Titel
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Urlaub, Euro und die gefühlte Inflation
Über den Urlaub als wirtschaftliches Phänomen
PLAT DU JOUR ET SA SALADE
„Kaufen Sie im Urlaub doch einen Computer“, empfahl ein pfiffiger ionsrate, und der individuelle Warenkorb des Heute überlegen viele,
Steppke einem über die gestiegenen Preise Schimpfenden,„dann ist Ihre Bürgers bestimmt seine individuell gefühlte, das ob ein Urlaub in der efühlte Preissteigerungsrate so niedrig wie die offizielle“, das heißt, die heißt, seine tatsächliche Inflationsrate. Politische Ferne für sie finanziell z 5& g X 0 f
so genannte tatsächliche.„Noch besser ist es, Sie kaufen drei, denn Wortspiele aufgrund der Preissteigerungsrate noch möglich ist.
dann wird es für Sie insgesamt billiger und die gefühlte Preissteigerung eines derartigen volkswirtschaftlichen Warenkor
Foto: unicom
liegt sogar unter der tatsächlichen!“
w— 35 scheint, ein Gespenst geht um: die
gefühlte Inflation! Viele Politiker verwen
j den diesen neuen Begriff, um dann auf die niedrigere, so genannte tatsächliche Inflation zu verweisen. Letztere ist eine statistische Durchschnittsgröße für einen Warenkorb mit 750 Produkten sowie Dienstleistungen. Und bei einigen, beispielsweise industriellen Produkten ist der
Preis gesunken. Aber es gibt nicht„die“ Infla
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bes erhöhen das tatsächlich gesunkene verfüg
bare Realeinkommen des Bürgers nicht.
Und dieses gesunkene Einkommen des einzelnen Bürgers hat, zusammen mit der für ihn gestiegenen Unsicherheit, nicht nur bei der Krankheits- und Altersvorsorge sowie seinen (bewertungsbedingten) Vermögensverlusten im Umfange von rund 70 Prozent seiner Geldvermögensbildung in den letzten zwei Jahren erhebliche ökonomische Auswirkungen. Insbesondere aus diesem Grunde, und nicht weil es einen so genannten Käuferstreik gibt, ist die konjunkturelle Situation vor allem beim Einzelhan
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