Heft 
(1.1.2019) 11
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Lust auf Neues

Juniorprofessor Thomas Weith erforscht Regionen und liebt die Abwechslung

Thomas Weith lässt sich auf das Experiment Juniorprofessur ein.

Einiges muss allerdings noch auf die Beine gestellt werden.

Noch ist sein Zimmer mehr als spartanisch einge­richtet. Ein paar Plakate, eine Grünpflanze lassen Persönliches erahnen. Trotzdem ist Thomas Weith bereits voll in die Forschung und Lehre eingestie­gen. Am 1. November trat er seine Juniorprofessur fürAngewandte Regional- und Umweltfor­schung im Institut für Geographie an. Damit ist der 1967 in Oberfranken Geborene der erste Juniorprofessor an der Universität Potsdam.

ich für diese Professur in Potsdam zu

bewerben, habe ihn deshalb gereizt, weil

er damit thematisch sehr gut an das anknüpfen könne, womit er sich bisher beschäftigt habe. So promovierte er über regio­nale Strategien der Siedlungsflächenentwick­lung. Außerdem gefalle ihm die Atmosphäre am Institut, wo er seit 1998 als Lehrbeauftrag­ter gearbeitet hat. Vorher war der Wissenschaft­ler sechs Jahre am Institut für Regionalentwick­lung und Strukturplanung in Erkner tätig. Dort beschäftigte er sich unter anderem mit der Nachnutzung von Militärbrachen.Ich klebe nicht gerne an einem Stuhl, sagt er und meint damit nicht, dass er die Uni Potsdam schnell wieder verlassen möchte. Aber irgendwann komme der Punkt, an dem es sich lohne da­

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rüber nachzudenken, ob es im Interesse der eigenen Innovationsfähigkeit neue Perspekti­ven gebe.

Deshalb betrachtet Thomas Weith die Juniorpro­fessur als Herausforderung für sich. Mit dem Experiment Juniorprofessur zieht die Bundes­republik im internationalen Wettbewerb endlich einigermaßen gleich, sagt er energisch. Er hätte bisher keinem Kollegen im Ausland die Situa­tion in Deutschland verständlich machen können. Mit 40 oder 45 seien Wissenschaftler noch von ihremgroßen Vater abhängig, der darüber entscheidet, welches Projekt sie einwer­ben, welche Publikationen sie schreiben, an welchen Tagungen sie teilnehmen und auf wel­chem Stuhl sie sitzen dürften.Das ist nicht nachvollziehbar, sagt der Professor. Deshalb sei die Einrichtung der Juniorprofessur in Deutsch­land ein Beitrag zur Normalisierung. Vielleicht ist es sein ingenieurwissenschaftlicher Hinter­grund, der ihn am Sinn der Habilitation zweifeln lässt. Auch ohne diese Graduierung müssen die Juniorprofessoren nachweisen, dass sie interna­tionale Spitzenleistungen erbringen. Thomas Weith freut sich darüber, dass die Universität die Juniorprofessuren als Möglichkeit zur Innova­tion und zur Rekrutierung von herausragendem Nachwuchs betrachtet.

Foto: Fritze

Personalia

www.uni-potsdam.de/portal/dezo2/personalia

So sieht der Wissenschaftler also mit Span­nung auf sein neues Bewährungsfeld.Die Pro­fessur soll gezielt die Schnittstelle zwischen der naturwissenschaftlich-ökologischen sowie den sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Ansät­zen zur Entwicklung von Regionen bilden. Es geht also um die Grenze von Schutz und Nut­zung durch politische Gestaltung. Er will sich in Zukunft mit der Analyse von sozioökonomi­schen Bestimmungsfaktoren der Nutzung von Natur und Landschaft sowie mit der Analyse und Bewertung von Steuerungsmöglichkeiten der Flächennutzung auf regionaler Ebene befassen. Auch die Evaluierung von Strategien und Instru­menten der Regionalentwicklung interessieren ihn. Bei seinen bisherigen Projekten hat der pro­movierte Landschaftsplaner gelernt, sich bei der Umsetzung von Ergebnissen nicht so leicht des­illusionieren zu lassen. Als eine zentrale Aufga­be von Wissenschaft sieht er es an, auf Realisier­bares aufmerksam zu machen. Diese Freiheit er­mögliche ihm die Forschung.Ich denke, wenn man verantwortungsbewusst handeln möchte, muss man darauf hinweisen, was in der Politik defizitär ist, sagt er. Als ein zentrales Handlungs­feld, das nach seiner Auffassung bei weitem nicht so angepackt wird, wie es wünschenswert wäre, sind öffentliche Subventionen. Gemeint ist bei­spielsweise die Frage, in welchem Maße das Bauen auf dergrünen Wiese belohnt oder sub­ventioniert werden sollte. Auch auf dem Feld der Förderung der regionalen Zusammenarbeit gebe es große Herausforderungen. Diese neuen, pra­xisbezogenen Themen will der Hochschullehrer auch in seine Lehre einfließen lassen.

Und weil Thomas Weith mehr vom Leben erwartet als nur Höchstleistungen im Beruf zu erbringen, geht er in die Oper, ins Theater oder

be

in Museen.

Beiratsmitglied

Der Sporthistoriker Prof. Dr. Hans Joachim Teichler von der Universität Potsdam ist in den gerade formierten Sachverständigen-Beirat des Bundesinnenministeriums in Sachen DDR­Doping berufen worden. Das Gremium hat die Aufgabe, in zweifelhaf­ten Fällen Stellungnah­men gegenüber dem für die Durchführung zuständigen Bundesver­waltungsamt abzugeben. Insgesamt arbeiten im Beirat sieben Experten unterschiedlicher Fachgebiete mit.

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Red.

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