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Das IDM bringt besondere Kompetenz ein bei der Entwicklung neuer, innovativer organischer und polymerer Funktionsmaterialien, ihrer Anwendung als ultradünne Schichten in der Mikro- und Nanotechnologie, in der Mikrosensorik und Mikrosystemtechnik sowie in der Biosensorik. Dazu gehören insbesondere die Entwicklung von Resisten für die Nanolithographie, die photochemische Modifizierung polymerer und supramolekularer Strukturen sowie die Entwicklung von optischen und elektro-optischen Funktionselementen.
Für den Laien ist die Tätigkeit des Instituts auf Zukunftsfeldern wie Nanotechnologie und Photochemie zunächst nur schwer verständlich. Doch Praxisbeispiele machen deutlich, was dahinter steckt.„Wir haben unter anderem in ihren Funktionen optimierte Polymerresists bereit gestellt, die eine wichtige Voraussetzung für die Herstellung von Mikrochips und hochintegrierten Schaltkreisen darstellen“, erklärt Schulz.„Resists sind strahlenempfindliche Polymere, die nach der Belichtung durch eine Maske mit sichtbarem oder UV-Licht oder nach Elektronenbestrahlung ihre Eigenschaften so ändern, dass danach ein Abbild der Maskenstrukturen entwickelt werden kann.“ Die Polymerresists zeichnen sich durch eine neue Qualität der Verarbeitbarkeit zu homogenen defektfreien Schichten, die sich auf Siliziumscheiben auftragen lassen, aus. Eine bisher notwendige thermische Nachbehandlung entfällt, ebenso schlecht reproduzierbare Prozessschritte. Die Prozesssicherheit ist damit höher, bei den Anwendern sinken die Kosten.
Die Teltower Wissenschaftler helfen auch bei der Entwicklung von Recycling-Konzepten. Für die Berliner Vicor GmbH schufen sie eine Technologie zum Recyceln von Kfz-Windschutzscheiben. Eine Windschutzscheibe besteht aus Glas und einer darauf haftenden Folie. Beides konnte man bisher nicht trennen. Die IDM-Leute haben dafür gesorgt, dass das Problem der Vergangenheit angehört, sowohl Folie als auch Glas wieder verwendet werden können.
Durch die Übersetzung ihrer Forschungsergebnisse in verwertbare Anwendungen ist das IDM inzwischen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für das Land geworden.„Wir holen durch unsere Projekte für Brandenburg rund eine Million Euro pro Jahr rein“, rechnet der begeisterte Chemiker vor. Und das, obwohl die Einrichtung keine gesicherte Grundförderung erhält, sie auf‘ projektbezogene Mittel, die vor allem aus dem Bundeswirtschaftsministerium stammen, und auf Erlöse aus eigenen Patenten angewiesen ist.
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Die Fördermittel des Landes reichen gerade dazu, zwei Mitarbeiter zu bezahlen. Große Hoffnungen setzen Schulz und seine Mitstreiter auf
das geplante Technologiezentrum Golm. Klappt alles, könnte hier eine Außenstelle des Instituts entstehen. Schulz dazu:„Damit wären wir in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Universität Potsdam, mit der wir insbesondere über das Interdisziplinäre Zentrum für Dünne Organische und Biochemische Schichten und die UPTransfer GmbH eng kooperieren.“
Trotz schwarzer Zahlen, die das IDM schreibt, kämpft es auch mit Problemen. Sorgen bereitet die nötige Erneuerung der technischen Ausstattung.„Mit unseren Projekten bekommen wir keine Investitionsmittel“; bringt Schulz das Dilemma auf den Punkt. High-Tech könne man jedoch nur mit High-Tech erzeugen. Damit dies gelingt, hofft er auf die weitere Unterstützung durch die Uni.„Wir wünschen uns, dass die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit von Hochschule und IDM ihre Fortsetzung findet.“
Für künftige Unternehmer hat Schulz gleich noch einige Tipps parat. Nach seiner Ansicht reichen eine zündende Idee, ein guter Business Plan nicht aus.„Ich glaube, man braucht auch Erfahrung“, gibt er zu Bedenken.„Die bekommt man nicht durch eine Promotionsarbeit oder durch einen dreimonatigen Praxisaufenthalt.“ Schulz schwört auf Wissen, dass in mehrjähriger Arbeit in einem Unternehmen angesammelt wird.„Außerdem sind die passenden Rahmenbedingungen und ein Partner nötig, der für die finanzielle Absicherung sorgt. Sonst ist nach dem Auslaufen der Förderung schnell Schluss“, weiß er. Pg
Das Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik(IDM) e.V. befindet sich in der Kantstr. 55, 14513 Teltow, Tel.: 03328/33460, E-Mail: jdm.ev@t-online.de. Die Internet-Adresse lautet: www.idm-teltow.de
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