukturbildenden Eigenschaften der Poly
saccharide von Interesse. Sowohl Chitin als auch Chitosan bilden in Lösung flüssigkristalline Phasen, aus denen sich Fasern und Filme erzeugen lassen. Das positiv geladene Chitosan formt zusammen mit negativ geladenen Biopolymeren Komplexe, die sich für die Herstellung von Mikro- und Nanokapseln eignen. Diese können für die Immobilisierung von Zellen und Enzymen sowie für die kontrollierte Wirkstofffreisetzung verwendet werden.
In unserer Arbeitsgruppe werden schwerpunktmäßig Composite aus Chitosan und Calciumphosphaten untersucht. Calciumphosphate bilden das mineralische Gerüst von Knochen, während Chitosan die Wundheilung beschleunigt und die Regenerierung von Knochengewe
IE Bereich„Soft Matter“ sind vor allem die
be fördert, zum Bei
spiel nach Unfall
verletzungen oder nach Operationen. Es
interessiert nun vor allem die Frage nach dem zugrunde 2 liegenden Wirkungsmechanismus. Um dies zu klären, werden ‚genau definierte Chi
tosan-Proben hergestellt und systematisch die Art und Menge der Calciumphosphat-Komponente variiert. Die Materialien f Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Kolloidchemie strukturell charakte
werden in
risiert, ihre biologische Kooperationen mit Industriepartnern und Kliniken zunächst in Zellkulturen, später auch im Tierversuch getestet. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Polymeren zeichnet sich Chitosan auch durch seine hervorragende Biokompatibilität aus, das heißt der menschliche Körper erzeugt gegen chitosanbeschichtete Implantate oder Mikrokapseln keine entzündlichen AbstoBungsreaktionen. Vielmehr werden durch körpereigene Enzyme aus dem Chitosan kleine Bruchstücke freigesetzt, so
Wirkung in
genannte Oligosaccharide, die ihrerseits wiederum faszinierende Signalwirkungen auf eine Reihe von Zellen auslösen. Sie stimulieren das Wachstum von Zellen, die Knochengewebe erzeugen(Osteoblasten), und von Zellen, die Knorpel- und Bindegewebe herstellen(Chondrocyten). Die Isolierung und Strukturaufklärung dieser Oligosaccharid-Signalstoffe ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten in Potsdam. Dies ist von großer Bedeutung, um das Zusammenspiel zwischen Struktur und Wirkung dieser Stoffe zu klären. Das wiederum liefert eine Voraussetzung für die Entwicklung neuartiger Pharmaka gegen Polyarthritis und andere Erkrankungen des Knochen- und Bindegewebes. Martin G. Peter
Seit vielen Millionen Jahren ist Chitin Bestandteil der Krabbenpanzer. Das aus ihm herstellbare Chitosan beschleunigt. unter anderem die Wundheilung und die Regenerierung von Knochengewebe.
Martin G. Peter bekleidet die Professur für Naturstoffchemie im Institut für Chemie der Universität Potsdam und arbeitet zugleich im
Interdisziplinären Forschungszentrum für Biopolymere.
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