Die Luchse in
und die Physik
für Physiker interessant.
Zählungen von Luchsen in Kanada ergaben, dass ihre Zahl von Jahr zu Jahr schwankt. Man hat aber Zyklen von zehn Jahren festgestellt. Das heißt, alle zehn Jahre ist die Zahl dieser Tiere besonders hoch. Erstaunlich dabei ist, dass die hohen Zahlen im gleichen Jahr in Ost- wie in Westkanada beobachtet werden und sich als „wandernde Wellen“ über Kanada ausbreiten. Dies ist ein Beispiel für Synchronisierung. Daraus ergibt sich die Frage, wie es möglich ist, dass sich Ökosysteme über die Entfernung ganzer Kontinente global organisieren können.
it solchen Themen befassen sich WisM senschaftler, die auf dem Gebiet der
theoretischen Ökologie arbeiten. Zu ihnen gehört die Nachwuchsgruppe„Raum-zeitliche Synchronisierung in Ökosystemen: von lokaler Dynamik zu globaler Struktur“. Diese Gruppe ist am Institut für Physik der Universität Potsdam angesiedelt und wird nun von der Volkswagen-Stiftung mit rund 860.000 Euro gefördert. Die Forschungen der Gruppe bewegen sich an der Schnittstelle von Ökologie und theoretischer Physik.
Ökologische Systeme sind räumlich ausgedehnt und bestehen aus einer Vielzahl kleinerer, netzartig verbundener Einheiten. Von besonderem Interesse für die Wissenschaftler ist die Syn
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Kanada
Weitere Informationen zu den Forschungsthemen der Nachwuchsgruppe sind unter http: //www.agnld.uni-potsdam.de/-bernd/agnld/ oekologie.html abrufbar.
chronisierung dieser Einheiten, die das gesamte Ökosystem bestimmt. Solche Synchronisierungsphänomene spielen in zahlreichen Zusammenhängen eine grundlegende Bedeutung, wie beispielsweise bei der Regulierung bedrohter Arten oder der Ausbreitung von Epidemien. Dabei ist das Gesamtverhalten des Systems oft überraschend und nur aus dem Zusammenspiel aller Unterkomponenten erklärbar. Genau an diesem Punkt setzt die Nachwuchsgruppe an. Unter Einsatz moderner Methoden der nichtlinearen Dynamik werden verschiedene Formen der Synchronisierung untersucht, was zur systematischen Aufklärung von raum-zeitlicher Synchronisierung in ökologischen Systemen beiträgt. Dies ist befruchtend sowohl für die Biologie als auch für die Physik,
Eine solche Forschung ist notwendigerweise interdisziplinär und bedarf einer engen Zusammenarbeit von Physik und Biologie. Deshalb verfolgt die Gruppe einen in dieser Form relativ einzigartigen Ansatz, der Theorie, Modellbildung, Anwendung in konkreten Ökosystemen und im Experiment umfasst. Dass Ökologie Globalität impliziert, widerspiegelt sich auch in der internationalen Zusammensetzung der Gruppe von sechs Mitarbeitern aus vier Ländern.
Dr. Bernd Blasius/Institut für Physik
Forschung www.uni-potsdam.de/portal /julo2/forschung
Über Sprache und Denken
Wieder ist die Uni Potsdam Austragungsort für eine wissenschaftliche Tagung von Bedeutung. Die Societas Linguistica Europaea wird vom 22. bis 25. Juli 2002 ihre 35. Jahrestagung an der brandenburgischen Universität durchführen. Erwartet werden etwa 200 Teilnehmer. Mit neuen Überlegungen zu Sprache und Denken ist für die Tagung ein Rahmenthema gewählt worden, das Raum für 135 Vorträge in sechs Sektionen geben wird. Außerdem werden Sechs Plenarreferate und ein Workshop zur im naturwissenschaftlichen Sinne verstandenen Linguistik durchgeführt. Die Teilnehmer der Tagung kommen aus 27 Ländern, neben europäischen Ländern auch aus den USA, China und Brasilien. Allein 35 Wissenschaftler reisen aus mittel- und osteuropäischen Ländern an. Damit setzt die Societas Linguistica Europaea eine Tradition fort. Die Gesellschaft war gegründet worden, um Sprachwissenschaftlern aus diesen Ländern die Möglichkeit zur Teilnahme an der interdisziplinären Diskussion zu geben.
Mit der Orientierung auf kognitive Fragestellungen in der Linguistik trägt die diesjährige Tagung auch dem Profil der Potsdamer Sprachwissenschaft Rechnung. In den Vorträgen wird es unter anderem um theoretische und praktische Probleme der Versprachlichung von Konzepten gehen, um die Wirkung von Sprache bei der Manipulation und bei der Verarbeitung von Erfahrung, um Metaphern und Sprachstörungen. Der Frage, in welchem Verhältnis die Sprache zur Entwicklung des Denkens steht und wie die Beziehungen zwischen Sprache und kognitiver Aktivität des Menschen erfasst und beschrieben werden können, wird in mehreren Beiträgen behandelt. Ein wichtiger Gegenstand wird auch die Beschreibung sprachlicher Normen sein. Von besonderem praktischem Interesse sind die Beiträge zum Erwerb von Fremdsprachen und Zweitsprachen, die neue Modelle und deren Grundlagen darstellen werden.
Eine Besonderheit der Jahrestagungen der Societas Linguistica Europaea ist ihre Offenheit in Methodenfragen., Nicht die Zugehörigkeit zu einer Schule oder die Arbeit zu einem bestimmten„angesagten“ Gegenstand entscheiden über die Aufnahme der Beiträge, sondern ihre wissenschaftliche Qualität. In diesem Sinne werden historische Betrachtungen zu sprachwissenschaftlichen Theorien und Diskussionen zu aktuellen Modellen einen wichtigen Platz erhalten. Prof. Dr. Gerda Haßler/Institut für Romanistik
Portal 7-9/02