Heft 
(1.1.2019) 05
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Uni Aktuell

esse für Mathematik und Naturwissenschaften zu wecken beziehungsweise zu festigen und ver­diente junge Wissenschaftler mit Preisverlei­hungen zu fördern.

120 Schülerinnen und Schüler aus der Region hatten Gelegenheit, sich in den Labors des MPI für molekulare Pflanzenphysiologie umzusehen. In der Vorstellungswelt einfacher Schulexperimente befangen, staunten sie nicht wenig darüber, wie die Wissenschaftler im Gewächshaus mittels desAgrobacteriums Gene in Tausende von Gewebestückchen über­tragen, wie sie mit einem Massenspektrometer mehr als 700 Stoffwechselprodukte parallel identifizieren oder mit Hilfe eines Laserstrahls im Laser Pressure Catapulting Mikrodissek­tionsgerät einzelne Zellen aus einem Gewebe herausschneiden. Das war für mögliche künfti­ge NaturwissenschaftlerFaszination Pflanze pur.

Vor allem dem Nachwuchs sind bei Leibniz­Kollegs auch die auf den Hauptvortrag abzielen­den deutschsprachigen Einführungsvorträge gewidmet. Sie wurden in diesem Jahr von MPI­Geschäftsführer Prof. Dr. Mark Stitt sowie dem Uni-Molekularbio­logen Prof.Dr. Bernd Müller-Röber und dem Uni-Genetiker Prof. Dr. Thomas Altmann gehal­ten.

In allen Vorträgen war viel Neues und Inte­ressantes darüber zu erfahren, wie Tausende

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von Genen, Eiweißstoffen(Proteinen) und Stoff­wechselprodukten in einem komplexen Netz­werk von Interaktionen jene Prozesse in Pflan­zenzellen steuern, die die Grundlage allen Lebens bilden. 26000 Gene besäße zum Bei­spiel die Forschungsmodellpflanze Acker­schmalwand(Arabidopsis thaliana) und heute seien bereits die Genome zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen gänzlich oder zu einem großen Teil bekannt. Man weiß sogar viel darüber, wel­che Abschnitte eines Genoms oder welche Ein­zelgene beispielsweise eine Resistenz wichtiger Kulturpflanzen gegen Bodensalze, Trockenheit, Frost oder gegen Krankheitserreger bewirken.

Auf Technologiefahrt

So manches ist auch bereits über die genetische Bedingtheit bestimmter Stoffwechselprodukte bekannt, darunter auch solcher, die Erzeugnis­sen aus Pflanzen neue Eigenschaften verleihen oder medikamentös wirken. Die Genomforscher finden auch heraus, welche Gene im Gesamtge­nom einer Pflanze gerade aktiv sind. Sie können Gene ein- oder ausschalten.

Besonders wichtig ist, dass die Forscher bereits seit längerer Zeit einzelne Gene oder DNA-Abschnitte bakteriologisch oder durch Beschuss in Pflanzenzellen einbringen, die Pflanzen also gentechnisch verändern können. Für die damit verbunden politisch-moralischen Diskussionen verwiesen alle vier Referenten übereinstimmend auf sachliche Argumente.

So seien schließlich die meisten heutigen Kulturpflanzen Ergebnis genetischer Verände­rungen, durch rein empirische Züchtung seit Jahrtausenden und durch gezielte Kreuzungen seit etwa 100 Jahren nach Kenntnis der mendel­schen Vererbungsregeln.

Da in den vergangenen 20 Jahren Wissen­schaftler in der ganzen Welt mit Erfolg Pflanzen­genome analysiert, mit immer wirksameren Methoden die Zusammensetzung und Struktur sowie das differenzierte Funktionsgefüge des Erbträgermaterials aufgeklärt haben, sei es nur logisch und konsequent, dieses Wissen zu nut­zen, um klassische Züchtungsverfahren durch gezielte Eingriffe ins Genom der jeweiligen Pflanzen zu optimieren und auch zeitlich zu ver­kürzen. Gentechnik- verantwortungsbewusst gehandhabt würde die auf Erfahrung basieren­de klassische Pflanzenzucht nicht verdrängen, sondern sie sinnvoll ergänzen, bereichern und beschleunigen. ak

Am 16. April 2003 ging Ministerpräsident Matthi­as Platzeck gemeinsam mit Wissenschaftsminis­terin Prof. Dr. Johanna Wanka und Wirtschaftsmi­nister Ulrich Junghanns erstmals auf Technologie­fahrt, diesmal zum Thema Geoinformation. Auf dem Besuchsprogramm stand neben dem GeoFor­

schungsZentrum und der Delphi Informations­

management GmbH auch das Hasso-Plattner­Institut für Softwaresystemtechnik an der Univer­sität Potsdam. Dort informierten sich die Gäste über die Kommunikation von Geoinformation mittels digitaler Medien. be