Heft 
(1.1.2019) 11
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e und ob sie mit einem

Abbau von Geschlechterhierar­chien verbunden ist, hängt nicht nur von den konkreten Bedingungen, sondern auch davon ab, ob die beteiligten Akteure einen solchen Zusammenhang überhaupt wahrneh­men und ein Interesse daran haben, das Herstel­len von mehr Geschlechtergerechtigkeit in die praktischen Ziele ihres Handelns zu integrieren. Dies wird, zugespitzt formuliert, in den Köpfen der handelnden Personen entschieden. Deshalb wurden die Interviews mit politischen Beamten und Führungskräften der neuen ersten Füh­rungsebene im Bezirksamt unter anderem dar­aufhin analysiert, über welches Geschlechter­Wissen diese Promotorinnen oder Promoter der Reform und Repräsentanten einer neuen Füh­rungskultur verfügen und ob dieses Wissen eine Ressource für ein gendersensibles Reformhan­deln darstellt. Obwohl die Akteure je nach Posi­tion im Amt, nach Geschlecht und Ost-West­Herkunft über ein differenziertes, zum Teil für Geschlechterungleichheiten sensibilisiertes Wis­sen verfügen, dominiert doch bei allen die Vor­stellung, dass in ihrer Organisation das Geschlecht eine nachrangige Rolle spielt und in erster Linie alle als Menschen zu betrachten und behandeln sind. Das Geschlechter-Wissen der Führungskräfte stellt somit derzeit kaum eine Ressource für die zielorientierte Verknüpfung von Reform und(mehr) Geschlechtergerechtig­keit dar. Zudem wird mit der stärkeren Betonung individueller Leistung im Zuge der Ökonomisie­rung der Verwaltung die Relevanz einer gender­sensiblen Perspektive in der Organisation eher geschwächt als gestärkt. In diesem Kontext erweist sich das vorherrschende Geschlechter­Wissen der Führungskräfte als passend.

Irene Dölling

Portal 11-12/02

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