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Mittelalter und Gegenwart
Universität Potsdam beteiligt sich am Museumsaufbau in Ziesar
Die Universität Potsdam wirkt an der Entwicklung und Gestaltung des neuen brandenburgischen Museums Burg Ziesar im Landkreis PotsdamMittelmark mit. Eine kürzlich unterzeichnete Kooperationsvereinbarung zwischen der Philosophischen Fakultät und dem Amt Ziesar stellt dieses Projekt auf ein verlässliches Fundament.
ort, wo ZzwiDreier dem 13. und 16. Jahr
hundert der Bischof von Brandenburg in einer komplexen baulichen Anlage seine Residenz errichtete, erfahren nun künftig Besucher wie Fachpublikum neue Zugänge zur Geschichte der Mark Brandenburg. Nach bauhistorischen Arbeiten soll im Museum Burg Ziesar bis zum Jahr 2005 ein Themen- und Landesgeschichtsmuseum auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern in mehr als 20 historischen Räumen eingerichtet werden. Den zentralen thematischen Kern der Dauerausstellung bildet die mittelalterliche Geschichte und Christianisierung, das geistige und religiöse Leben der Mark Brandenburg bis in die Zeit der Reformation. Das Museum problematisiert damit in
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historischer Perspektive die Wechselbeziehungen zwischen Religion und Lebensformen, Landeskultur und politischer Ordnung in der Vormoderne.
Federführend an der Konzeption und am Aufbau des Museums Burg Ziesar ist das Historische Institut der Universität Potsdam beteiligt. Prof. Dr. Heinz-Dieter Heimann ist der Vorsitzende des Fachbeirates des Museums. Anlässlich der Vertragsunterzeichnung zeigte sich der Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität, Prof. Dr. Norbert Franz, erfreut darüber, dass Studierende nun an einem authentischen historischen Ort Gelegenheit erhalten, historische Quellen für ihre wissenschaftliche Arbeit nutzen zu können. Vorgesehen sind unter anderem Praktika für Studierende und gemeinsame Forschungsvorhaben im Bereich der Vermittlung mittelalterlicher Geschichte und Kultur.
Heinz-Dieter Heimann und weitere Beteiligte wollen mit der einzurichtenden Ausstellung „Christianisierung und Urbanisierung. Die Mark Brandenburg im Mittelalter“ die Geschichte Brandenburgs„verlängern“. Denn bisher würde in der öffentlichen Wahrnehmung die Entwicklung des Landes Brandenburg bevorzugt nach der der preußischen Geschichte, also der Zeit seit dem 18. und 19. Jahrhundert, betrachtet. Hier müsse ein erweitertes Geschichtsbild vermittelt werden, wozu in Ziesar beste Gelegenheit besteht, so der Professor für Mittelalterliche Geschichte.„Wir wollen damit die Formierung der Mark Brandenburg im Mittelalter, den Landesausbau, die Kirchenorganisation, die Bedeutung der Bischöfe, das religiöse Alltagsleben in den Mittelpunkt stellen.“
Ziesar mit seiner mehr als 1000-jährigen Geschichte eignet sich deshalb sehr gut für dieses Vorhaben, weil die Burg zu den wenigen
erhaltenen Bischofsresidenzen im Land Brandenburg gehört. Sie ist die einzige Anlage mit komplett ausgemalter spätgotischer Burgkapelle und einem bischöflichen Wohnbau, der trotz neuzeitlicher Umbauten in seiner spätmittelalterlichen Struktur erhalten geblieben ist.
Seit 1995 wird die Burganlage schrittweise saniert. Museums-Kurator Dr. Clemens Bergstedt will keine„regionale Heimatstube“, sondern eine Ausstellung für Brandenburg schaffen. „Wir freuen uns, auf die professionelle, fachwissenschaftliche stützung der Historiker der Universität Potsdam bauen zu. können.“ Auch nach der Eröffnung des Museums im
Unter
Rahmen der Initiative „Kulturland Brandenburg“ zu Pfingsten 2005 soll die Kooperation mit der Universität Potsdam nicht zu Ende sein.„Wir sind froh über die Kooperationsmöglichkeiten und brauchen die Universität mit ihren kreativen Wissenschaftlern für weiterführende Projekte und Veranstaltungen“, so Clemens Bergstedt. Die Fakultät, die Stadt Ziesar und das Museum sehen ihr Engagement als Teil einer langfristigen Zusammenarbeit. be