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Störungen der Regulation des Körpergewichts
Hans-Georg Joost hielt seine Antrittsvorlesung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Fettleibigkeit und Diabetes sowie deren Ursachen und Zusammenhänge standen im Mittelpunkt der Antrittsvorlesung von Hans-Georg Joost.
Seit Beginn dieses Jahres leitet Prof. Dr. Dr. habil. Hans-Georg Joost als wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIFE) in Bergholz-Rehbrücke die anspruchsvolle Grundlagenforschung über Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit. Der 54-jährige DIfE-Direktor, der in Göttingen Chemie und Medizin studiert hat und auch in beiden Wissenschaften promovierte, folgte nach seiner Habilitation 1981 und einem zweijährigen Forschungsaufenthalt in den USA 1991 dem Ruf auf eine C4Professur an die Medizinische Fakultät der Technischen Hochschule Aachen. Von dorther kam er nach Potsdam und dankte gleich zu Beginn seiner Antrittsvorlesung dafür, dass er„in Potsdam so herzlich und konstruktiv von Institut und Fakultät aufgenommen wurde“.
ass man ihm und seinen Forschungsschwerpunkten hier sehr gewogen ist, wurde schon dadurch deutlich, dass etwa 150 Ernährungswissenschaftler der beiden einschlägigen Institute, Studierende der Ernährungswissenschaft und Angehörige verschiedener Fachbereiche der Mathematisch-Naturwis
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senschaftlichen Fakultät den Hörsaal im neuen Gebäude in Golm füllten. Joosts Vortrag über Adipositas(Fettleibigkeit) und. Diabetes sowie deren Ursachen strahlte dann auch Kompetenz und Spannung aus.
Zunächst befasste sich der Referent mit der Fettleibigkeit, deren Ausprägungsgrad bekanntlich über den Body-Mass-Index(BMI)— Quotient aus Körpergewicht und Quadrat der Körpergröße- definiert wird. Die Ausführungen bewegten sich zwischen den BMI- Extremen Prinzessin Diana und Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Da die Fettleibigkeit in den hochentwickelten Industrieländern stark zunimmt(Joost sprach von einer Verdoppelung in den USA in zehn Jahren; in Deutschland gilt bereits jeder Fünfte als adipös—- ak), suchen die Ernährungswissenschaftler fieberhaft nach Vermeidungsstrategien und setzen natürlich bei den Ursachen an.
Überernährung und Bewegungsmangel sind hier sicher in erster Linie ins Feld zu führen. Doch wies Joost auch auf„erhebliche genetische Ursachen der Adipositas“ hin, zu erkennen unter anderem an ähnlichen Veranlagungen eineliger Zwillinge in mehr als 80 Prozent der Fälle.
Foto: Fritze
Interessant waren Joosts Ausführungen über Versuche mit Mäusen, die zum Ziel hatten, „Kandidatengene“ für eine Fettleibigkeitsveranlagung zu isolieren. Der Referent sprach von 200 bis 500 Genen, die beispielsweise Einfluss auf die Rezeption des hungergefühlregulierenden Eiweißstoffes Leptin im Gehirn haben können und damit natürlich auf die Entwicklung der Adipositaskrankheit beim einzelnen Individuum. „Aufregend“ findet der DIfE-Direktor selbst die experimentell zu Tage getretenen Zusammenhänge zwischen Adipositas und Diabetes. Wenn Versuchsmäuse innerhalb von zwölf Wochen (das entspricht beim Menschen fünf bis sechs Jahre) von 45 auf 55 Gramm zunahmen, dann war das stets mit einer erheblichen Steigerung der Rate an Diabeteserkrankungen verbunden. Die Adipositaszunahme in den USA hat beispielsweise bisher eine 50-prozentige Erhöhung der Diabetesprävalenz zur Folge.
29 Prozent des Umsatzes der Apotheken beruhen heute auf Diabeteserkrankungen. Eine Reduktion ist momentan vor allem durch Änderung des Lebensstils möglich, aber der sei auffallend„interventionsresistent“. Und rigide Maßnahmen zur Gewichtsabnahme helfen auch meist nicht, weil offenbar mit dem Körpergewicht zugleich der„Grundumsatz“ des Organismus sinkt und somit mehr von jeder wieder aufgenommenen Kalorie für den Fettansatz zur Verfügung steht.
Was bleibt also für den Pharmakalogen anderes übrig, als auch in Bezug auf helfende Pharmaka in die Spur zu gehen...? ak
Erforschung der Meeresböden
Im Jahr der Geowissenschaften trafen sich Mitte Juni 2002 etwa 300 Wissenschaftler in Potsdam, um über ihre Ergebnisse von Tiefbohrungen zu berichten. Die Forscher arbeiten in den kontinentalen und den marinen Schwerpunktprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG). Das kontinentale Schwerpunktprogramm der DFG wird am Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam gemeinsam mit Vertretern des GeoForschungsZentrums Potsdam und der Freien Universität Berlin koordiniert. Das gemeinsame Kolloquium diente der Berichterstattung und gegenseitigen Information innerhalb der Wissenschaftlergemeinschaft und ermöglichte den Gutachtern, sich über den Stand der laufenden Forschungen zu informieren. Red.
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