Heft 
(1.1.2019) 05
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Titel

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Nicht im Stich gelassen

Die Ehemalige Stephanie Seidel berät Blinde und Sehbehinderte

Stephanie Seidel: Nicht nur Hilfe zur Selbsthilfe.

Fotos: Fritze

Stephanie Seidel hat nicht zufällig ihre Ausbildung an der Universität Potsdam absolviert. Bevor sie hier 1993 Jura zu studieren begann, informierte sie sich eingehend über die Angebote an deutschen Hochschulen, als Blinde so barrierefrei wie möglich studieren zu können. Die Hochschule in Potsdam wurde zuihrer Universität. Seit Anfang dieses Jahres leitet die 33-Jährige die Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte des Sozialwerkes Potsdam e. V. Mit der in München geborenen Ehemaligen unterhielt sich Dr. Barbara Eckardt.

Antragstellungen oder bei der Grundrehabilita­tion. Oft brauchen sie auch beim Ausfüllen von Formularen und beim Ordnen von Unterlagen Hilfe von meiner sehenden Kollegin. Wir machen mit Angeboten für Blinde und Sehbe­hinderte vertraut, so mit der Blindenbücherei, oder helfen bei der Handhabung von Hilfs­mitteln. Ebenso geben wir Unterstützung bei der Berufsfindung. Wir bieten aber auch die Mitar­beit. in Selbsthilfegruppen und monatliche Gesprächsrunden an. Nicht zuletzt beraten wir

In Potsdam gibt es 900 Blinde und Sehbehin­derte. Welche Möglichkeiten haben Sie, diese

Menschen zu beraten?

Seidel: Zu uns kommen Klienten allen Alters, vor allem aber ältere Menschen, Spät- Erblinde­te. Natürlich finden auch Jüngere den Weg zu uns. Etwa 25 bis 30 Beratungen pro Woche füh­ren wir in der Beratungsstelle selbst oder am Telefon durch. Wir unterstützen Klienten bei

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die Stadtverwaltung, Behörden und Ministerien.

Ohnepsychologische Kenntnisse ist Ihre Arbeit sicher nicht zu bewältigen...

Seidel: Um auf diese Menschen eingehen zu können, muss man sich soziale Kompetenz aneignen und in nicht wenigen Fällen auch

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