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„Es lohnt sich
zurückzukommen“
Erkenntnisse für italienische Verwaltung gewonnen
Professor Caperchione: Lernen vom Zusammenlegen.
Er war Gast bei Prof. Dr. Christoph Reichard im Kommunalwissenschaftlichen Institut. Man merkte Prof. Dr. Eugenio Caperchione das italienische Temparament auf den ersten Blick an. Zwischen Espresso und Papierbergen betonte er seine Dankbarkeit gegenüber seinen Gastgebern. Der Lehrstuhlinhaber für öffentliches Rechnungswesen der Universität Modena und seine Frau, Prof. Elena Zuffada, Lehrstuhlinhaberin für öffentliche Betriebswirtschaftslehre an der katholischen Universität Piacenza, weilten für drei Monate zu Forschungszwecken in Deutschland. Potsdam war dabei Arbeitsschwerpunkt, nicht ohne jedoch auch interessante Abstecher zu Universitäten anderer Bundesländer zu unternehmen.
Portal 5-7/03
ie Gäste beschäftigten sich unter andeDe mit E-Government, einer Reformbestrebung, mit der versucht wird, das Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgern beziehungsweise verwaltungsinterne Abläufe neu zu gestalten. Im Zeitalter der Entstehung eines neuen Europas werden dabei Verwaltungsprozeduren effizienter, weil elektronisch aufbereitet.
Der Bürger kann von zu Hause aus Anträge oder Formulare per Internet ausfüllen und spart dadurch Zeit. Die schlanke Verwaltung spart ebenfalls: vor allem Kosten, aber auch Zeit.
Neben umfangreicher Forschungsarbeit knüpften beide Wissenschaftler wichtige Kontakte, um
neue Erkenntnisse für die italienische Verwaltung gewinnen zu können. Besonders interessant für sie waren beispielsweise die Umsetzung der Gemeindegebietsreform und die damit zusammenhängenden Probleme. Wie funktioniert der Zusammenschluss der Verwaltungen von Gemeinden in Deutschland, wollten die Italiener genau wissen.
Ein anderer Aspekt ging über den nationalen Rahmen hinaus.„Die europäischen Länder müssen einander näher rücken“, meinte Caperchione. Er zeigte sich überzeugt, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse der einzelnen Länder sowohl beim Angleichen des öffentlichen Rechnungswesens als auch beim Zusammenschluss von Gemeinden in der EU zunehmend verwertet werden können.
Er und seine Frau waren bereits mehrere Male in Deutschland, unter anderem in Hamburg und Darmstadt, doch noch nie so lange Zeit. Diesmal hatten sie sogar ihren fünfjährigen Sohn Lorenzo und dessen Großvater mitgebracht, um die Familie bei sich zu wissen und dadurch in Ruhe arbeiten zu können. Sie bezogen gemeinsam eine Wohnung im Internationalen Begegnungszentrum Potsdam. Lorenzo besuchte die Erasmus- Schule, um Deutsch zu lernen. Er hat eine gute Auffassungsgabe und kannte Potsdam bald so gut wie seine Heimatstadt.
Während des dreimonatigen Forschungsaufenthaltes gab es mehrere Höhepunkte. Mit Begeisterung berichtete Caperchione über seine Teilnahme am verwaltungspolitischen Kolloquium der Humboldt-Universität zu Berlin. Dabei hatte es sich um eine gemeinsame Veranstaltung von Berliner und Brandenburger Hochschullehrern gehandelt, die sich mit aktuellen Fragen der Verwaltungspolitik, insbesondere der Staats- und Verwaltungsreform beschäftigte. Ein weiteres Erlebnis stellte nach eigener Einschätzung eine auf seinem Forschungsgebiet vor ausländischen Gaststudenten gehaltene Vorlesung im Rahmen der Public Management— Ausbildung dar. Auch ein Besuch in Köln beim Arbeitskreis„NewPublic-Mangement“ der Schmalenbach-Gesellschaft der deutschen Betriebswirte habe ihm neue Impulse gebracht, betonte er rückblickend. Und die dunklen Augen des Italieners leuchteten vor Zufriedenheit. Nach seiner Heimkehr wolle er Publikationen veröffentlichen. Sein Forschungsaufenthalt sei erfolgreich gewesen, so das Resümee seines Besuches.„Es lohnt sich zurückzukommen“, fügte er gleich noch hinzu.„Ich habe keine Heimatnostalgie und Potsdam ist eine wunderbare Stadt.“
Maria Pichottka
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