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ches finanziert hat, kann es ein Problem geben. Die Hochschulen stehen hier vor völlig neuen Herausforderungen, denn es macht keinen Sinn, wichtige Drittmittelpartner zu verprellen. Deshalb müssen die Hochschulen bei der Aushandlung von vertraglichen Regelungen von Anfang an ein kompetenter Partner sein, der seine Interessen deutlich artikuliert. So werden am Ende alle profitieren.
Welchen Nutzen hat eigentlich nach dem novellierten Gesetz noch der Erfinder selbst von seinem Produkt?
Bohlen: Um es klar zu sagen: Im Verwertungsfall einen sehr großen. Er erhält 30 Prozent der Bruttoverwertungserlöse. Ich möchte allerdings vor allzu großer Euphorie warnen. Noch gibt es relativ wenige Präzedenzfälle für Patentverkäufe und Lizenzierungen in Deutschland. Ganz im Gegensatz etwa zu den USA.
Wie steht es denn konkret um die Patententwicklung an der Universität und die Aussicht auf eine erfolgreiche Verwertung von wissenschaftlichen Neuheiten?
Bohlen: Von 1996 bis 2001 wurden 32 Patente angemeldet, vorwiegend von Wissenschaftlern der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Davon wurde etwa ein Drittel bis ein Viertel tatsächlich einer Verwertung zugeführt. Allein seit Jahresbeginn liegen dem PITT acht Erfindungsmeldungen vor. Drei Erfindungen davon, unter anderem auf dem Gebiet der Lasertechnik, stehen kurz vor einer möglichen Verwertung. Hier sind bereits Industriepartner identifiziert. Solche Beispiele sollten auch anderen Wissenschaftlern Mut machen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Neues Studienkolleg
Der Wissenschaftsstandort Berlin ist um eine Einrichtung reicher. Gemeinsam getragen von der Studienstiftung des deutschen Volkes und der gemeinnützigen Hertie-Stiftung werden am„Studienkolleg zu Berlin“ mit Sitz am Gendarmenmarkt besonders begabte Studierende und Doktoranden aller Fachrichtungen aus ganz Europa für ein Jahr zusammengeführt. Sie durchlaufen parallel zu ihrem regulären Studium an einer der Berliner Universitäten oder an der Universität Potsdam ein Exzellenz-Programm mit europäischer Ausrichtung. Die ersten 37 Teilnehmer wurden bereits aufgenommen. Red.
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Maxi-Leistungsdichte aus einer Min1i-Box.
Der Physiker Dr. Volker Raab entwickelte
einen beeindruckenden Kompakt-Laser
Dr. Volker Raab, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Photonik des Institutes für Physik, kann ein besonders zukunfts- und vermarktungsträchtiges Forschungsergebnis vorweisen. Ihm ist es gelungen, in einem kleinen, handlichen Kästchen von 3x3x8 Zentimeter Laserstrahlen zu erzeugen und zugleich so extrem zu bündeln, dass sie mit vergleichsweise elfmal größerer Leistungsdichte als üblich aus einem Spalt an der Box austreten. Damit hat der 35 Jahre junge Physiker unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Menzel in nur wenigen Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung optischer Technologien geleistet, obwohl seine wissenschaftliche Laufbahn gar nicht von vornherein auf Laseroptik fixiert war. Iker Raab hat an der Technischen Uni\} versität München Physik studiert, konnte für eine Diplomarbeit über Kräftewirkungen in Atomkernen am Europäischen Kernforschungsinstitut CERN experimentieren und wurde schließlich an der Universität Potsdam in der Max-Planck-Arbeitsgruppe„Nichtlineare Dynamik“ mit einem chaostheoretischen Thema promoviert. Erst vor sechs Jahren begab er sich durch die Mitarbeit an einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Professoren Jürgen Kurths und Ralf Menzel auf die„Laserstrecke.“ Sein Arbeitsfeld im Rahmen der heutigen Laserforschung der Uni-Photoniker ist vor allem die Leistungsdichte, also die Leistung des Strahls pro Quadratzentimeter Auftrefffläche. Strahlen hoher Leistungsdichte werden beispielsweise zur Vervollkommnung elektronischer Druckereiverfahren benötigt. Mit ihnen können selbst kleinste Zeichen vollständig abgetastet und vom Laserstrahl sicher auf Druckplatten übertragen werden. Auch als„Messer“ in der Chirurgie werden scharf gebündelte Laserstrahlen mit entsprechend hoher Leistungsdichte benötigt.
„Unser gegenwärtiges Forschungskonzept zielt unter anderem darauf ab, in handlichen Apparaturen erzeugtes Laserlicht aufs Engste zu bündeln, selbst wenn wir dafür einen Rückgang der absoluten Leistung in Kauf nehmen müssen“, erklärt Volker Raab. Und das Konzept ging bisher auf, aber dafür war eine Sisyphusarbeit erforderlich. Kleine Apparaturen, wie die hier mit zwei R6-Batterien betriebene, haben näm
lich nur ein niedriges Niveau der Strahlungsleistung. Treibt man die Leistung dann bis zur Grenze, dann driftet der Strahl auseinander. Seine Bündelungsfähigkeit verringert sich um das 50bis Go-fache. Die Leistungsdichte fällt somit ab, bleibt bestenfalls gleich. Menzel und Raab ist es nun gelungen, durch geschickte Formung von Halbleiter-Laserstrahlen mittels eines gewinkelten Linsen- und Spiegelsystems, alles in der kleinen Box, einen Laserstrahl sehr hoher Leistungsdichte zu erzeugen. Zwar blieb nach der Formung nur noch etwa ein Fünftel der Strahlungsleistung der millimetergroßen Halbleiterquelle übrig, doch gelang es, den Lichtfleck etwa um den Faktor 50 zu verkleinern. So stieg letztendlich trotz Leistungsverlusts die Leistungsdichte des Strahls auf das Elffache, ungefähr ein Megawatt pro Quadratzentimeter. Das ist national und international patentträchtig.
Eingedenk der Anwendungsbreite gut gebündelten Laserlichts allgemein, von der CD- und DVD-Technik über Glasfaser-Informationsvermittlung, Mobilfunk, Biotechnologie, Medizin bis zum Druckereiwesen ist es nicht verwunderlich, dass bereits mit Nutzungsinteressenten verhandelt wird. Nur konnte das vermittelnde Team „Brainshell“ der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) noch kein regionales Unternehmen benennen.
Aber unabhängig vom Verhandlungsstand, die Uni-Wissenschaftler haben die physikalischtechnischen Grundlagen geschaffen. Forscher von Industriepartnern können nun den speziellen Anforderungen des Marktes nachgehen. Auch Unternehmensausgründungen sind möglich.„Natürlich wird die Uni durch spätere Lizenzvergaben nicht reich werden, aber kooperationswillige Unternehmen wissen ganz genau, wo das Know-how steckt, und schließlich hat die Region auch noch gute Chancen, den Durchbruch bei optischen Technologien zu schaffen“, bemerkt Volker Raab. ak
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Foto: Fritze