Heft 
(1.1.2019) 05
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der Wohnungstür den Rollstuhl wie andere die Haus- gegen Straßenschuhe. Er wirft sich behän­de über den Beifahrersitz auf die Fahrerseite sei­nes blauen Honda Civic, klappt seinen Rollstuhl zusammen und zwängt ihn zwischen Rückbank und Beifahrersitz. Alles geht blitzschnell und ohne jegliche Anstrengung. Er fährt gern Auto, das entsprechend seiner Behinderung ausgestat­tet ist. Unabhängig und flexibel mache ihn der Wagen, lasse spontane und kurzfristige Entschei­dungen zu. Über Zehlendorf, wo er aufgewach­sen ist, wo er zur Schule ging und dessen Qua­sirandlage er ebenso wie dessen Grün mag, am Wannsee vorbei und durch Steinstücken erreicht er Griebnitzsee. Es ist etwa 10.00 Uhr. Er ist gern etwas früher da, Unpünktlichkeit mag er nicht.

Insgesamt sieben Kurse hat er in diesem Semes­ter belegt und gleichmäßig auf die fünf Wochen­tage verteilt. Er hat gute Chancen und den Ehr­geiz, sein Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren. Ab 12.15 Uhr vollzieht er vorm Com­puter komplizierte statistische Berechungsmo­delle zur Wahl- und Parteienforschung im Ost­West-Vergleich nach. Der Dozent zitiert dabei oft aus seinem Referat, das er letzte Woche an gleicher Stelle gehalten und das für die heutige Sitzung notwendige Grundlagen geschaffen hat. Methoden der empirischen Sozialforschung heißt jetzt der Kurs. Auch der ist von der Teil­nehmerzahl her wieder überschaubar. Und auch hier sitzt er wieder ziemlich weit vorn, So, dass sein Rollstuhl niemanden stört. Zwischen bei­den Kursen checkt er seine Mails, wirft einen Blick auf elektronische Handouts oder auf seine von ihm gestaltete und konzipierte Webseite. Unter www.behindertenstadtführer-berlin.de fin­den Interessierte über entsprechende Fahrschu­len, Autoumrüster, Orthopädietechniker, Restau­rants oder Veranstaltungsorte alles, was sie wis­sen müssen. Während des Rückwegs nach Klein­machnow beginnt es zu regnen. Das Mittages­sen nimmt er heute zu Hause ein. Danach gönnt er seinem Rücken eine Stunde Ruhe, um Kraft zu sammeln für das nachmittägliche Selbststu­dium und das Rollstuhltennis in einem Zehlen­dorfer Tennisclub am frühen Abend. Zweimal in der Woche absolviert er für jeweils eine Stunde seine Trainingseinheiten: Kurze Bälle, lange Bäl­le, diagonal, frontal zusammen mit Freunden, die er noch aus der Schulzeit kennt und regel­mäßig dort trifft. Er schlägt hart auf mit seinem linken Arm. Turniere könnte, will er aber nicht spielen. Statt des Reisestresses sind ihm Fitness und Kondition wichtiger. Er hat Rollstuhl-Bas­ketball gespielt, Rollstuhltanz ausprobiert. Zur Zeit überlegt er, ob er noch Turnen soll. Daniel Monazahian ist kein bewegter, sondern ein beweglicher Mann! tp

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Alternative Sport

Das Zentrum für Hochschulsport steht allen behinderten Studierenden und Mitarbeitern offen. Bisher gibt es bis auf die Goalballer noch keine eigenen Sportgruppen Behinderter, doch bei genug Nachfrage ist mehr denkbar. Gegenwärtig trainieren in einigen Disziplinen Sportfreunde mit und ohne Handicap gemeinsam. Wir haben bisher noch keinen weggeschickt, versichert die Leiterin des Zentrums, Petra Krenzien. Das sol­le auch in Zukunft so bleiben. Mit Fragen, Wünschen und Anregungen können sich Interessierte jederzeit an die Einrichtung wenden. Ansprechpartner ist Dr. Jürgen Harder, Tel.: 0331/977-1395, E-Mail: /harder@rz.un'­

potsdam.de. Pg

Ideenwettbewerb

Um Ideen und Initiativen aus-den USA, die auch in Deutschland nützlich sein könnten, um ein besseres Miteinander von Mehrheiten und Minderheiten zu erreichen, geht es im inzwischen vierten Transatlanti­schen Ideenwettbewerb USable.Zusammen leben: Integration und Vielfalt lautet diesmal das genaue Thema des am 1. Januar dieses Jahres gestarteten Wettbewerbs, in dessen Mittelpunkt Möglichkeiten einer besseren Einbeziehung von an den Rand der Gesellschaft gedrückten Personengruppen in den All­tag stehen. Ob Kinder aus Zuwandererfamilien, Menschen mit Behinderung, Angehörige von Minderhei­ten-Religionen oder Frauen, sie alle erleben Diskriminierungen unterschiedlicher Art. Ausgeschrieben hat ihn wieder die Körber-Stiftung, die auch bei der Erprobung der Vorschläge Unterstützung gewährt. Insge­samt 150.000 Euro stehen für Preise und Fördermittel bereit. Weitere Informationen unter Tel. 4940/7250­4475 oder im Internet unter http://www.usable.de. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2003. Red.

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