Uni Aktuell
esse für Mathematik und Naturwissenschaften zu wecken beziehungsweise zu festigen und verdiente junge Wissenschaftler mit Preisverleihungen zu fördern.
120 Schülerinnen und Schüler aus der Region hatten Gelegenheit, sich in den Labors des MPI für molekulare Pflanzenphysiologie umzusehen. In der Vorstellungswelt einfacher Schulexperimente befangen, staunten sie nicht wenig darüber, wie die Wissenschaftler im Gewächshaus mittels des„Agrobacteriums“ Gene in Tausende von Gewebestückchen übertragen, wie sie mit einem Massenspektrometer mehr als 700 Stoffwechselprodukte parallel identifizieren oder mit Hilfe eines Laserstrahls im Laser Pressure Catapulting Mikrodissektionsgerät einzelne Zellen aus einem Gewebe herausschneiden. Das war für mögliche künftige Naturwissenschaftler„Faszination Pflanze“ pur.
Vor allem dem Nachwuchs sind bei LeibnizKollegs auch die auf den Hauptvortrag abzielenden deutschsprachigen Einführungsvorträge gewidmet. Sie wurden in diesem Jahr von MPIGeschäftsführer Prof. Dr. Mark Stitt sowie dem Uni-Molekularbiologen Prof.Dr. Bernd Müller-Röber und dem Uni-Genetiker Prof. Dr. Thomas Altmann gehalten.
In allen Vorträgen war viel Neues und Interessantes darüber zu erfahren, wie Tausende
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von Genen, Eiweißstoffen(Proteinen) und Stoffwechselprodukten in einem komplexen Netzwerk von Interaktionen jene Prozesse in Pflanzenzellen steuern, die die Grundlage allen Lebens bilden. 26000 Gene besäße zum Beispiel die Forschungsmodellpflanze Ackerschmalwand(Arabidopsis thaliana) und heute seien bereits die Genome zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen gänzlich oder zu einem großen Teil bekannt. Man weiß sogar viel darüber, welche Abschnitte eines Genoms oder welche Einzelgene beispielsweise eine Resistenz wichtiger Kulturpflanzen gegen Bodensalze, Trockenheit, Frost oder gegen Krankheitserreger bewirken.
Auf Technologiefahrt
So manches ist auch bereits über die genetische Bedingtheit bestimmter Stoffwechselprodukte bekannt, darunter auch solcher, die Erzeugnissen aus Pflanzen neue Eigenschaften verleihen oder medikamentös wirken. Die Genomforscher finden auch heraus, welche Gene im Gesamtgenom einer Pflanze gerade aktiv sind. Sie können Gene ein- oder ausschalten.
Besonders wichtig ist, dass die Forscher bereits seit längerer Zeit einzelne Gene oder DNA-Abschnitte bakteriologisch oder durch Beschuss in Pflanzenzellen einbringen, die Pflanzen also gentechnisch verändern können. Für die damit verbunden politisch-moralischen Diskussionen verwiesen alle vier Referenten übereinstimmend auf sachliche Argumente.
So seien schließlich die meisten heutigen Kulturpflanzen Ergebnis genetischer Veränderungen, durch rein empirische Züchtung seit Jahrtausenden und durch gezielte Kreuzungen seit etwa 100 Jahren nach Kenntnis der mendelschen Vererbungsregeln.
Da in den vergangenen 20 Jahren Wissenschaftler in der ganzen Welt mit Erfolg Pflanzengenome analysiert, mit immer wirksameren Methoden die Zusammensetzung und Struktur sowie das differenzierte Funktionsgefüge des Erbträgermaterials aufgeklärt haben, sei es nur logisch und konsequent, dieses Wissen zu nutzen, um klassische Züchtungsverfahren durch gezielte Eingriffe ins Genom der jeweiligen Pflanzen zu optimieren und auch zeitlich zu verkürzen. Gentechnik- verantwortungsbewusst gehandhabt— würde die auf Erfahrung basierende klassische Pflanzenzucht nicht verdrängen, sondern sie sinnvoll ergänzen, bereichern und beschleunigen. ak
Am 16. April 2003 ging Ministerpräsident Matthias Platzeck gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns erstmals auf Technologiefahrt, diesmal zum Thema Geoinformation. Auf dem Besuchsprogramm stand neben dem GeoFor
schungsZentrum und der Delphi Informations
management GmbH auch das Hasso-PlattnerInstitut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam. Dort informierten sich die Gäste über die Kommunikation von Geoinformation mittels digitaler Medien. be