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Bibliothek bald ohne Bücher?
Mitarbeiter und Studierende protestieren gegen Kürzungen
Die ab 2003 auslaufende Büchergrundfinanzierung für die Hochschulbibliothek hat zur Folge, dass der Etat der Universitätsbibliotheken auf ein Drittel des bisherigen Volumens schrumpft. (Portal berichtete in der Mai-Ausgabe.) Dies wollen Studierende und Mitarbeiter der Universität Potsdam nicht unwidersprochen
hinnehmen.
Antiquariat oder moderne Bibliothek ist hier die Frage.
n der letzten Zeit gab es deshalb vielfältige
Aktivitäten, um auf die schwierige Lage auf
merksam zu machen und politische Entscheidungsträger zu sensibilisieren. So veranstalteten die Universitätsbibliothek und die Fachschaften am 12. Juni einen Informationstag. An diesem Tage wurden Mitarbeiter und Studierende über die Situation und ihre Auswirkungen auf die Literatur- und Informationsversorgung der Hochschule informiert.
Studierende der Fachschaft Slavistik übergaben am 14. Juni der Bibliothek etwa 300 Bücher als Geschenk. Die Publikationen stammen aus dem in Vlotho(Westfalen) ansässigen Europäischen Studienwerk. Es handelt sich vorrangig um in Westdeutschland gedruckte Primärliteratur, Übersetzungen und Nachschlagewerke aus den 60er und 70er Jahren. Thematisch sind sie mit der russischen Literatur der Sowjetepoche verbunden und ergänzen damit die Bestände der Universitätsbibliothek.
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Foto: Fritze
Am 19. und 20. Juni fanden zwei von Studierenden organisierte öffentliche Diskussionsforen zur Situation der Uni-Bibliothek statt. So debattierten in der Bereichsbibliothek am Uni-Standort Griebnitzsee Landtagsabgeordnete, Uni-Mitarbeiter und Studierende über die Auswirkungen der Einsparungen insbesondere im Bereich der Sozial- und Rechtswissenschaften. Um die Konsequenzen der Reduzierungen vor allem für die naturwissenschaftlichen Disziplinen ging es in der zweiten Veranstaltung im Uni-Komplex Golm. Sorge über den Erhalt des Uni-Standortes wurde geäußert, wenn aktuelle Bücher nicht mehr zur Verfügung stehen, Zeitschriftenabos und Publikationsreihen aus finanziellen Gründen in Größenordnungen gekündigt werden müssen. Der Annahme, die Uni sei mit ihrem Grundbestand ausreichend versorgt, wurde
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vehement widersprochen. Unter den zu erwartenden Bedingungen könne weder eine qualitativ gute Lehre noch eine innovative Forschung gewährleistet werden. Nach Auffassung des amtierenden Direktors der Uni-Bibliothek, Dr. Andreas Degkwitz, ist deshalb ein Aufwuchs des Etats unerlässlich. Um dem Druck zu verleihen, beteiligten sich bisher 3400 Mitarbeiter und Studierende an einer Unterschriftenaktion für eine bessere und sachgerechtere Ausstattung des Literaturerwerbsetats. Die Unterschriften werden in Kürze dem Ministerpräsidenten Matthias Platzeck übergeben.
Bislang zeigten die Proteste der Universität wenig Erfolg. Es besteht— auch auf Grund der neuerlichen Haushaltssperre— wenig Hoffnung, dass die Notsituation für die Bibliothek abgewendet ist. be
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Portal 7-9/02