Heft 
(1.1.2019) 03
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Lohnt sich das?

Multimedialer Doppel-Dies: ZEIK und Institut für Informatik fordern mehr E-Learning-Elemente in der Lehre

Kürzlich veranstaltete die Zentrale Einrichtung für Informationsverarbeitung(ZEIK) einen MultimeDies zu aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der modernen Medien und ihrer universitären Nutzung. Die Veranstaltung ging einem WorkshopGrundfragen multimedialer Lehre voran, zu dem die Professur für Didaktik der Informatik eingeladen hatte.

eider musste auf beiden Tagungen durch­

| gängig mit der Erkenntnis umgegangen erden, dass das Tempo der Einbeziehung

neuer Medienangebote und E-Learning-Möglich­keiten in den Lehrbetrieb zu schleppend ist. Neben einer verstärkten Nutzung technisch bereits installierter E-Learning-Systeme könnten beispielsweise Lehre und Forschung durch Vide­okonferenzschaltungen zu anderen wissen­schaftlichen Institutionen weiter qualifiziert wer­den. Das dürfte den etwa 40 Teilnehmern des ZEIK/AVZ-MultimeDies klar geworden sein, als Dr. Lutz Henrich im Live-Verbund Potsdam Berlin- Paderborn die Funktionsfähigkeit der Uni-Videokonferenzanlage unter Beweis stellte. Beeindruckend waren auch spezielle Multime­dia-Entwicklungen wie eine CD der Psychologin Dr. Brigitte Lund zur Beeinflussung der

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MultimeDies 2003

Videokonferenzschaltung: Es ist inzwischen mehr möglich, als viele wissen.

Leistungsbereitschaft von Kindern oder Online­Kurse alsDistance-Learning-Portale vom Grundschulpädagogen Prof. Dr. Hartmut Giest.

Besondere Aufmerksamkeit fanden die Aus­führungen von ZEIK-Bereichsleiter Dr. Tilo Köhn über Tests von E-Learning-Systemen in der universitären Lehre. So bietet beispielsweise das seit Juli 2000 getestete WebCT-System(World­Class Teaching and Learning Suite) gute Mög­lichkeiten zur Entwicklung virtueller Kurse oder für den Zugriff zum Internet in Vorlesungen und Seminaren. Ab dem Sommersemester wird darüber hinaus das ebenfalls recht stabile und wenig aufwändige, mehrsprachig nutzbare Blackboard-Learning-System zur Verfügung stehen, mit seinen übersichtlichen Tools für viel­fältige E-Learning-Aktivitäten. SolchePlattfor­men verstärkt für die Lehre zu nutzen, erfordert den weiteren Ausbau der technischen Infrastruk­tur der Uni, einen umfangreichen Service bei der ZEIK, der auch ein Weiterbildungsangebot für den Lehrkörper einschließt.

Aber lohnt sich das alles? Ist das Lernen mit Neuen Medien tatsächlich anschaulicher, attraktiver, motivierender, effizienter, erfolgssi­cherer? Psychologie-Juniorprofessor Dr. Thomas Köhler kam bei einer Gegenüberstellung diesbe­züglich unrealistischer und realistischer Erwar­

Uni Aktuell

www.uni-potsdam.de/portal/apro3/uniaktuell

tungen zu einem klarenJein, schaffte damit aber wenigstens den Sprung vom ZEIK Multi­meDies zum Workshop des Informatik-Instituts mit zeitweise mehr als 80 Teilnehmern.

Hier ging estheoretischer zu. So befassten sich die drei Hauptvortragenden mit didakti­schen, psychologischen und gestalterischen Fra­gen multimedial gestützter Lehre. Es gäbe eigentlich gar keinvirtuelles Lernen, war da zu erfahren. JeglichesE-Learning sei ein ganz normaler, anstrengender, konstruktiver und ziel­gerichteter Lernprozess.Die Medien schaffen nur eine spannende Umgebung für das wirkli­che Lernen, konstatierte Informatik-Didaktike­rin Prof. Dr. Sigrid Schubert von der Universität Siegen.

Leider kann hier nicht die ganze Vielfalt des zweitägigen Konferenzgeschehens wiedergege­ben werden, seien es Aussagen über die Ent­wicklung von Online-Studiengängen durch den Verbund Virtuelle Fachhochschulen, die viel­fältigen Ergebnisse empirischer E-Learning­Untersuchungen des Psychologen Prof. Dr. Wolfgang Schnotz von der Universität Koblenz­Landau oder die Ausführungen zur Gestaltung multimedialer Präsentationen des Cottbuser BTU-Professors Dr. Klaus Fellbaum.

Selbstverständlich trugen auch Vertreter der Universität Potsdam zum Gelingen des Work­shops bei, so Dr. Andreas Degkwitz, Dr. Gerrit Kalkbrenner, Dr. Rolf-Rainer-Lamprecht, Stef­fen Skowronek oder Dr. Karl-Heinz Eggensper­ger mit Ausführungen zur Weiterentwicklung der Uni-Informationsstruktur, zu fachspezifi­schen E-Learning-Szenarien beziehungsweise zu E-Learning-Evaluationsverfahren. Es gab Foy­er-Ausstellungen über konkrete Multimediapro­dukte, Lernsysteme und Anwendungsfelder wie denOnline-Campus Soziale Arbeit. ak

Videokonferenzen

Mit Beginn des Sommersemesters 2003 steht der Universität eine hochmoderne Videokonfe­renzanlage zur Verfügung. Mit dieser Anlage können Tagungen, Lehrveranstaltungen, Semi­nare und persönliche Konferenzen in Bild und Ton zu beziehungsweise von anderen Einrich­tungen übertragen werden. Die vorhandenen technischen Parameter gewährleisten eine hohe Kompatibilität auch zu eventuell älteren Anlagen der Konferenzpartner. Für Fragen zur Organisa­tion und zu den Kosten von Videokonferenzen steht Jürgen Bobertz, Leiter des Audiovisuellen Zentrums, unter Tel.: 0331/977-1788 zur

Verfügung.

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