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(1.1.2019) 07
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Mit vereinten Kräften

Nahaufnahme: Udo Pfeifer, Dr. Peter Herrmann und Dr. Ruth Henrich sind die neu gewählten Personalratsvorsitzenden

Dr. Ruth Henrich

Einmal Personalrat, immer Personalrat. Nicht selten hörte Ruth Henrich dies von Kollegen, die nach der Wende beim Aufbau der neuen Perso­nalräte im Osten mithalfen. Im Jahre 1991 arbei­tete sie im ersten Personalrat der neu gegründeten Universität, seit 1992 ist sie Mitglied im Haupt­personalrat des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur und seit einigen Jahren dessen Vorsitzende sowie seit 1994 Vorsitzende des Gesamtpersonalrates der Universität Potsdam.

noch einmal als Vorsitzende kandidieren.

Aber ich wollte hier das Feld nicht nur den Männern überlassen. Die Dreiundfünfzig­jährige, die in Jüterbog und Rathenow aufwuchs und zwischen 1966 und 1971 an der Pädagogi­schen HochschuleKarl Liebknecht Lehrerin für Mathematik und Physik studierte, sieht ihre Personalratsarbeit rückblickend als enorm wich­tig für ihre Persönlichkeit. Und sie bedauert es sehr, dass sich heutzutage immer weniger Leute engagieren. Vor allem junge Leute fehlten in den Gremien. Als sie vor elf Jahren im Personalrat begann, hatte sie als Mitarbeiterin am Institut

F* letzteren wollte sie eigentlich nicht

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für Grundschulpädagogik schlicht und einfach Exis­tenzängste. Denn es war keineswegs klar, ob dieses Institut weiter bestehen würde. Zur allgemeinen Aufbruchstimmung gehörte auch, dass Bio­graphien einfach weg­ihr Impuls war die Flucht

oder abbrachen;

nach vorn. Es ging ihr um die eigenen, aber auch um die Belange anderer. Sie habe ein gut ausgeprägtes Hel­fersyndrom, sagt sie selbstiro­nisch.Aber ich habe nach 1989 quasi ein zweites Leben leben und schätzen gelernt, wie wichtig es ist, selbst aktiv zu sein und sich informieren zu kön­nen. Der geschiedenen Mutter zweier erwach­sener Kinder und Großmutter dreier Enkel fällt es schwer abzuschalten, zu Hause arbeitet es in ihrem Kopf weiter.Mittlerweile habe ich mir ein dickeres Fell zugelegt, aber es sind auch nicht mehr dieAbwehrschlachten, die ich füh­ren muss. Ich versuche Initiativanträge auf den Weg zu bringen und überlege langfristig, wo man hier an diesem Betrieb zwischen Chaos und Selbstorganisation was und wie anpacken könnte. Übergreifende Probleme der Beschäf­tigten also, wie etwa beim Datenschutz, Bild­schirmarbeitsplätzen, Arbeitsschutzangelegen­heiten, Gestaltung von Arbeitsplätzen, Unfall­verhütung oder bei Dienstvereinbarungen, bei­spielsweise zur Gesundheitsförderung, zu Fort­bildungen und Suchtgefahren Sie ist stolz da­rauf, dass gerade das Gesundheitsmanagement an der Universität Potsdam einen guten Ruf hat. Auch dass die Sache mit dem Firmenticket für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen endlich Kon­turen annimmt, erfüllt sie mit Genugtuung. Wenn Ruth Henrich über solcherlei Erfolge spricht, spürt man plötzlich, dass ihre Arbeit sie nicht nur aus-, sondern auch erfüllt. Dann ver­schwindet jeder Zweifel an der Richtigkeit des obigen ersten Satzes. tp

Personalia

www.uni-potsdam.de/portal /julo2/personalia

Dr. Peter Herrmann

Der Personalrat lebe nicht durch sich allein, er habe im Gesamtsystem Universität seine spezifi­schen Aufgaben. Viele Probleme, die im Interesse der Beschäftigten behandelt werden müssten, resultierten daraus, dass die Universität wachsen­den Sparzwängen ausgesetzt sei. Vor diesem Hintergrund sei seine Arbeit eine, die unbedingt gemacht werden müsse und mit der er sich jeder Zeit identifizieren könne.

eter Herrmann, der Vorsitzende des Per­Prosa für wissenschaftliches und

künstlerisches Personal weiß: Je kleiner die Decke wird, desto mehr versuchen, daran zu ziehen.Aufgabe ist es, dass die Belastung nicht zu sehr zu ungunsten bestimmter Personen­gruppen ausfällt. Es sind vor allem informative Gespräche mit den Beschäftigten über ihre tarif­und arbeitsrechtliche Situation, die für den im Jahre 1942 im erzgebirgischen Thum Gebore­nen. Allein fünfzig Prozent seiner Arbeitszeit nimmt er sich für Themen wie Eingruppierungs­

korrekturen, Übertragung neuer Arbeitsaufga­ben, Vergütung, Mobbing, Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, Kündigungen bis hin

zu Mutterschutzangelegenheiten

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