Heft 
(1.1.2019) 11
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Vermischtes

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Auf der Suche nach der eigenen Sprache

Studierende stellenKunst in der Mühle aus

Auch beim Malen ist Hey-Woun Hyun mit ihren Gedanken in ihrer koreanischen Heimat.

Die Historische Mühle am Rande des Parks von Sanssouci entwickelt sich zunehmend zum Besu­chermagneten. In diesen Tagen lohnt sich ein Gang dorthin ganz besonders. Denn nicht nur die Besichtigung dieses technischen Bauwerkes lädt zum Kommen ein, sondern auch die aktuelle AusstellungKunst in der Mühle. Elf Lehramts­studierende des Studienganges Kunst der Uni Potsdam stellen hier ihre Abschlussarbeiten der Öffentlichkeit vor.

Materialien, Ausdrucksformen und Hand­

schriften. Das Handwerk erlernen und dann eigene Wege gehen, so könnte das Ziel der Ausbildung zusammengefasst werden. Prof. Dr. Meike Aissen-Crewett und ihre Mitarbeiter Dr. Wilfrid Größel und Harald Herzel legen großen Wert darauf, dass die Hälfte des Fachstudiums dem freien künstlerischen Arbeiten gewidmet wird. Keine Richtung oder Kunstschule ist vor­gegeben. Jeder soll seine individuelle Sprache finden. Und weil künstlerisches Tun nicht ohne Reflexion möglich ist, halten die Studierenden ihre künstlerischen Erfahrungen in Tagebüchern fest. Die Ergebnisse dieser Aufzeichnungen sind genauso interessant wie die Kunstwerke selbst.

CS ichtbar wird eine große Vielfalt an Farben,

Portal 11-12/02

Offenbaren sie doch den schwierigen Prozess der Entstehung und geben Einblicke in die Gedankenwelt der Ausführenden.

Juliane Hofmann beispielsweise suchte nach einem Weg, die Spannung zwischen Wissen und Nichtwissen, zwischen Erkennen und Nichter­kennen künstlerisch umzusetzen.Mohnwiesen mit ihren glutroten Farben haben mich schon

Auf künstlerischen Wegen zurErkenntnis: Juliane Hofmann.

Fotos: Fritze

Kunst in der Mühle

Abschlussarbeiten des Studienganges Kunst der Universität Potsdam von Dorothea Beil, Ulrike Eichhorn, Joachim Ellermann, Sandra Fiedler, Juliane Hofmann, Hey-Woun Hyun, Kri­stina Lohmann, Markus Pabst, Steffanie Rosen­hahn, Ines Thies, Kerstin Victor

Bis 30. Januar 2003

samstags und sonntags: 10.00 bis 16.00 Uhr Historische Mühle, Maulbeerallee 5

14469 Potsdam

Eintritt: 2, Euro Erwachsene, 1, Euro Kinder

immer fasziniert, sagt sie. Diese Naturerleb­nisse inspirierten die Studentin zu ihrem Kunst­werkErkenntnis. Sie hat drei Holzrahmen mit Pergamentpapier bespannt. Dahinter verbergen sich Pflanzenteile, auch Mohnkapseln. Man sieht sie in Umrissen, ahnt, was sich hinter dem Papier verbirgt, kann aber nicht alles erfassen, wie im Leben. Ihre enge Beziehung zur Natur zeigt sich auch in den drei Acryl-Sandbildern Reifung. Extra aus der Toskana mitgebrachter Sand und die Farbe Rot in allen Schattierungen dominieren dabei.

In eine ganz andere Gedankenwelt entführt uns Hey-Woun Hyun mit ihren abstrakten Sieb­drucken. Die im koreanischen Seoul Geborene benutzt dünne Pinsel und malt ohne Wasser. Beim Malen sind meine Gedanken in meiner Heimat, in meiner Kindheit und bei meiner Familie, sagt sie. Das will sie nicht nur mit Far­ben, sondern auch mit koreanischen und chine­sischen Schriftzeichen ausdrücken. Weiß, schwarz, rot und ocker sind ihre Farben der Erin­

nerung, violett, grün, rosa und gelb die der

be

Gegenwart.

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