Heft 
(1.1.2019) 07
Einzelbild herunterladen

Uni Aktuell www.uni-potsdam.de/portal /julo2/uniaktuell

Bibliothek bald ohne Bücher?

Mitarbeiter und Studierende protestieren gegen Kürzungen

Die ab 2003 auslaufende Büchergrundfinanzie­rung für die Hochschulbibliothek hat zur Folge, dass der Etat der Universitätsbibliotheken auf ein Drittel des bisherigen Volumens schrumpft. (Portal berichtete in der Mai-Ausgabe.) Dies wollen Studierende und Mitarbeiter der Universität Potsdam nicht unwidersprochen

hinnehmen.

Antiquariat oder moderne Bibliothek ist hier die Frage.

n der letzten Zeit gab es deshalb vielfältige

Aktivitäten, um auf die schwierige Lage auf­

merksam zu machen und politische Ent­scheidungsträger zu sensibilisieren. So veran­stalteten die Universitätsbibliothek und die Fach­schaften am 12. Juni einen Informationstag. An diesem Tage wurden Mitarbeiter und Studieren­de über die Situation und ihre Auswirkungen auf die Literatur- und Informationsversorgung der Hochschule informiert.

Studierende der Fachschaft Slavistik überga­ben am 14. Juni der Bibliothek etwa 300 Bücher als Geschenk. Die Publikationen stammen aus dem in Vlotho(Westfalen) ansässigen Europäi­schen Studienwerk. Es handelt sich vorrangig um in Westdeutschland gedruckte Primärlitera­tur, Übersetzungen und Nachschlagewerke aus den 60er und 70er Jahren. Thematisch sind sie mit der russischen Literatur der Sowjetepoche verbunden und ergänzen damit die Bestände der Universitätsbibliothek.

10

Foto: Fritze

Am 19. und 20. Juni fanden zwei von Studieren­den organisierte öffentliche Diskussionsforen zur Situation der Uni-Bibliothek statt. So debat­tierten in der Bereichsbibliothek am Uni-Stand­ort Griebnitzsee Landtagsabgeordnete, Uni-Mit­arbeiter und Studierende über die Auswirkun­gen der Einsparungen insbesondere im Bereich der Sozial- und Rechtswissenschaften. Um die Konsequenzen der Reduzierungen vor allem für die naturwissenschaftlichen Disziplinen ging es in der zweiten Veranstaltung im Uni-Komplex Golm. Sorge über den Erhalt des Uni-Standortes wurde geäußert, wenn aktuelle Bücher nicht mehr zur Verfügung stehen, Zeitschriftenabos und Publikationsreihen aus finanziellen Grün­den in Größenordnungen gekündigt werden müssen. Der Annahme, die Uni sei mit ihrem Grundbestand ausreichend versorgt, wurde

Anzeige

vehement widersprochen. Unter den zu erwar­tenden Bedingungen könne weder eine qualita­tiv gute Lehre noch eine innovative Forschung gewährleistet werden. Nach Auffassung des amtierenden Direktors der Uni-Bibliothek, Dr. Andreas Degkwitz, ist deshalb ein Aufwuchs des Etats unerlässlich. Um dem Druck zu verleihen, beteiligten sich bisher 3400 Mitarbeiter und Stu­dierende an einer Unterschriftenaktion für eine bessere und sachgerechtere Ausstattung des Lite­raturerwerbsetats. Die Unterschriften werden in Kürze dem Ministerpräsidenten Matthias Plat­zeck übergeben.

Bislang zeigten die Proteste der Universität wenig Erfolg. Es besteht auch auf Grund der neuerlichen Haushaltssperre wenig Hoffnung, dass die Notsituation für die Bibliothek abgewen­det ist. be

n SPENDENAKTION FÜR ALLE HOCHSCHULEN

Neue Bücher braucht das Land!

»Der Studienabschluss ist der Anfang einer neuen Bezie­

hung, die nicht aufhört und

Spenden Sie für eine Hochschule Ihrer Wahl. Als Spender erhalten Sie einen Ex-Libris-Aufkleber mit Ihrem Namen, der in ein neubeschafftes Buch eingeklebt wird. Über den Titel und Standort des Buches werden Sie informiert. Schirmherr der

Aktion ist Bundespräsident Dr. Johannes Rau.

WISSEN SCHAFFEN

von der beide, die Universi­

tät und ihre Absolventen, Gewinn haben können.«

Lord Ralf Dahrendorf

HELFEN SIE JETZT!

Ihre Spende ist steuerlich voll absetzbar und

Spenden Sie an:

Wissen schaffen e.V. Postbank Hamburg

BLZ: 200 100 20 Kontonummer: 42 208 208

Hotline Tel:040- 227 15 545 Hotline Fax: 040- 227 15 508

wird gemäß Ihren Wünschen verwandt. Bitte

geben Sie bei Ihrer Überweisung die Hochschule

und den Fachbereich an, den Sie fördern wollen.

www.wissenschaffen.de

info@wissenschaffen.de

Portal 7-9/02