Heft 
(1.1.2019) 03
Einzelbild herunterladen

Optimale

Entwicklung angestrebt

Das Konzept zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Beginn schon bei den Jüngsten.

Seit Jahren gibt es mahnende Stimmen der Ver­antwortlichen in Wissenschaft und Forschung, die mehr Augenmerk für den wissenschaftlichen Nachwuchs fordern. Fachübergreifend und über­regional existieren eine Vielzahl von Problemen. Sie machen auch vor den Toren der Uni Potsdam nicht Halt. Vor diesem Hintergrund wurden an der Hochschule nun die Bemühungen verstärkt, eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Auf dem Tisch liegt nun ein Konzept, das den Ist­Zustand beschreibt und konkrete Mittel und Wege anregt, mit deren Hilfe die Situation für den wis­senschaftlichen Nachwuchs verbessert werden kann(s. dazu auch Seite 5). Der Senat und zuvor die Senatskommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs stimmten dem unter Mitwirkung aller Fakultäten entstandenen Konzept zu.

n der Universität fehlen Qualifikations­

und Promotionsstellen. Eine Ursache

afür sei einerseits der sehr hohe Anteil

von Dauerstellen im akademischen Mittelbau, der sich erst durch die sukzessive Umsetzung des Strukturplanes und die Einrichtung neuer Pro­fessuren vermindere. Andererseits habe das Land die Mittel für Promotionsstipendien in den letz­ten Jahren dramatisch und schmerzhaft redu­

ziert. Verwiesen wird auch darauf, dass die Gewinnung von exzellenten Nachwuchswissen­schaftlern für die Universität so lange problema­tisch bleibe, wie in vielen Bereichen ausreichen­de und langfristige sowie finanziell attraktive Arbeitsmöglichkeiten nicht existieren.

Die Verantwortung für die Förderung und Qualifizierung des wissenschaftlichen Nach­wuchses ist klar umrissen. Sie liegt bei den Fakul­täten, die sich nicht nur mit dem Fehlen von befristet zu besetzenden Qualifikationsstellen auseinandersetzen müssen, sondern auch mit dem Fehlen von Mitteln zur Graduierten­förderung.

Mehr noch als bisher will sich die Universität an studierwillige Schüler und Jugendliche wen­den. Geplant ist unter anderem der Ausbau der institutionellen Zusammenarbeit zwischen den Schulen in Potsdam und Brandenburg und der Universität. Durch persönliche Betreuungsver­hältnisse und eine frühzeitige Einbindung der sich im grundständigen Studium befindlichen Studierenden in wissenschaftliche Projekte soll darüber hinaus später verstärkt eine Grundlage für eine mögliche forschungsorientierte Berufs­perspektive geschaffen werden.

Basis für die Förderung des wissenschaft­lichen Nachwuchses ist jedoch die Doktoranden­

Fotos: Fritze

Uni Aktuell

www.uni-potsdam.de/portal /apro3/uniaktuell

förderung. Sie müsse durch eine strukturierte, systematische Graduiertenausbildung verbessert und verkürzt werden, lautet es. Die karriereent­scheidende Situation allerdings entstünde nach Abschluss der Promotion. Einen besonderen Stel­lenwert nimmt deshalb an der Uni Potsdam die Einrichtung von zunächst neun Juniorprofessu­ren in einer Pilotphase ein. In diesem Zu­sammenhang seien der Status von Nachwuchs­wissenschaftlern, die keine Juniorprofessur inne­hätten, die Einbindung der Juniorprofessuren in die Fakultäten, ihre angemessene Ausstattung, die Gestaltung der Zwischenevaluation und der Übergang von der Juniorprofessur zur Professur noch zu klären.

Vorschläge für Umsetzung

Dem Ziel der Universität Potsdam, eine systema­tische Förderung des wissenschaftlichen Nach­wuchses anzustreben, soll nun die Umsetzung von im Konzept festgehaltenen Vorschlägen die­nen. Dazu gehört die Förderung einer strukturier­ten Graduiertenausbildung durch die Etablierung und finanzielle Unterstützung von Doktoranden­workshops oder-seminaren, die alle Fakultäten soweit nicht schon vorhanden- als Pflichtveran­staltungen durchführen sollen. Auch für Gastwis­senschaftler oder kleinere Tagungen könnten pro­jektbezogene Mittel sowohl von der Uni als auch aus Sonderprogrammen kommen, wobei eine Evaluierung des jeweils geförderten Vorhabens vorgesehen ist. Weiter einsetzen will sich die Hochschule für die Grundversorgung mit Lite­raturerwerbsmitteln der Bibliothek und dafür, dass die im Rahmen der Doktorandenausbildung erbrachten Lehrleistungen auf das Lehrdeputat angerechnet werden können. Im Mittelvertei­lungsmodell der Universität sollen künftig fach­übergreifende Doktorandenseminare und ande­re Maßnahmen zur strukturierten Graduierten­ausbildung sowie die erfolgreiche Einwerbung von Graduiertenkollegs, europäischen Netzwer­ken und Marie-Curie-Stipendien honoriert wer­den. Darüber hinaus will man stärkere Anreize schaffen, damit qualifizierte Frauen promovieren. Für Frauen ist auch ein von der Kommission Gleichstellung und Frauenförderung zu entwi­ckelndes Mentoring-Programm avisiert, das sie in wissenschaftliche Netzwerke einführt und den Weg zu Führungspositionen in der Wissenschaft ebnet. Zu den weiteren vorgeschlagenen Maß­nahmen gehören auch die noch stärkere Nut­zung exklusiver Förderprogramme für Postdocs, die Umwandlung von-Qualifikationsstellen in Stellen für Juniorprofessuren und andere. pg

Infos im Intranet unter http://www.intern.uni­potsdam.de/over/index.htm einzusehen,

Portal 3-4/03