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der Wohnungstür den Rollstuhl wie andere die Haus- gegen Straßenschuhe. Er wirft sich behände über den Beifahrersitz auf die Fahrerseite seines blauen Honda Civic, klappt seinen Rollstuhl zusammen und zwängt ihn zwischen Rückbank und Beifahrersitz. Alles geht blitzschnell und ohne jegliche Anstrengung. Er fährt gern Auto, das entsprechend seiner Behinderung ausgestattet ist. Unabhängig und flexibel mache ihn der Wagen, lasse spontane und kurzfristige Entscheidungen zu. Über Zehlendorf, wo er aufgewachsen ist, wo er zur Schule ging und dessen Quasirandlage er ebenso wie dessen Grün mag, am Wannsee vorbei und durch Steinstücken erreicht er Griebnitzsee. Es ist etwa 10.00 Uhr. Er ist gern etwas früher da, Unpünktlichkeit mag er nicht.
Insgesamt sieben Kurse hat er in diesem Semester belegt und gleichmäßig auf die fünf Wochentage verteilt. Er hat gute Chancen und den Ehrgeiz, sein Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren. Ab 12.15 Uhr vollzieht er vorm Computer komplizierte statistische Berechungsmodelle zur Wahl- und Parteienforschung im OstWest-Vergleich nach. Der Dozent zitiert dabei oft aus seinem Referat, das er letzte Woche an gleicher Stelle gehalten und das für die heutige Sitzung notwendige Grundlagen geschaffen hat. Methoden der empirischen Sozialforschung heißt jetzt der Kurs. Auch der ist von der Teilnehmerzahl her wieder überschaubar. Und auch hier sitzt er wieder ziemlich weit vorn, So, dass sein Rollstuhl niemanden stört. Zwischen beiden Kursen checkt er seine Mails, wirft einen Blick auf elektronische Handouts oder auf seine von ihm gestaltete und konzipierte Webseite. Unter www.behindertenstadtführer-berlin.de finden Interessierte über entsprechende Fahrschulen, Autoumrüster, Orthopädietechniker, Restaurants oder Veranstaltungsorte alles, was sie wissen müssen. Während des Rückwegs nach Kleinmachnow beginnt es zu regnen. Das Mittagessen nimmt er heute zu Hause ein. Danach gönnt er seinem Rücken eine Stunde Ruhe, um Kraft zu sammeln für das nachmittägliche Selbststudium und das Rollstuhltennis in einem Zehlendorfer Tennisclub am frühen Abend. Zweimal in der Woche absolviert er für jeweils eine Stunde seine Trainingseinheiten: Kurze Bälle, lange Bälle, diagonal, frontal— zusammen mit Freunden, die er noch aus der Schulzeit kennt und regelmäßig dort trifft. Er schlägt hart auf mit seinem linken Arm. Turniere könnte, will er aber nicht spielen. Statt des Reisestresses sind ihm Fitness und Kondition wichtiger. Er hat Rollstuhl-Basketball gespielt, Rollstuhltanz ausprobiert. Zur Zeit überlegt er, ob er noch Turnen soll. Daniel Monazahian ist kein bewegter, sondern ein beweglicher Mann! tp
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Alternative Sport
Das Zentrum für Hochschulsport steht allen behinderten Studierenden und Mitarbeitern offen. Bisher gibt es bis auf die Goalballer noch keine eigenen Sportgruppen Behinderter, doch bei genug Nachfrage ist mehr denkbar. Gegenwärtig trainieren in einigen Disziplinen Sportfreunde mit und ohne Handicap gemeinsam. „Wir haben bisher noch keinen weggeschickt“, versichert die Leiterin des Zentrums, Petra Krenzien. Das solle auch in Zukunft so bleiben. Mit Fragen, Wünschen und Anregungen können sich Interessierte jederzeit an die Einrichtung wenden. Ansprechpartner ist Dr. Jürgen Harder, Tel.: 0331/977-1395, E-Mail: /harder@rz.un'
potsdam.de. Pg
Ideenwettbewerb
Um Ideen und Initiativen aus-den USA, die auch in Deutschland nützlich sein könnten, um ein besseres Miteinander von Mehrheiten und Minderheiten zu erreichen, geht es im inzwischen vierten Transatlantischen Ideenwettbewerb USable.„Zusammen leben: Integration und Vielfalt“ lautet diesmal das genaue Thema des am 1. Januar dieses Jahres gestarteten Wettbewerbs, in dessen Mittelpunkt Möglichkeiten einer besseren Einbeziehung von an den Rand der Gesellschaft gedrückten Personengruppen in den Alltag stehen. Ob Kinder aus Zuwandererfamilien, Menschen mit Behinderung, Angehörige von Minderheiten-Religionen oder Frauen, sie alle erleben Diskriminierungen unterschiedlicher Art. Ausgeschrieben hat ihn wieder die Körber-Stiftung, die auch bei der Erprobung der Vorschläge Unterstützung gewährt. Insgesamt 150.000 Euro stehen für Preise und Fördermittel bereit. Weitere Informationen unter Tel. 4940/72504475 oder im Internet unter http://www.usable.de. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2003. Red.
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