fördert Integration in berufliche Arbeitswelt
Jura-Professor Stefan Saar: Integration in die
Eigentlich sind sie in allen Bereichen der Universität Potsdam zu fin- universitäre Arbeitswelt.
den, behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im beruflichen Alltag ihren Mann oder ihre Frau stehen. Etwa Go Mitglieder zählt die Gruppe der Schwerbehinderten, der Techniker ebenso angehören wie Professoren. Ihre Interessen vertritt als durch sie gewählte Vertrauensfrau Dr. Karin Becher aus dem Institut für Grundschulpädagogik.
Is sie im Januar 2000 das Amt über
nahm, war ihr klar, dass eine Menge neu
"\er Aufgaben auf sie zukommen würden.
Von Anfang an setzte die promovierte Lehrerin für Russisch und Englisch auf intensive persönliche Kontakte. So hat sie einen genauen Überblick über alle bestehenden kleineren und größeren Sorgen von Betroffenen. Deren Integra
tion in die universitäre Arbeitswelt bezeichnet die Grundschulpädagogin als gut.„Natürlich gibt es Unterschiede“, so ihre Einschätzung.„Aber das hängt eben auch von den einzelnen Persönichkeiten, entwickelten Einstellungen, Werten und Bedürfnissen ab.“ Für jeden von ihnen aber sei wichtig, dass gesetzliche Vorgaben eingehalen würden. Und die gibt es reichlich: Festgeschrieben sind sie nicht nur im Sozialgesetzbuch X und in den Richtlinien des Landes Brandenburg. Die Hochschule hat sich zudem in den Richtlinien zur Förderung behinderter Mitglieder der Universität Potsdam vom 25. Oktober 2001 noch einmal in die Pflicht genommen. „Beschlossen vom Senat, gehen die Regelungen sogar über das hinaus, was per Gesetz vorgeschrieben ist“, betont Becher stolz. Und sie denkt dabei an Konkretisierungen, die beispielsweise
die Information vor Baumaßnahmen, Modalitäten bei Bewerbungsverfahren oder die Flexibilisierung von Arbeitszeit betreffen.
Zufrieden zeigt sich die Vertrauensfrau auch, wenn es um die Einbeziehung bei Stellenbesetzungen oder Berufungsverfahren geht.„Sind behinderte Bewerber dabei, bin ich von Anfang an in den Auswahlprozess integriert“, bestätigt
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Dr. Karin Becher aus
dem Institut für Grundschulpädagogik vertritt die Interessen schwerbehinderter Uniange
höriger
sie. Das war in den Anfangszeiten nicht immer so.„Bei gleicher Eignung werden tatsächlich Schwerbehinderte bevorzugt. Aber ich betone, bei gleicher Eignung.“ Wo diese Voraussetzung nicht gegeben sei, könnten auch keine Wunder geschehen. Derzeit sind an der Universität circa 3,5 Prozent der Mitarbeiter schwerbehindert. Damit erfüllt die Einrichtung die für den öffent
lichen Dienst vorgegebene Pflichtquote noch nicht. Sie liegt bei fünf Prozent.
Trotzdem, nach Ansicht Bechers hat es in den letzten Jahren eine positive Entwicklung gegeben. Nachholbedarf bestehe dennoch, nicht zuletzt in Sachen notwendiger baulicher Moder
nisierungsmaßnahmen. Die weiß sie aber beim zuständigen Dezernenten Dr. Volker Pohl in guten Händen.„Was irgendwie möglich ist, wird getan“, ist sie sich deshalb sicher.
Überhaupt schwört die Pädagogin auf die gute Zusammenarbeit in ihrem Verantwortungs
bereich. Denn die Kooperation mit den vom Senat gewählten Arbeitgeberbeauftragten für Studierende, Dr. Irma Bürger, und für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Heide Simm, verläuft komplikationslos.„Das ist durchaus nicht selbstverständlich“, betont die der Schwerbehindertenvertretung Vorstehende. Auch das Miteinander mit Gilda Kapp, zuständig für Auszubildende und Schwerbehinderte im Personaldezernat,
könnte nicht besser laufen, so ihre Einschätzung. Feste Sprechzeiten gibt es bei Karin Becher
übrigens nicht. Lieber vereinbart sie individuelle Termine. Kontakt über Tel.: 0331/977-2358.
PE
Die Richtlinien zur Förderung behinderter Mitglieder der Universität Potsdam sind in den Amtlichen Bekanntmachungen vom 28. Dezember
2001 veröffentlicht. Im Netz sind sie einsehbar unter
http: //www.uni-potsdam.de/u/ambek/ambek2001/index-t1.htm,
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