Heft 
(1.1.2019) 03
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Uni Aktuell

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Mittelalter und Gegenwart

Universität Potsdam beteiligt sich am Museumsaufbau in Ziesar

Die Universität Potsdam wirkt an der Ent­wicklung und Gestal­tung des neuen branden­burgischen Museums Burg Ziesar im Land­kreis Potsdam­Mittelmark mit. Eine kürzlich unterzeichnete Kooperationsvereinba­rung zwischen der Philo­sophischen Fakultät und dem Amt Ziesar stellt dieses Projekt auf ein verlässliches Fundament.

ort, wo Zzwi­Dreier dem 13. und 16. Jahr­

hundert der Bischof von Brandenburg in einer komplexen baulichen Anlage seine Residenz errichtete, erfahren nun künftig Besucher wie Fachpublikum neue Zu­gänge zur Geschichte der Mark Brandenburg. Nach bauhistorischen Arbeiten soll im Mu­seum Burg Ziesar bis zum Jahr 2005 ein The­men- und Landesge­schichtsmuseum auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern in mehr als 20 historischen Räu­men eingerichtet wer­den. Den zentralen the­matischen Kern der Dauerausstellung bildet die mittelalterliche Ge­schichte und Christiani­sierung, das geistige und religiöse Leben der Mark Brandenburg bis in die Zeit der Reforma­tion. Das Museum pro­blematisiert damit in

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historischer Perspektive die Wechselbeziehun­gen zwischen Religion und Lebensformen, Lan­deskultur und politischer Ordnung in der Vor­moderne.

Federführend an der Konzeption und am Auf­bau des Museums Burg Ziesar ist das Histori­sche Institut der Universität Potsdam beteiligt. Prof. Dr. Heinz-Dieter Heimann ist der Vorsit­zende des Fachbeirates des Museums. Anläss­lich der Vertragsunterzeichnung zeigte sich der Dekan der Philosophischen Fakultät der Univer­sität, Prof. Dr. Norbert Franz, erfreut darüber, dass Studierende nun an einem authentischen historischen Ort Gelegenheit erhalten, histori­sche Quellen für ihre wissenschaftliche Arbeit nutzen zu können. Vorgesehen sind unter ande­rem Praktika für Studierende und gemeinsame Forschungsvorhaben im Bereich der Vermitt­lung mittelalterlicher Geschichte und Kultur.

Heinz-Dieter Heimann und weitere Beteiligte wollen mit der einzurichtenden Ausstellung Christianisierung und Urbanisierung. Die Mark Brandenburg im Mittelalter die Geschich­te Brandenburgsverlängern. Denn bisher wür­de in der öffentlichen Wahrnehmung die Ent­wicklung des Landes Brandenburg bevorzugt nach der der preußischen Geschichte, also der Zeit seit dem 18. und 19. Jahrhundert, betrach­tet. Hier müsse ein erweitertes Geschichtsbild vermittelt werden, wozu in Ziesar beste Gelegen­heit besteht, so der Professor für Mittelalterliche Geschichte.Wir wollen damit die Formierung der Mark Brandenburg im Mittelalter, den Lan­desausbau, die Kirchenorganisation, die Bedeu­tung der Bischöfe, das religiöse Alltagsleben in den Mittelpunkt stellen.

Ziesar mit seiner mehr als 1000-jährigen Geschichte eignet sich deshalb sehr gut für die­ses Vorhaben, weil die Burg zu den wenigen

erhaltenen Bischofsresi­denzen im Land Bran­denburg gehört. Sie ist die einzige Anlage mit komplett ausgemalter spätgotischer Burgka­pelle und einem bischöflichen Wohnbau, der trotz neuzeitlicher Umbauten in seiner spätmittelalterlichen Struktur erhalten geblie­ben ist.

Seit 1995 wird die Burg­anlage schrittweise sa­niert. Museums-Kurator Dr. Clemens Bergstedt will keineregionale Heimatstube, sondern eine Ausstellung für Brandenburg schaffen. Wir freuen uns, auf die professionelle, fachwis­senschaftliche stützung der Historiker der Universität Potsdam bauen zu. können. Auch nach der Eröff­nung des Museums im

Unter­

Rahmen der Initiative Kulturland Branden­burg zu Pfingsten 2005 soll die Kooperation mit der Universität Potsdam nicht zu Ende sein.Wir sind froh über die Ko­operationsmöglichkeiten und brauchen die Uni­versität mit ihren kreati­ven Wissenschaftlern für weiterführende Pro­jekte und Veranstaltun­gen, so Clemens Berg­stedt. Die Fakultät, die Stadt Ziesar und das Museum sehen ihr En­gagement als Teil einer langfristigen Zusam­menarbeit. be