Heft 
(1.1.2019) 03
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I feel like home

Der chilenische Doktorand Hugo Rubilar schätzt an Potsdam die guten Forschungsbedingungen, die persönlichen Kontakte am Institut für Geoöko­logie und das Konditoreihandwerk. Die Univer­sität Potsdam gewinnt durch das DAAD-geförder­teInternationale Qualitätsnetz interdisziplinä­re Ansätze, Internationalität und potenzielle Kooperationspartner wie den hier vorgestellten Gastwissenschäftler.

evor er kam, dachte er: Deutschland ist B ein kleines Land mit vielen Bewohnern,

die in dichtbevölkerten Städten leben. Ihm wurde erzählt, es sei kalt und die Menschen würden nicht viel miteinander reden. Aber er entdeckte neben den Städten Potsdam und Ber­lin auch unberührte Flecken Natur, kleine Dör­fer und einen wunderbaren Freundeskreis:I feel like home.

Hugo Rubilar ist als Doktorand für 18 Mona­te nach Potsdam gekommen. Am Institut für Geoökologie arbeitet der 29-Jährige über die Erhaltung von innerstädtischen Feuchtgebieten am Beispiel seiner Stadt Valdivia im südlichen Chile.

Zuerst wollte der Diplom-Biologe von der Universidad Austral de Chile nur die Vegetation betrachten. Inzwischen verfolgt er einen inter­disziplinären Ansatz. Mit seiner Dissertation möchte er zum Erhalt der Lebensqualität von Val­divia beitragen. Die Stadt ist geprägt vom Was­ser: vom Ozean und den Gezeiten, Flüssen, viel Regen im Winter und einer Flut, die dem Erdbe­ben von 1960 folgte und die Landschaft bleibend veränderte. Damals entstanden die meisten Feuchtgebiete. Diese gehen heute jedoch immer stärker zurück. Das will er verhindern. Er unter­sucht ihre Funktionen für Flora und Fauna, Stadtklima und Bevölkerung und wird Szenarios der Trockenlegung und Erhaltung entwerfen. Durch die Aufstellung von Schutzprioritäten und Managementoptionen hofft er, Einfluss auf die Entscheidungsträger Valdivias zu gewinnen.

Möglich ist der Aufenthalt für Hugo Rubilar durch ein Stipendium, das ihm als einem von 17 ausländischen Wissenschaftlern im Rahmen des DAAD-geförderten ProjektesInternationale Qualitätsnetze(IQN) gewährt wird. Das an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät angesiedelte Projekt nennt sichKopplungspro­zesse und ihre Strukturen in der Geo- und Bio­sphäre und hat 21 Partner in aller Welt. Es ist eines von 33 in Deutschland geförderten Netzen,

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Mag am liebsten Kuchen: Hugo Rubilar, Chilenischer Doktorand am Institut für Geoökologie.

läuft seit Oktober 2001 bis Ende 2003 und hat die stärkere Internationalisierung in der Ausbil­dung sowie die Vernetzung von Wissenschafts­gebieten zum Ziel, auch über den Projektzei­traum hinaus.

Auf die Frage, was typisch deutsch sei, ant­wortet erWurst und lacht. Aber sein liebstes Wort istKuchen. Den mag er am liebsten mit Obst. Der Südamerikaner bedauert sehr, dass er nicht von Anfang an Deutsch gelernt hat und erzählt weiter auf Englisch, dass ihm im Ver­gleich zu Chile auffällt, wie verschiedenartig die Menschen hier sind und wie tolerant: Man fin­det immer noch Punks und Leute, die aussehen, als seien sie direkt den 80ern entsprungen, sagt er. Im Sommer gehen manche nackt baden. Und die Reichen sind in denselben Gegenden unter­wegs wie die anderen.Its a nice mixture! In Chile sei alles stärker separiert: sozial und auch in der Mode zum Beispiel. Diese gehe schneller und endgültiger vorbei. Punks gehörten eindeu­tig in die 80er Jahre.

Im Herbst geht Hugo Rubilar nach Chile zurück(endlich wieder Empanadas essen und die köstlichen Maisgerichte). Es gebe dort vor allem im Umweltschutz so viel zu tun. Als Per­spektive für sich sieht er Forschung und Lehre. Und, so sagt er ganz von sich aus, eine langan­haltende Verbindung zur Universität Potsdam. Wie schön. Genau das ist es wohl, was sich die Initiatoren desInternationalen Qualitätsnet­zes von solchen Kontakten versprechen.

Christina Zech

Kontakt: Hugo Rubilar, Institut für Geoökologie,

Tel.: 0331/977-2094 E-Mail: rubilarh@rz.uni-potsdam.de

Foto: Fritze

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