Heft 
(1.1.2019) 07
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Uni Aktuell

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Telegrafenberg als Wissenschaftsmarkt

ZumTag der Wissenschaft und Forschung 2002 kamen über 2000 Schüler

Gelegenheit zu gründlicher Information gab es auf dem Telegrafenberg reichlich.

Solch ein Gewimmel möcht ich sehn... Nicht nur Dichterfürst Goethe, selbst Verfasser von 1300 Seiten naturwissenschaftlicher Texte, hätte beim Anblick der vielen jungen Leute im Anmarsch auf den Telegrafenberg anlässlich desTages der Wissenschaft und Forschung 2002 Freude empfunden.

Auch Albert Einstein, Namenspatron für den geöffneten Wissenschaftspark, wäre durch den Kontrast zwischen TIMMS und PISA einerseits und den interessierten Gesichtern vieler Studien­williger Gymmasiasten andererseits wieder einmal darin bestätigt worden, dass eben allesrelativ ist.

tag sein Ziel erreicht. Durch mehrere bil­

dungspolitische Eröffnungsreden, 42 wis­senschaftliche Kurzvorträge, viele Aufstellungsta­feln, offene Institutstüren und 35 Informations­stände dürfte der aufgeschlossenen Schülerschaft zunehmend klar geworden sein, dass es gut und nützlich ist, im Lande zu bleiben und an unseren brandenburgischen Hochschulen und Fachhoch­schulen ein Studium aufzunehmen.

C icher hat der aufwändige Wissenschafts­

Portal 7-9/02

Kein Geringerer als der auch vielfältig wis­senschafts- und bildungspolitisch engagierte Vorstandsvorsitzende des GeoForschungsZen­trums, Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Emmermann, ver­deutlichte den Elft-, Zwölft- und Dreizehnkläss­lern aus Gymnasien und Gesamtschulen, dass es nirgendwo in Deutschland eine so enge Ver­netzung von Universitäten und Fachhochschu­len mit mehr als 30 renommierten außeruni­versitären Forschungseinrichtungen gibt wie in Brandenburg und speziell im Raum Potsdam. Und Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Christoph Helm beschwor das interessante Fächerange­bot, die Überschaubarkeit der brandenburgi­schen Hochschuleinrichtungen, ihre trotz har­ter Sparzwänge noch gute Ausstattung und das angenehme heimatliche Umfeld für die derzeit 34000 Studierenden im Lande. Es gäbe mehr als 100 Studiengänge, von denen bereits rund 40 zu den international anerkannten Bachelor­und Magisterabschlüssen führten. Unter ande­ren würden zum Beispiel die vielen gemeinsam mit Forschungsinstituten berufenen Professo­ren die Studierenden mit wissenschaftlichen

Erkenntnissen vertraut machen. Mehrfach wur­den besonders die Mädchen aufgefordert, sich zu naturwissenschaftlichen Studien zu ent­schließen.

Aber insgesamt hätte es wohl so vieler ein­führenderWerbung gar nicht bedurft. Die vielfältigen Informationsangebote sprachen für sich.Das ist ja oberaffengeil, meinte gar eine Schülerin mit bewunderndem Blick auf die am Wege aufgestellten Messeinrichtungen des Deutschen Wetterdienstes. Fasziniert verfolg­ten Ingenieurinteressenten, wie es Studieren­den an der Fachhochschule Lausitz mit Simu­lation und Berechnungen gelang, eine 426 Gramm leichte Papierbrücke zu konstruieren, die eine Last von 95 Kilogramm trägt. Potsdams Fachhochschulprofessor Hermann Kleen warb nach einem eindrucksvollen Vortrag über die Ursachen von Häuser- und Mauereinstürzen: Wir brauchen gut ausgebildete Bauingenieu­re, damit solche Schäden nicht eintreten.

Gelungenes Stück Wissenschaftskommunikation

Auch die Info-Stände wurden gut besucht. An einem der Tische ging es um Möglichkeiten der Beteiligung am geoökologischen Jahr, an ande­rer Stelle erzählte ein junger Wissenschaftler über seine eigenen Entscheidungsqualen in Zusammenhang mit der persönlichen Studien­wahl. Die Golmer Gravitationsphysiker stellten das sensationelle Hannoversche Gravitationswel­lenmessgerätGeo 600 vor, das gerade erst ein­geweiht wurde. Die Firma BIOPOS aus Teltow präsentierte Wegwerfgeschirr aus kunststoff­ähnlicher Polymilchsäure auf Roggenbasis, und Erdbebenforscher demonstrierten Seismometer­ausschläge beim heftigen Auftreten mit dem Fuß. Für jeden war irgendwie etwas dabei, nach Ansicht von Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Lo­schelder fand eingelungenes Stück Wissen­schaftskommunikation statt. Loschelder war es auch, der den Schülern gleich zu Beginn des nahezu unüberblickbaren Veranstaltungsange­bots geraten hatte,das herauszufinden und für das spätere Studium zu wählen, was am besten den persönlichen Fähigkeiten entspricht und was Spaß macht und nicht nur den Blick starr auf den Arbeitsmarkt zu richten. ak